Menü

12.11.2020 | 05:40

Newmont, Solgold, Anglo American: Wann dreht sich das Übernahme-Karussell?

  • Gold
  • Bergbau
  • Rohstoffe
  • Edelmetalle
Bildquelle: pixabay.com

Rohstoffe sind seit einigen Monaten wieder eine spannende Anlageklasse. Trotz der Pandemie und der wirtschaftlichen Rückschläge entwickelten sich die Preise von Rohstoffen, wie Industriemetalle oder Öl, positiv. Auch der Goldsektor zog deutlich an. Grund sind die vielen Unterstützungsprogramme der Staaten und auch die Maßnahmen der Notenbanken. Da gerade die großen Gold-Unternehmen sich in den letzten Jahren gesundgeschrumpft und an ihren Kostenstrukturen gearbeitet haben, rollt der Rubel. Der Rohstoffgigant Newmont wies allein im dritten Quartal einen Free Cashflow von 1,3 Mrd. USD aus, auch bei Barrick Gold sprudeln die freien Mittel. In einer normalen Welt führen solche Zahlen zu Übernahmespekulationen. Doch die Pandemie macht Reisen und die detaillierte Due Diligence bei Rohstoff-Projekten schwierig.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Nico Popp


NEWMONT CORPORATION - Unternehmen die im Geld schwimmen

WKN: 853823 ISIN: US6516391066 Symbol: NMM
Unternehmen wie Newmont haben es teilweise schwer, selbst bestehende Projekte unter die Lupe zu nehmen und müssen sich auf die Partner vor Ort verlassen. Bislang hat dies das Alltagsgeschäft nur unwesentlich beeinträchtigt, was die guten Zahlen des vergangenen Quartals zeigen, doch verhindert die Entwicklung naheliegende Übernahmen kleinerer Unternehmen. Für Aktionäre dieser Gesellschaften kann diese Situation eine Chance sein – schließlich bleibt so Zeit, Werte transparent zu machen und Potenziale zu heben.

SOLGOLD PLC - könnte Übernahmeziel werden

WKN: A0JDJ3 ISIN: GB00B0WD0R35 Symbol: S8F
Eine dieser Gesellschaften könnte das kanadische Unternehmen Solgold sein. Obwohl bei vielen Anlegern noch immer unbekannt, hat Solgolds Marktkapitalisierung bereits die Milliardengrenze geknackt und gilt längst nicht mehr als Smallcap. Dennoch birgt das Unternehmen großes Wachstumspotenzial. SolGold hat sich bereits vor einigen Jahren Liegenschaften in Ecuador gesichert und exploriert dort gleich mehrere Projekte parallel. Alle Liegenschaften befinden sich im Andenkupfergürtel und werden hinsichtlich von Kupfer- und Goldvorkommen untersucht.

Da SolGold mehrere Projekte zugleich vorantreibt, glänzt das Unternehmen mit einem konstanten Newsflow. Auch hat SolGold genug Mittel in der Kasse, um das laufende Bohrprogramm bis Ende 2021 fortsetzen zu können. Jüngste Ergebnisse wurden vom Markt sehr positiv aufgenommen. Nachdem das Unternehmen vor einigen Wochen Details zur Wirtschaftlichkeit des Flaggschiff-Projekts Alpala bekannt gab, stieg die Aktie dynamisch an, korrigierte zuletzt aber wieder etwas. SolGold könnte insbesondere für große Gesellschaften interessant sein, die sich in Ecuador neue Potenziale erschließen wollen. Die Vielzahl der Projekte könnte zudem Synergieeffekte im Falle einer späteren Förderung mit sich bringen.

ANGLO AMERICAN PLC - Ohne Gold auf der Suche nach smarter Rendite

WKN: A0MUKL ISIN: GB00B1XZS820 Symbol: NGLB
Während Unternehmen wie Newmont aktuell im Geld schwimmen und kleinere Unternehmen wie Solgold aufgrund der Pandemie in Ruhe ihre Arbeit machen können, gibt es auch Rohstoffgesellschaften, die 2020 bereits Übernahmen vollzogen haben. Ein Beispiel ist Anglo American und der Zukauf des Düngemittel-Spezialisten Sirius Minerals. Die Übernahme zeigt, dass Anglo American anders aufgestellt ist, als beispielsweise Newmont: Gold spielt für die Briten keine Rolle. Stattdessen hat man Eisenerz, Kupfer und Diamanten im Angebot. Auch Platin fällt beim Geschäft von Anglo American an.

Interessant an Anglo American ist der Fokus auf Smart Mining, bei dem der Einsatz von menschlicher Arbeitskraft noch mehr als ohnehin schon reduziert werden soll. Das Unternehmen investiert kräftig in diesen Bereich und verspricht sich langfristig viel davon. An der Börse ist von dieser Fantasie allerdings wenig zu spüren – die Aktie notiert in etwa auf dem Niveau von vor einem Jahr. Im Sommer kappte die Gesellschaft zum Unmut der Aktionäre sogar die Dividende. Angesichts des mangelnden Fokus auf Gold erscheint das Unternehmen aktuell wenig interessant. Die wirtschaftliche Erholung kann noch einmal ins Stocken geraten, folglich ist der Fokus des Unternehmens auf Industrierohstoffe mit Risiken verbunden.

Etablierte Unternehmen brauchen neue Impulse

Besser sieht es für die Aktie von Newmont aus: Auf Sicht von einem Jahr steht immerhin eine Rendite von 65% zu Buche, auch wenn der Großteil dieser Rendite der Entwicklung im ersten Halbjahr 2020 geschuldet ist. Es scheint, als bräuchten Unternehmen dieses Kalibers neue Impulse. Mit der Rückkehr zur Normalität nach der Pandemie könnten Zukäufe für diese Impulse sorgen. Unternehmen wie SolGold bieten bereits heute alle Zutaten für spannende Übernahme-Wettläufe.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor



Tag Cloud


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von André Will-Laudien vom 24.11.2020 | 05:50

Scottie Resources, Bitcoin, Tesla: Raketenantrieb gefragt!

  • Gold
  • Kryptowährungen
  • Elektromobilität
  • Wachstum

Gold wurde gestern abermals von Analystenseite abgewählt und erreichte mit 1.831,00 USD ein 3-Monats-Tief. Die Deutsche Bank hat jüngst Zahlen zur Performance auf den traditionellen Märkten und dem Kryptomarkt nach der optimistischen Entwicklung hin zu einem Impfstoff gegen Covid-19 veröffentlicht. Neben unterschiedlichen Wertzuwächsen an den Aktienmärkten mit Anstiegen zwischen 5 und 15% wurde auch der Bitcoin als einer der größten Gewinner identifiziert. Die Attraktivität von Bitcoin als alternative Absicherung nimmt nach Ansicht der Analysten der Deutsche Bank weiterhin zu. Man erwartet weitere Anstiege, allerdings sollten wir die vielen Spekulanten nicht vergessen, die dem Raketen-Trend wohl ohne Skrupel hinterherjagen.

Es scheint aber auch fundamental eine steigende Nachfrage zu geben, speziell den Bitcoin dort einzusetzen, wo früher Gold zur Absicherung diverser Dollar- oder Inflationsrisiken verwendet wurde. Der Bitcoin und auch andere TOP10 Kryptos konnten allein in diesem Monat schon zwischen 20-50% zulegen, der Run ähnelt der Entwicklung in den Jahren 2017-2018. Gold und Silber hingegen zeigen charttechnisch weiterhin Konsolidierungsbedarf an, viele Investoren schichten ihre Sicherheitsanlagen wohl derzeit in andere Bereiche um. Lang sollte diese Abwärtsbewegung aber nicht mehr anhalten, außer der Bitcoin erreicht tatsächlich das Kursziel 100.000,00 USD des bekannten Bitcoin-Bullen Max Keiser. Dann stehen uns wohl noch mehrere Raketen-Starts alla Cape Canaveral ins Haus. Wenn nicht, besteht natürlich erheblicher technischer Korrekturbedarf, welcher wegen des 24 Std-Handels auch mal über Nacht zuschlagen kann.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 19.11.2020 | 05:40

Triumph Gold, Impala Platin, First Majestic Silver: Edelmetalle für Bidens Schuldenpolitik!

  • Gold
  • Silber
  • Platin
  • Edelmetalle

Die Verteuerung aller Vermögensgegenstände wird unter Ökonomen als „Asset Inflation“ bezeichnet. Gemeint ist die generelle Verteuerung von allen Vermögens-Anlage-Vehikeln wie z.B. Anleihen, Aktien, Edelmetalle oder Immobilien. Wir machen kein Geheimnis daraus: ALLE der genannten Gegenstände werden mit neu geschaffenem Geld bezahlt, die Liquidität im System sorgt quasi permanent dafür, dass Vermögensgegenstände („Assets“) praktisch einer ständigen und fortwährenden Verteuerung unterliegen. Aktien beispielsweise stiegen seit 2009 im Schnitt um 9% pro Jahr, Anleihen gemessen am Bund-Future notieren mit Minus-Renditen und einer satten Real-Negativverzinsung auf einem 100-Jahreshoch, ja und die Immobilien haben sich in den letzten 20 Jahren in guter Lage im Wert mehr als verdreifacht. In München beispielsweise beträgt der durchschnittliche, gewichtete Quadratmeterpreis bei Wohnungsneubauten ca. 8.500 EUR (Spanne 5.000-16.000 EUR) – im Jahr 2000 lag dies noch bei 2.850 EUR. Nun kommen wir zu den Edelmetallen am Beispiel Gold: Das gelbe Metall kostete in 2005 rund 400 USD die Unze und steht heute bei 1.875 USD ein plus von 370% in 15 Jahren. Wir schauen genauer in die Welt der Edelmetalle.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 19.11.2020 | 05:10

AngloGold Ashanti, Blackrock Gold, Newmont: In Gold investieren – aber wie?

  • Gold
  • Edelmetalle
  • Sachwerte
  • Investments

Gold-Anleger befinden sich in einer komfortablen Situation: Das Edelmetall hat von seinen Höchstständen ein wenig verloren, zeigt aber dennoch große relative Stärke an der Marke von 1.900 Dollar je Unze. Obwohl die Nachricht von Impfstoffen kurzfristig etwas Druck aus den Märkten genommen hat, bleibt das große Bild für Gold-Investoren intakt. Die Jahrhundertkrise erfordert Billionen schwere Maßnahmen. Diese Geldflut erhöht ihrerseits das Risiko weiterer Krisen und könnte die Inflation treiben. Entgegen der Meinung vieler Anleger ist es nicht die Inflation, die den Goldpreis treibt, sondern deren Erwartung. Für gesteigerte Inflationserwartungen gibt es angesichts der bereits erfolgten und noch im Raum stehenden Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken allen Grund. Doch wie gelingt ein Investment in die zu erwartende Gold-Hausse?

Während Großmutter noch Barren und Münzen unter dem Bett versteckt hat, können heutige Anleger zu Gold-ETCs greifen. Diese verbriefen in der Regel physisches Gold und lassen sich zudem zu attraktiven Gebühren im Depot verwahren und aktiv handeln. Rendite-Jäger greifen dennoch bevorzugt zu Gold-Aktien. Der Grund: Titel wie AngloGold Ashanti, Blackrock Gold oder Newmont bieten in der Regel einen Hebel auf den Goldpreis. Je nachdem wie sich ein Unternehmen entwickelt, werden auch die Goldreserven im Boden bewertet.

Zum Kommentar