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24.08.2022 | 04:44

Sellout völlig übertrieben? Lufthansa, TUI, MAS Gold – Aktien, 100 mal günstiger als Plug Power!

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Bildquelle: pixabay.com

Steigende Rohstoffpreise haben die Inflation in Europa jüngst auf über 8% ansteigen und Aktien weltweit in einen Sellout-Modus fallen lassen. Mit den anhaltenden Geokonflikten trüben sich nun auch die ökonomischen Prognosen für das weltweite Wachstum weiter ein. Der Reisemarkt leidet unter den hohen Preisen und der fortwährenden Knappheit im Personalbereich. Auch ein kriegerisches Umfeld ist kein wirklicher Appetitanreger für aufregende Fernreisen. Die Hoffnungen liegen daher auf ein nahes Kriegsende in der Ukraine und einer nachgelagerten Normalisierung unseres täglichen Lebens. Welche Aktien könnten dann sehr schnell profitieren?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , MAS Gold Corp. | CA57457A1057 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Gold und Silber – Immer gut für die Liquiditätsbeschaffung

    Im Zuge der mehrmaligen Zinserhöhungen der FED fragen sich die Kapitalmarktteilnehmer warum Gold und Silber keinen Wind unter die Flügel bekommen? Der EURO hat nun gut 15% in 12 Monaten zum US-Dollar verloren, damit sind die Edelmetalle in Deutschland sogar teurer geworden, als sie eigentlich sein müssten. Hier greift die erste Tatsache, die für Gold und Silber seit bereits 20 Jahren Bestand hat: Die Werterhaltungseigenschaft ist Fakt. Wegen der hohen Inflation erreichte der Goldpreis auch sehr schnell wieder die 1.800 USD-Marke, prallte aber auch sogleich wieder ab. Silber konnte kurz die 21 USD-Marke erobern, kämpft nun aber schon wieder mit 19 USD. Auffällig ist, dass gerade in Abverkaufsphasen bei Aktien und Renten leicht höhere Stände bei Edelmetallen zur Liquiditätsbeschaffung dienen. Zur Ölkrise in den 70iger-Jahren gab es bei Gold und Silber hingegen richtige Kaufpanik. Man sollte daher nie den Tag vor dem Abend loben! Vermutlich ist die nächste Gold-Rallye schon in Vorbereitung.

    MAS Gold – Das dürfte im Herbst richtig spannend werden

    Für das kanadische Unternehmen MAS Gold Corp. ist der aktuell als niedrig empfundene Goldpreis ein Grund, seine Explorationen konsequent fortzusetzen. Denn wenn Gold mal richtig gesucht wird, kann man mit einer brauchbaren Ressourcenschätzung brillieren. MAS hat sich auf potentielle Goldprojekte im aussichtsreichen Goldgürtel La Ronge in Saskatchewan konzentriert. Der Name der Gegend folgt dem des angrenzenden Sees Lac la Ronge und ist vermutlich von den von Franzosen vorgefundenen ausgiebigen Biberaktivitäten abzuleiten. Viel Natur und interessante architektonische Strukturen.

    Saskatchewan ist ein Bundesstaat mit guter Infrastruktur, die vielen Wasservorkommen unterstützen eine umweltschonende Energieversorgung. Das Ziel von MAS Gold ist es, die vor kurzem erworbenen historischen eine Million Unzen Gold aus seinem Portfolio und kürzlich aktualisierten Ressourcen auf den Grundstücken Preview-North und Greywacke Lake weiter in Richtung 1,5 Millionen Unzen zu entwickeln. Die Chancen hierfür stehen gut, je höher die Taxierung erfolgen kann, desto wahrscheinlicher ist die Realisierung eines nachfolgenden Minen-Projekts. Die jüngsten Bohrungen bei North Lake konnten bis zu 8,79 g/t AU auf einer Länge von 3m nachweisen.

    Die Aktie wird von starken Stakeholdern begleitet. Jim Engdahl, ein Veteran im Rohstoffsektor, hat als Kerninvestoren Eros Resources und Comstock Metals mit zusammen 24% an Bord, weitere 22% werden von Insidern und institutionellen Investoren gehalten. Trotz aller positiven Rahmendaten und umfangreicher Investitionen in die Liegenschaften ist die Gesellschaft an der Börse nur mit 11 Mio. EUR bewertet. Analytisch ist sie damit im Branchenvergleich viel zu günstig. MAS wird sich noch in 2022 einem größeren Publikum vorstellen. Wie man hört, ist das Interesse sehr groß.

    Lufthansa und TUI – Ausgebucht, aber mit riesigen Problemen

    Das ist schon ein bemerkenswerter Sommer. Zwei Jahre lang konnten Reisen nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden, die Reiseveranstalter und Kreuzfahrtunternehmen erlebten die schwierigsten Jahre ihres Bestehens. Für Lufthansa, TUI und Carnival mussten Milliarden-Pakete bereitgestellt werden, mehrere Kapitalerhöhungen sicherten vorübergehend die Liquidität, verwässerten die Altaktionäre aber erheblich.

    Mittlerweile ist der Sturm etwas verzogen, aber trotz theoretischer Ausgebuchtheit läuft es nicht so richtig. Zu viele Mitarbeiter hat man in der Flaute freigesetzt, wie in der Gastronomie fehlen sie jetzt an allen Ecken und Enden. Verbraucherschutzverbände schlagen nun vor, dass Reisen künftig nicht mehr im Voraus bezahlt werden sollen, da die Leistungserbringung zuletzt unzuverlässig war. Statt langwierige Rückerstattungen zu verlangen, könnten Reisende zukünftig gleich Teilabzüge für Nichtleistung vornehmen. Ein ganz neuer Ansatz für eine gescholtene Branche.

    Auf dem deutschen Kurszettel befinden sich Lufthansa und TUI als prominente Branchenvertreter. Beide Aktien haben in den letzten zwei Jahren zwischen 30 und 70% an Kurswert verloren, günstig sind sie deswegen aber noch lange nicht. Denn durch den Schuldenaufbau sind die Buchwerte entsprechend gesunken. Zwar darf in 2023 wieder mit Gewinn gerechnet werden, doch pandemieseitig weiß heute niemand, welche Einschränkungen im Fernreisegeschäft über den Winter gelten werden. Bei der TUI übersteigen die Schulden aktuell das Eigenkapital um den Faktor 4, besser steht es um die Lufthansa, die wenigstens nur 20% über Buchwert notiert. Wer mit rosa Brille um mindestens drei Jahre nach vorne blickt, kann hier einsteigen. Man sollte aber die aktuellen Probleme der Branche nicht unterschätzen, über den Berg sind beide Gesellschaften noch lange nicht.


    Aktien sind immer noch unter Druck, auch Edelmetalle treten seit Monaten auf der Stelle. Während der EURO täglich günstiger wird, erreicht Gas mit knapp 10.000 USD ein 12-Jahreshoch. Die Inflationierung nimmt also weiter Gestalt an. Schlecht für den angeschlagenen Reisemarkt, Edelmetall-Investoren sollten wegen der permanenten Abwertung anderer Assets eigentlich schon längst auf dem Sprung sein.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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