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07.09.2022 | 06:00

Edison Lithium, Rock Tech Lithium, BYD – Aktien der gesamten Lithium Wertschöpfungskette

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Bildquelle: pixabay.com

Seitdem alle Autokonzerne in die E-Mobilität eingestiegen sind, ist der Bedarf an Akkus für Elektrofahrzeuge sprunghaft angestiegen. Um die dafür benötigten Komponenten ist ein regelrechter Kampf entbrannt, was sich vor allem im Lithiumpreis widerspiegelt. Lag der Preis Ende 2020 noch bei etwa 5.000 USD je Tonne, stand er zuletzt bei rund 73.000 USD. Experten halten sogar weitere Preissteigerungen bis auf 100.000 USD für möglich, denn die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Der Lithium Markt verspricht spannend zu bleiben in den kommenden Jahren. Daher sehen wir uns heute drei Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette an.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Edison Lithium Corp | CA28103Q1090 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Edison Lithium – Liegenschaft im südamerikanischen Lithium Dreieck

    Lithium wird schon länger für die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus benötigt, die man beispielsweise in Laptops, Handys, Tablets oder kabellosen Kopfhörern verbaut hat. Diese Geräte sind im Gegensatz zu einem Akku eines E-Autos aber deutlich kleiner und verbrauchen wesentlich weniger des kostbaren Rohstoffs. Lithium an sich kommt häufig vor, aber in der Menge, dass er wirtschaftlich sinnvoll abgebaut werden kann, deutlich seltener. Der kanadische Explorer Edison Lithium besitzt gleich zwei aussichtsreiche Lithiumsolevorkommen in Argentinien, die sich in Südamerikas berühmten Lithium Dreieck befinden. In direkter Nachbarschaft produziert Livent bereits Lithium.

    Das Hauptprojekt nennt sich Antofalla, ist 107.000 Hektar groß und befindet sich in der Salar de Antofalla, einer der größten Salzpfannen weltweit. Laut der Albemarle Corporation liegt dort das drittgrößte Lithium-Sole-Reservoir weltweit. Die Liegenschaft von Edison Lithium ist also optimal positioniert. Insgesamt liegen Ergebnisse von 56 historischen Bohrungen vor, die Ressourcen in Höhe von 83 Mio. Tonnen Kali mit einem Erzgehalt von 6.400 mg/l und 2,22 Mio. Tonnen Lithium mit einem Gehalt von 350 mg/l hervorgebracht haben. Das zweite Lithium Projekt Pipanaco liegt 50km westlich der Stadt Catamaca und ist bisher kaum exploriert. Der Standort könnte aber auch für eine Lithiumverarbeitungsanlage in Betracht kommen.

    Neben den Lithium Projekten besitzt das Unternehmen ein Kobalt Vorkommen im Nordosten von Ontario, Kanada. Auf der Liegenschaft befinden sich drei historische Minen, bei denen Kobaltgehalte bis zu 4% nachgewiesen wurden. Das Projekt soll per Spin-Out von Edison Lithium getrennt werden und die Altaktionäre erhalten dann Aktien des neuen Unternehmens. Mit einem Investment in Edison Lithium kann man sich zum aktuellen Zeitpunkt gleich zwei kritische Rohstoffe für die Zukunft der Elektromobilität sichern. Die Aktie notiert aktuell bei 0,07 CAD und bringt damit eine Marktkapitalisierung von gerade einmal 8,1 Mio. CAD auf die Waage. Bei positiven Explorationsdaten könnte das Unternehmen schnell ins Visier der großen Lithiumplayer vor Ort geraten.

    Rock Tech Lithium – Startschuss für den Bau des Konverters

    Auch Rock Tech Lithium hat ursprünglich mit einem Lithium Mining Projekt begonnen, doch heute liegt der Fokus auf einer Lithium Raffinerie, die in Guben in Brandenburg entstehen soll. Bis Ende 2024 soll dort der erste Lithium Converter in Europa in Produktion gehen. Bis 2030 sollen vier weitere folgen. Das Ziel ist die Sicherung der europäischen Lieferketten, speziell der Autobauer, sicherzustellen. Dabei verfolgt das Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz und hat schon heute das Recycling in Planung, auch wenn das Thema erst 2025 / 2026 wirklich wichtig wird. Schon heute laufen dazu Gespräche mit Zulieferern. Die Vision einer Closed-Loop-Company mit Zero Waste versucht das Management umzusetzen.

    So könnten Beiprodukte, die bei der Produktion anfallen, etwa an die Betonindustrie verkauft werden und einen positiven Beitrag zum Gewinn leisten. Intern rechnet das Unternehmen sehr konservativ mit Verkaufspreisen zwischen 20.000 und 30.000 USD je Tonne Lithiumhydroxid. Bewahrheitet sich, dass die Verarbeitung des Lithiums der Flaschenhals ist, dürften die Preise auch in Zukunft deutlich höher liegen. Im Oktober beginnen die ersten Schritte zum Bau am Standort Guben, der genau ausgesucht wurde und Vorteile im Bereich Logistik, Kundennähe und mehr bietet. Zusätzlich hat das Unternehmen Optionen auf weitere Grundstücke für mögliche Erweiterungen. Ende 2024 sollen der Konverter in Produktion gehen und zum gleichen Zeitpunkt soll auch die Lithium Mine bereit sein.

    Der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Harbecke sagte unserer Redaktion: „Wir werden ab dem ersten Produktions-Tag unser Lithiumhydroxid mit sehr guten Margen verkaufen können. Die Nachfrage von globalen Auto- und Batteriekonzernen nach unserem Produkt steigt fast täglich. Der Markt ist unglaublich dynamisch, wir bauen eine neue Industrie auf mit weltbekannten strategischen Partnern wie Mercedes-Benz.“ Am 23. August wurde bekannt, dass der Stuttgarter Autobauer im Rahmen der beabsichtigten verbindlichen Vereinbarung ab 2026 jährlich 10.000t Lithiumhydroxid abnehmen will. Dem Aktienkurs gab diese Nachricht nur einen kurzen Aufwind. Die zuvor durchgeführte Kapitalerhöhung sorgte für Druck aus Kanada und so wurden die Gewinne wieder abgegeben. Bei einem Aktienkurs von 3,36 CAD kann man jetzt günstiger zugreifen als bei der Kapitalmaßnahme zu 3,50 CAD.

    BYD – erneuter Absatzrekord

    BYD ist als Batterieproduzent groß geworden, bevor die Entwicklung der E-Autos begonnen wurde. Dieser Technologievorsprung hat nun wohl sogar Tesla dazu bewogen, in Zukunft die Blade Batterien der Chinesen zu verbauen - ab 2024 hieß es zuletzt in verschiedenen Medien. Nachdem man jüngst Tesla bei den Absatzzahlen abhängen konnte, ist man nun auch beim Verkauf der Akkus für E-Autos auf dem Vormarsch. Galt man lange Zeit nur als Nr. 3 unter den Batterieherstellern, konnte man sich im Juli Platz 2 sichern und seinen Marktanteil um 2,2% auf 16,2% ausbauen. Vorne liegt CATL mit 33,5%.

    Bei den Absatzzahlen setzt der Konzern seine Rekordjagd fort. Im August konnte man 174.915 Fahrzeuge absetzen, was einem Plus von rund 185% entspricht. Damit hat man mehr als 1 Mio. Elektrofahrzeuge in diesem Jahr abgesetzt. Ab September sollen auch die ersten Fahrzeuge aus dem Joint-Venture mit Mercedes-Benz, der Denza D9 MPV, ausgeliefert werden. Ende nächsten Jahres will der CEO 4 Mio. Elektrofahrzeuge verkauft haben. Dazu investiert das Unternehmen weiter in den Ausbau der Produktionskapazitäten, unter anderem 4 Mrd. EUR in ein Bergbau- und Batterieprojekt in Yichun.

    Man sieht also, dass auch BYD versucht seine Wertschöpfungskette auszubauen um unabhängig zu operieren. Trotz all der guten Nachrichten ist die Aktie deutlich unter Druck. Grund dafür sind Verkäufe von Warren Buffet, der seit 2008 im Konzern investiert ist. Unter den Anlegern geht die Angst um, dass das Orakel von Omaha sich von sämtlichen Anteilen trennen könnte. Das würde nicht nur für zusätzlichen Druck in der Aktie sorgen, sondern auch Buffet Nachahmer zu Verkäufen verleiten. Schon jetzt ist die Short Quote in der Aktie gestiegen. Momentan zahlt man 28,42 EUR für einen Anteilsschein. Anfang Juli waren es noch 41,80 EUR.


    Der Lithium-Markt wird noch eine Weile volatil bleiben. Es bleibt die Frage, wie lange es braucht, bis genug Lithium produziert werden kann, um die Nachfrage zu decken. Edison Lithium hat eine Liegenschaft im angeblich drittgrößten Lithium-Sole-Reservoir weltweit. Hier werden die nächsten Bohrergebnisse interessant. Rock Tech Lithium dreht am großen Rad, indem man sich dem Flaschenhals der Lithiumverarbeitung verschrieben hat. Hier winken hohe Gewinne. BYD ist als Batterieproduzent und Elektrofahrzeughersteller auf Lithium angewiesen und investiert auch in diesem Bereich.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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