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16.03.2021 | 05:15

Defense Metals, Geely Motors, ThyssenKrupp – Achtung China kommt!

  • Metalle
Bildquelle: pixabay.com

Die Rohstoff-Rallye ist weiterhin in vollem Gange. Aus einer verkorksten Konjunkturprognose wurde eine Hexenjagd auf alle wichtigen Bestandteile für hochtechnologische Produkte. Ob Handys, Elektro-Fahrzeuge, nichtfossile Stromerzeugung- und Speicherung oder moderne Serverfarmen – überall werden sie benötigt: die Industriemetalle. Für besondere Anwendungen brauchen wir sogar Seltene Erden, diese sind wiederum Prozess einer politischen Forderungskette gegen den Hauptlieferanten: China. Wenn China diese wichtigen Stoffe nicht mehr ausliefert, können moderne Hightech-Produkte nicht mehr hergestellt werden. Nur woher bekommen, wenn nicht stehlen?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien
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Defense Metals – Eine wichtige Ressource entsteht

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Die Nachfrage in der Elektromobilitäts-Industrie (EV) führt zu Lieferengpässen in den wichtigen Metallen wie Kupfer, Nickel und Lithium. Für Nickel beispielsweise erwartet man, dass das Nachfragewachstum durch EVs zwischen 2019 und 2030 um das 14-fache steigen wird. Für Lithium und Kupfer wird ein Nachfragewachstum um das 9-10-fache erwartet. Viele Metalle werden in speziellen Regionen gewonnen, nicht selten gibt es dort wegen der hohen wirtschaftlichen Dimension politische Instabilitäten. So stammen beispielsweise rund 50 % des weltweiten Kobalts, eines weiteren wichtigen Materials, aus der Demokratischen Republik Kongo.

Ähnliches gilt für die sogenannten Seltenen Erden, eine spezielle Gruppe extrem rarer Metalle. Die Vorkommen von Seltenen Erden gibt es mit über 80% vor allem in China sowie in kleinerem Maße in Nordamerika. Aktueller Zankapfel auch unter Regierung Biden sind die Rüstungsexporte nach Taiwan, die der chinesischen Regierung ein erheblicher Dorn im Auge sind. Sollte es im Handelskrieg wieder in die nächste Eskalation gehen, könnten die elektromagnetisch so wichtigen Metalle wie Neodymium, Praseodymium, Dysprosium und Terbium auch mal auf der Sanktionsliste gegen die USA landen. Aktuell sind sich die westlichen Industrienationen sich einig, dass man längst von strategischen Metallen spricht, und eine Angebotsseite, die von China dominiert wird, nicht das Ei des Kolumbus sein kann. Also sucht man nach neuen Vorkommen, die in ihrer Erschließung die sukzessiv entstehenden Angebotslücken schließen könnten.

Der kanadische Explorer Defense Metals ist mit seiner Liegenschaft in Wicheeda, British Columbia in den Fokus der Investoren geraten, weil die Ergebnisse einer Röntgenstudie zeigen, dass die REE- Gehalte mittels kostengünstiger Front-End-Aufbereitung bestens gefördert werden können. Der Kurs sprang von 0,20 CAD im Dezember auf über 0,70 CAD im Februar 2021 an, denn das Defense Projekt tritt nun in eine neue Phase ein. Mit einem aktuellen Kurs von 0,46 CAD erreicht die Marktkapitalisierung nur 27 Mio. CAD, angesichts der angespannten Situation im Metallbereich ein interessantes Niveau.

Geely Automobile – Schlechte Absatzzahlen belasten den Kurs

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Der chinesische Automobilkonzern Geely Automobile Holdings Ltd. hat seine Auslieferungszahlen für den Monat Februar 2021 veröffentlicht und erneut enttäuscht. Das Wachstum geht zurück – von der E-Mobilität würde man aktuell etwas anderes erwarten. Im Monat Februar wurden insgesamt 77.221 Fahrzeuge abgesetzt, dies entspricht einem Plus von 265% zum Vorjahreszeitraum. Verglichen zum Vormonat mit 156.326 Einheiten brach der Absatz damit aber um mehr als die Hälfte ein. In den Absatzzahlen enthalten sind auch Fahrzeuge, die über das 50/50 Joint Venture Lynk & Co. verkauft werden.

Unter den insgesamt im Februar 2021 ausgelieferten Autos von Geely Automobile befanden sich 2.539 New Energy und Electrified Vehicles (NEEVs), eine deutliche Verschlechterung zum Vormonat mit 4.289 Einheiten, im Dezember waren es noch 7.171 Stück. Ohne Umschweife ist festzustellen, dass der Absatz von alternativen Antriebsmethoden zum Verbrennungsmotor stottert. Man könnte das chinesische Neujahrsfest heranziehen, aber wer definitiv ein neues Auto kaufen möchte, tut dies auch in einem Feiermonat (vielleicht dann erst recht).

Der Geely-Konzern hat natürlich noch deutlich mehr zu bieten. Im Dezember 2020 traf die Geely Technologiegruppe eine Vereinbarung mit dem chinesischen Daimler-Partner Farasis Energy, um die gemeinsamen Lithium-Ionen-Batterie-Interessen in einem Joint-Venture darzustellen. Da Geely wiederum an Daimler beteiligt ist, liegt eine Verquickung der Pläne aller drei Konzerne nahe. Der Kurs von Geely Automobile ist seit Januar 2021 unter Druck. Vom Hoch bei 3,63 EUR ging es zuletzt bis 2,40 EUR nach unten, das war aber gerademal die Wegstrecke, welche die Aktie im Dezember nach oben zulegen konnte. Auf Jahressicht hat sich der Wert immer noch verdoppelt.

ThyssenKrupp AG – Stahlstandort Deutschland in Gefahr

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Die Zukunft der deutschen Stahlbranche wirft nach wie vor viele Fragen auf. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat einem Staatseinstieg bei ThyssenKrupp einmal mehr eine Absage erteilt, so dass das Unternehmen selbst mit den Widrigkeiten des Marktes klarkommen muss. Gerade die deutlich billigere Konkurrenz aus China wird immer gefährlicher. Bereits seit Jahren hat die Branche mit Dumping-Importen zu kämpfen.

Vor ein paar Jahren noch galten etwa die Produkte aus dem Reich der Mitte als rückständig. Weder Qualität noch Nachhaltigkeit konnten mit der europäischen Konkurrenz mithalten, die sich auch deshalb für Importbeschränkungen stark machte. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Arnd Köfler, der Technologievorstand bei ThyssenKrupp Steel, machte öffentlich, dass gerade die neuen Stahlwerke in China auch den höchsten technologischen Ansprüchen genügten. Zudem baut das Land seine Kapazitäten bei Erneuerbaren Energien massiv aus, damit kann in Zukunft auch mehr grüner Strom für die klimafreundliche Stahlproduktion eingesetzt werden.

ThyssenKrupp steht deshalb wie die gesamte europäische Stahlindustrie unter technologischem Zugzwang. Etwas weiter gedacht würde man beispielsweise mit der Wasserstoff-Technologie gleich zwei Themen forcieren. Zum einen braucht die Automobilbranche dringend eine Alternative zur unsauberen Batterie, zum anderen könnte H2 die Produktion eines „grünen Stahl“ ermöglichen. Natürlich braucht man hier Mittel, die in der angeschlagenen Thyssen-Bilanz nicht so einfach herbeizuzaubern sind. Der Druck aus China wird sich also tendenziell noch verstärken.

Risikofreudige Anleger haben die Thyssen-Aktie erst mal nach oben gekauft, denn die Hoffnung auf eine Konjunkturwende soll auch bei Thyssen alles zum Besseren drehen. Mit 11,65 EUR ist die Aktie aber noch nicht über den Berg. Der charttechnische Ausbruch wäre erst bei Kursen über 13,20 EUR feststellbar.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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