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03.05.2021 | 04:50

Steinhoff International, Aspermont, BASF – es geht mächtig voran!

  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Die Macht der Medien als Meinungsbildner zeigt sich einmal mehr während der Corona-Krise. Doch die Medien haben sich in den letzten Jahren geändert. Reichte früher die Verkündung einer „News“ in der täglichen Druckausgabe, schießen die Nachrichtensender heutzutage aus allen Rohren. Auf sozialen Netzwerken wie Twitter, YouTube oder Facebook ist die Presse omnipräsent und befeuert uns, ob wir es wollen oder nicht, den ganzen Tag über mit den wichtigsten Informationen. Durch die Multi-Channel-Strategie werden neue, vor kurzem unbekannte Umsatzquellen erschlossen, die den Wert der Unternehmen deutlich steigern werden.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
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Aspermont – nostalgische Datenkrake

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Ohne Online-Geschäft - keine Zukunft. Das musste sich auch das australische Medienunternehmen Aspermont eingestehen. Das auf den beiden ältesten erscheinenden Publikationen für den Bergbau-Sektor Mining Journal, gegründet 1835, und Mining Magazine fußende Unternehmen startete 2016 mit einem Fünfjahresplan seine digitale Transformation. Über 7,5 Mio. bestehende Kontakte von Entscheidungsträgern aus den Bereichen Bergbau, Energie und Landwirtschaft galt es nun, ins Online-Zeitalter überzusiedeln und dort zu monetarisieren.

Für die Leadgenerierung nutzt das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in London unterhält, eigenprogrammierte Algorithmen, die Interessensschwerpunkte auf Basis künstlicher Intelligenz für den Kunden personalisiert herausfiltern. Die Wandlung zu einem globalen B2B-Dienstleister wurde mit „Anything as a Service“, also der Erbringung von Serviceleistungen wie Nachrichten, Forschung, Daten und Live- oder Virtuelle-Veranstaltungen, vollzogen. Dafür zahlen die B2B-Kunden per Abo-Modell eine monatliche Flatrate.

Seit 2016 liegt das durchschnittlich jährliche Wachstum der monatlich aktiven User bei 23%. Neben dem Abo-Geschäft, das weiterwachsen soll, plant Aspermont, weitere Marken und Produkte zu generieren und eine Expansion nach Südamerika, Indien und vorrangig nach China zu forcieren. Die Sparte Virtual Event & Exhibition, die zwangsweise durch die Corona-Pandemie in den Vordergrund trat, war ein erheblicher Erfolgsfaktor für das weitere Wachstum. Über 1 Mio. AUD spülte der neue Bereich bereits nach wenigen Monaten in die Kassen. Insgesamt zeigten die Zahlen zum vierten Quartal 2020 enorme Zuwächse gegenüber den Vorquartalen. So lagen die Abo-Bareinnahmen von Q4/2020 und Q1/2021 um 22% über den Umsätzen aus Q2 und Q3 2020. Damit konnten Barerlöse von 4 Mio. AUD realisiert werden.

Aspermont ist schuldenfrei und verfügt durch eine zuletzt erfolgreich abgeschlossene Kapitalerhöhung über 7 Mio. AUD an Cash. Neben dem freien Cash-Flow, der sukzessive in die neuen Geschäftsfelder fließen soll, will das Management auch die Cash-Reserven stetig in weiteres Wachstum investieren. Weitere Segmente, die sich Aspermont für die Zukunft auf die Fahne schreiben will, sind der Aufbau der Segmente E-Learning und B2B-Handelsplattformen. Aspermont könnte durch die Cross Selling-Effekte zu einem Skalierungsmonster mutieren. Der aktuelle Börsenwert liegt bei rund 40 Mio. EUR. Langfristig könnte dies „die Erfolgsgeschichte aus Down Under“ werden.

Steinhoff International – Tochter soll helfen

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Wichtige Woche für die krisengebeutelten Steinhoff-Aktionäre. Der aufgrund des Bilanzskandals arg in Verruf geratene südafrikanisch-deutsche Konzern sucht nach Einnahmequellen und plant nun, die Tochter Pepco an die Warschauer Börse zu bringen. Ursprünglich war der Gang an die Börse bereits für das vergangene Jahr geplant, durch Corona wurde dies jedoch verschoben.

Die Bewertung bei Pepco, die Shops unter den Marken „Pepco“ und „Dealz“ in Osteuropa sowie unter „Poundland“ in Großbritannien führt, soll bei 5 Mrd. EUR liegen. Insgesamt betreibt die Tochter der Steinhoff International mehr als 3.200 Läden in 16 Ländern, davon allein mehr als 1.000 in Polen. Auch deswegen wurde der Handelsplatz Warschau der Londoner Börse vorgezogen. Der Plan der Mutter sei es, im ersten Schritt bis zu 15% der Beteiligung abzugeben. Ein Lichtblick für die enttäuschten Gläubiger.

BASF – Der Optimismus kehrt zurück

Äußerst optimistisch blickt der Chemiekonzern BASF in das weitere Geschäftsjahr. Die unerwartet starke Belebung der globalen Wirtschaft sowie deutlich gestiegene Rohstoffpreise sind der Grund für eine Anhebung der Jahresziele.

Für das laufende Jahr erwartet der Konzern nun ein um Sondereffekte bereinigtes Ebit von 5,0 bis 5,8 Mrd. EUR und einen Umsatz von 68 bis 71 Mrd. EUR. Zuvor hatte BASF beim bereinigten Ebit 4,1 bis 5 Mrd. EUR geplant. Bei den Erlösen hatte das Unternehmen 61 bis 64 Mrd. EUR erwartet. Für die weltweite Chemieproduktion rechnet das Management mit einem jährlichen Wachstum von 5%. Auch die Analysten zeigten sich weiterhin positiv für BASF. So belassen sowohl die Deutsche Bank als auch die UBS die Aktie auf „Buy“.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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