Menü

17.09.2021 | 05:10

LVMH, Diamcor, BYD – Konsum ohne Limit

  • Luxusgüter
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer weiter auseinander. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Mehr als 13 Mio. Menschen, rund 16% der Bevölkerung, lagen unter der Armutsgrenze und mussten sich von 781 EUR oder weniger ernähren. Dagegen ist die Zahl der Millionäre in der Bundesrepublik von 1,47 Mio. auf nunmehr 1,54 Mio. weiter gestiegen. Durch den sprunghaften Anstieg der Neureichen steigt auch der Konsum und der Kauf von Luxusgütern. Teure Autos, Uhren oder Diamanten sind schließlich wichtig für das Prestige, um seinen „Reichtum“ zeigen zu können.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: Diamcor Mining Inc. | CA2525312070 , BYD CO. LTD ADR/2 YC 1 | US05606L1008 , LVMH ADR /2 EO-_30 | US5024413065


LVMH – Prächtige Entwicklung

Nicht umsonst konnte sich die Aktie des Branchenführers LVMH, der Rechte an über 75 verschiedenen Marken hält, die weltweit in zirka 5.000 Geschäften in rund 80 Ländern vertrieben werden, seit Anfang des Jahres 2020 mehr als verdoppeln. Der Umsatz des in Paris niedergelassenen Unternehmens betrug im vergangenen Jahr 44,7 Mrd. EUR bei einem Gewinn von 4,70 Mrd. EUR. Bekannte Marken wie Louis Vuitton, Moët & Chandon und Hennessy zählen genauso zum Portfolio wie Bulgari, Kenzo, Dior, TAG Heuer oder auch Dom Perignon.

Die nächsten Zahlen werden für Anfang Dezember erwartet. Etwas zu schaffen macht dem Luxussegment aktuell China. Neben der Angst vor der Ausbreitung der Delta-Variante in Asien, die die Einzelhandelsumsätze belastet, drücken die Pläne der EU, Produkte aus Zwangsarbeit zu verbieten, auf die Kurse der Textil- und Luxusgüterindustrie. Vor allem in der Modebranche gibt es immer wieder Vorwürfe, in Fabriken werde unter schlechten Bedingungen gearbeitet. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach am Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der EU von Plänen für ein EU-weites Verbot für Produkte aus Zwangsarbeit. Trotz der aktuellen Korrektur geht in diesem Segment nichts an LVMH vorbei. Im Bereich um 620 EUR ist das Papier kaufenswert.

Diamcor- Diamonds and Girls

Bereits im 4. Jahrhundert vor Christus wurden erste Edelsteine auf indischem Boden entdeckt. Als man im 13. Jahrhundert herausfand, dass sich Diamanten bearbeiten ließen, lehnte Indien dieses Vorgehen ab, da dem Edelstein magische Kräfte zugeschrieben wurden, die somit ihre Wirkung verloren hätten. Diese Zeiten sind spätestens seit Marilyn Monroe vorbei. Kaum ein Prestigeobjekt steht mehr für Reichtum und Luxus als ein aus Diamanten gefertigtes Schmuckstück. Die wachsende Nachfrage beflügelt auch die wenigen an der Börse gelisteten Unternehmen.

Diamcor Mining, ein aufstrebendes kanadisches Bergbauunternehmen, konzentriert sich auf die Identifizierung, den Erwerb und den Betrieb von Diamantprojekten, die kurzfristig in Produktion gehen können und über das Potenzial verfügen, eine kontinuierliche Diamantproduktion und einen Cashflow zu generieren. Der Aktienkurs des mit 14,36 Mio. EUR bewerteten Unternehmens konnte sich im zweiten Quartal, getrieben von ausgezeichneten Fundamentaldaten, innerhalb weniger Wochen auf 0,35 CAD verdreifachen. Seitdem konsolidiert der Kurs im Bereich um 0,30 CAD auf hohem Niveau.

Aktuell konzentriert sich das kanadische Unternehmen auf den Ausbau und die Weiterentwicklung des Krone-Endora Projektes. Dieses befindet sich direkt neben der riesigen Venetia Mine von De Beers, dem weltgrößten Diamantenproduzenten sowie Händler. Das Projekt erstreckt sich über eine Fläche von ca. 5.900 Hektar, allerdings bearbeitet Diamcor aktuell lediglich 5% der Fläche.

Dick im Geschäft ist Diamcor mit dem weltberühmten New Yorker Unternehmen Tiffany, mit deren Tochter Tiffany&Co. Canada eine langfristige strategische Allianz mit Vorkaufsrecht auf bis zu 100% der zukünftigen Produktion von Rohdiamanten aus dem Projekt zu den jeweils aktuellen Preisen eingegangen wurde. In Verbindung mit diesem Vorkaufsrecht stellte Tiffany & Co. Canada dem Unternehmen auch eine Finanzierung bereit, um das Projekt schnell vorantreiben zu können. Gestartet wurde mit der Produktion bereits im Juli, indem durch das Schürfen von Diamanten im Umfang von 2.989,54 Karat ein Umsatz von 744.085 CAD generiert werden konnte.

Die jüngsten Meldungen zeigten einmal mehr das Potenzial des Projekts. Diamcor konnte den Abschluss des Phase-1-Upgrades schneller als erwartet bekanntgeben. Durch die Verbesserungen wie die Installation eines neuen Materialhandhabungsschritts, die Erweiterung des Diamantkonzentrationssystems, die Installation einer neuen elektronischen Röntgeneinheit zur Diamant-Rückgewinnung, kann das Verarbeitungsvolumen um bis zu 100% gesteigert werden. Auf aktuellem Niveau ist Diamcor ein Kandidat zur Depotbeimischung, um am weiter steigenden Luxustrend teilhaben zu können.

BYD – Weitere Stärkung des Vertriebes

BYD stärkt weiterhin sein Händlernetzwerk in den USA. Nachdem kürzlich der Ausbau des Händlernetzwerkes in New Hampshire verkündet wurde, geht die Tochter BYD Material Handling eine Vereinbarung mit Material Handling Inc. ein, um die Expansion in Tennessee voranzutreiben. Der US-Händler will Elektro-Fahrzeuge sowie dazugehörige Lithium-Ionen-Batterien und Ladegeräte vertreiben.

Die Aktie von BYD durchbrach mit einem Minus von 4% die wichtige Unterstützungslinie bei 28 EUR. Das nächste Kursziel liegt nun bei rund 25 EUR. Anleger sollten aktuell lieber an der Seitenlinie stehen.


Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Durch den Zuwachs an Millionären steigt auch der Konsum in der Luxusgüterindustrie. LVMH ist hier absoluter Marktführer und langfristig kaufenswert. Der Diamantenproduzent Diamcor eignet sich hier als Depotbeimischung. Bei BYD sollten Anleger abwarten.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von Stefan Feulner vom 27.10.2021 | 05:10

BYD, Manganese X Energy, Sixt – Mach's nochmal, Elon!

  • Rohstoffe

Tesla parkt in den exklusiven Club der Billionen-Dollar-Unternehmen ein. Der Aktienkurs des Pioniers der Elektro-Automobilität überstieg dabei erstmals die Marke von 1.000 USD. Herzlichen Glückwunsch, Elon Musk! Einmal mehr bewies der Seriengründer Weitsicht und lag damit kilometerweit vor der Konkurrenz. Auch bei der Materialbeschaffung seiner hochmodernen Technologien nimmt Musk eine Vorreiterrolle ein. So trat er offen dafür ein, das umstrittene Metall Kobalt durch Mangan zu ersetzen. Ein eindeutiges Zeichen für die wachsende Branche. Auch hier herrscht wie bei anderen Materialien bereits jetzt extreme Knappheit.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 26.10.2021 | 04:44

LVMH, Diamcor Mining, TUI, Carnival – Erneuter Lockdown oder Gewinn-Explosion?

  • Touristik
  • Luxus
  • Rohstoffe

Arme werden immer ärmer, Reiche immer reicher. Demografische Untersuchungen legen nahe, dass in Europa und speziell Deutschland weite Teile der Bevölkerung von Altersarmut betroffen sein werden. Der Grund: Sinkende Realeinkommen aufgrund einer hohen Inflationsdynamik vor allem bei Gütern des täglichen Bedarfs. Die offizielle Inflationsrate der Notenbanken ist Augenwischerei, denn die hedonisch berechneten Indizes beinhalten beispielsweise Leistungssteigerungen bei Mobilfunkgeräten und gleichen damit die explodierenden Preise für Energie und Nahrungsmittel aus. Luxus ist ein spezieller Bereich des Konsums, der eher privilegierten Schichten der Bevölkerung zugeschrieben wird. Hier ist die Wohlstandsmehrung einkommensseitig durch die Inflation alimentiert und ermöglicht den Anbietern von Luxuswaren dauerhaft hohe Wachstumsraten.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 14.10.2021 | 04:44

Varta, Standard Lithium, Sierra Grande Minerals, Nordex – Der nächste Hype rollt an!

  • Rohstoffe
  • Kupfer
  • Lithium

In Deutschland wird die Politik deutlich grüner! Doch wie sehen die Mobilitätskonzepte der Klimaschützer aus? Neben der öffentlich geforderten Reduzierung von unnötigen Geschäftsflügen, wäre auch das Fahrrad eine Alternative für 30 Kilometer Anfahrt. Fossile Energie hat sich in 2021 schon um beachtliche 50% verteuert, bei Gas gehen die Preise durch die Decke. In Deutschland ist weiterhin eine hohe Energienachfrage festzustellen, denn wir kaufen derzeit sogar günstigen Atomstrom aus dem Ausland zu. So kann es laufen, wenn eine verkorkste Energiepolitik mit Klimaschutzzielen in Verbindung gebracht wird. Egal wie es laufen wird, für moderne Technologien braucht die Welt Kupfer und dieser Rohstoff ist neben Lithium und anderen kritischen Metallen einfach furchtbar knapp. Wie schlagen sich die typischen Branchenvertreter?

Zum Kommentar