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06.10.2022 | 06:00

ProSiebenSat.1 Media, Aspermont, Alibaba – Wachstumsaktien mit erheblichem Rebound Potenzial

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Bildquelle: pixabay.com

Am Freitag den 30. September schien eine wichtige Supportmarke im S&P 500 gefallen zu sein, doch es war ein Fehlausbruch, wie man am Montag darauf sehen konnte. Ein beliebtes Vorgehen von großen Playern im Markt, die Stopps fischen wollen, um sich dann günstig einzukaufen. Nach der Panik kommt es zum FOMO (Fear-of-missing-out) Phänomen. Die Investoren, die ausgestoppt sind, erkennen ihren Fehler und versuchen möglichst schnell wieder in den Markt zu kommen, um den Anstieg nicht zu verpassen. Dazu schließen Anleger, die den Markt geshortet haben, ihre Positionen und sorgen damit für zusätzlichen Auftrieb. Jetzt kommt es darauf an, die Aktien zu finden, die zu stark abgestraft wurden. Wir sehen uns heute drei Wachstumsaktien an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PROSIEBENSAT.1 NA O.N. | DE000PSM7770 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027

Inhaltsverzeichnis:


    ProSiebenSat.1 Media – Vorstandswechsel

    ProSiebenSat.1 Media (PSM) ein Wachstumsunternehmen? Vielleicht nicht auf den ersten Blick, doch die Münchener haben ein großes E-Commerce Geschäft und sind an vielen Wachstumsunternehmen beteiligt. Die Vision besteht darin, das TV-Business mit dem Internet und den eigenen E-Commerce Angeboten zusammenzuführen, um so eine größere Kundenbindung zu schaffen. Doch der Oktober begann mit einem Paukenschlag. CEO Rainer Beaujean räumt zum 1. November seinen Stuhl, obwohl sein Vertrag erst im Dezember 2021 verlängert worden war. Nachfolger wird der frühere RTL-Chef Bert Habets, der seit Mai im Aufsichtsrat sitzt. Gründe für den Wechsel wurden nicht genannt, die Trennung sei aber einvernehmlich gewesen.

    Beaujeans Rücktritt dürfte Silvio Berlusconi gefreut haben, der mit MediaForEurope (MFE) einen großen Anteil an PSM hält. Der neue Chef verfügt nach Unternehmensangaben über umfassendes Know-How in der Führung von globalen Medienunternehmen und dem Aufbau von Video Streaming Diensten. Dazu passt, dass der Konzern am 13. September die 100%ige Übernahme der Streaming Plattform Joyn bekanntgab. Die Plattform soll der Mittelpunkt des digitalen Entertainment Auftritts werden und zum größten frei-zugänglichen Streamingdienst im deutschsprachigen Raum werden.

    Es wird spannend zu sehen, wie der neue Chef Joyn nach vorne bringen will, denn noch schreibt die Plattform rote Zahlen. Doch auch in Sachen möglicher Fusion gibt es nun neuen Spielraum. MFE könnte einen neuen Vorstoß wagen, nachdem der große Gegner Beaujean sich nicht mehr quer stellen kann. Vielleicht ist jetzt aber auch RTL eine Option. Diese Gerüchte kamen zuletzt immer wieder auf und Habets wird sicher noch genügend gute Kontakte zu RTL pflegen. Fakt ist, in München wird ein neuer Wind wehen. Das könnte der Aktie, die momentan bei 7,10 EUR notiert, neue Impulse geben.

    Aspermont – Wachstum seit 24 Quartalen

    Aspermont hat sich in den vergangenen Jahren vom traditionellen Printmedienverlag zu einem digital skalierbaren Mediendienstleister der Rohstoffindustrie entwickelt. Dabei können die Marken, wie beispielsweise das Mining Journal, auf eine 187-jährige Geschichte zurückblicken. Mittlerweile ist Aspermont ein Wachstumsunternehmen geworden. Das drückt sich durch die seit 24 Quartalen laufend gestiegenen Abonnementzahlen aus, und das trotz der Corona Krise. Das zeigt, wie robust das Content-as-a-Service Modell ist. Doch das Everything-as-a-Service Modell hat zwei weitere Bausteine. Zum einen die sogenannte Skywave Datenplattform, die laufend erweitert wird und Produkte oder Prozesse optimiert. Andererseits den Dienstleistungsbereich für die B2B-Kunden, denen damit das Marketing abgenommen wird.

    Die Analysten von GBC bestätigen in ihrem neuen Update zum Unternehmen das schnelle Wachstum. Die Einnahmen klettern im Jahresvergleich und auch die Bruttomarge wächst. Gleichzeitig werden neue Geschäftsbereiche aufgebaut, wie die Finanzierungsplattform „Blu Horseshoe“ oder alte Geschäftsbereiche wie die Live-Events nach Corona reaktiviert. Vor allem Blu Horseshoe verspricht ein Erfolg zu werden, da das Unternehmen über Jahrzehnte ein großes Netzwerk aufgebaut hat, was nun genutzt werden kann. Weitere Wachstumsmöglichkeiten wurden bereits identifiziert. Der gesamte Content soll mittels Künstlicher Intelligenz übersetzt werden, um so neue Kundengruppen in Asien oder Südamerika anzusprechen. Außerdem werden die alten Printausgaben digitalisiert, um zusätzlichen Nutzen für die Research-Plattform zu bieten.

    CEO Alex Kent war zuletzt in Deutschland auf Roadshow und guter Dinge, dass alle Geschäftsbereiche jährlich um etwa 20% wachsen. Aktuell kostet eine Aktie 0,024 AUD und kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von 58,3 Mio. AUD. Angesichts der gut laufenden und ständig erweiterten Geschäftsbereiche deutlich zu niedrig. Allerdings hat die Aktie besser performt als der schwierige Gesamtmarkt. Die Analysten von GBC haben ein Kursziel von 0,11 AUD ausgegeben. Hier steckt also noch viel Aufwärtspotential, denn der Fintech-Bereich ist gerade erst an den Start gegangen und findet sich noch nicht wirklich in den Zahlen wieder.

    Alibaba – um das Unternehmen ist es ruhig geworden

    Alibaba ist das Wachstumsunternehmen aus China. Im E-Commerce hat das Unternehmen nach eigenen Aussagen eine vollständige Marktdurchdringung erreicht und die Cloud-Sparte wächst. Der Konzern hat am 3. August ordentliche Zahlen für das Quartal vorgelegt, wenn man bedenkt, dass die Zero-Covid Politik der chinesischen Regierung das Konsumverhalten deutlich eingeschränkt hat. Der Umsatz blieb mit rund 21,2 Mrd. USD stabil. Das Betriebsergebnis gab allerdings um 19% auf 3,7 Mrd. USD nach. Der freie Cashflow stieg dagegen um 7% auf 3,3 Mrd. USD. CEO Daniel Zhang sagte, dass der Konzern sich aktiv an die Veränderungen im makroökonomischen Umfeld angepasst hat, sprich es wurden Kosten reduziert.

    Das Unternehmen plant in Zukunft Hongkong als weiteren primären Handelsplatz zu nutzen, um seine Investorenbasis weiter auszubauen. Gleichzeitig soll der internationale Handel ausgebaut werden, um die Kundenbasis zu vergrößern. Damit würde sich der Konzern auch unabhängiger von den lokalen Gegebenheiten in China machen. Analysten des Brokerhauses Daiwa und JPMorgan erwarten eine Lockerung der Covid Poltik und gehen daher von positiven Tendenzen für die kommenden Quartalszahlen aus, die am 3. November vorgelegt werden sollen.

    Die Aktie ist aufgrund von Eingriffen der chinesischen Regierung, beispielsweise beim geplanten ANT-Börsengang, und dem schwelenden Handelskrieg zwischen den USA und China im letzten Jahr deutlich unter die Räder gekommen. Seit Mitte Oktober 2021 hat die Aktie mehr als 50% an Wert verloren. Aktuell notiert sie bei 84,10 USD. Geht es nach den Analysten, so ist die Aktie durchgehend ein Kauf. Das niedrigste Kursziel liegt bei 110,10 USD, das höchste bei 219,92 USD. Im Schnitt wird ein Kurs von 141,15 USD auf Sicht von 12 Monaten erwartet. Im Vergleich mit Amazon ist das chinesische Pendant deutlich unterbewertet.


    Der Markt hat viele Wachstumsunternehmen deutlich abgestraft. Zum Teil sind die Kursabschläge übertrieben. ProSiebenSat.1 Media gilt als Übernahmekandidat und bekommt durch den neuen CEO sicherlich frische Impulse. Aspermont hat die Transformation vom Printverlag zum digitalen Dienstleister in der Rohstoffindustrie abgeschlossen und hat damit angefangen, die Früchte der Arbeit zu ernten. Alibaba ist im Vergleich zur Konkurrenz aufgrund der Unsicherheiten bezüglich China deutlich unterbewertet. China wird in den kommenden Jahren zur größten Volkswirtschaft heranwachsen und davon wird auch Alibaba profitieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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