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31.05.2022 | 05:10

Chip-Aktien drehen – Infineon, Nvidia und BrainChip in der nächsten Aufwärtswelle

  • Halbleiter
  • Chips
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Bildquelle: pixabay.com

Trotz des andauernden Chipmangels seit dem vergangenen Jahr und dem damit verbundenen boomenden Geschäft der Hersteller kamen diese in den vergangenen Wochen an der Börse gehörig unter Druck. Die Aussichten für die Branche sind weiterhin positiv, die Halbleiterknappheit wird bis mindestens 2023 anhalten und die Auftragsbücher der Produzenten sind prall gefüllt. Nun zeichnet sich bei vielen Unternehmen eine Bodenbildung ab. Langfristig dürften Nvidia oder AMD deutlich höher notieren. Auch ein Newcomer nimmt nach einer längeren Korrekturphase wieder Anlauf nach oben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040

Inhaltsverzeichnis:


    BrainChip mit trendbestätigender Korrektur

    Eine Korrektur in einer Größenordnung von 75% ist bei jungen innovativen Firmen, wie dem IP-Unternehmen BrainChip, eher trendbestätigend. Nach einer Kursexplosion im vergangenen Schlussquartal, die die Aktie der Australier von 0,30 EUR auf 1,67 EUR trieb, setzte anschließend eine stärkere Korrektur ein. So wurde Mitte des vergangenen Monats die Kurslücke bei 0,62 EUR geschlossen. Der Relative-Stärke-Indikator verzeichnete bereits ein Kaufsignal, der Trendfolgeindikator MACD steht kurz davor. Nächste Ziele dürften im Bereich einer Kurslücke sein, die sich diesmal auf dem Niveau bei 0,98 EUR befindet.

    BrainChip ist der global erste kommerzielle Hersteller von neuromorphen KI-Chips und bietet mit dem „Akida“ laut Unternehmensleitung „die effizienteste KI-Lösung, die jemals produziert wurde.“ Dabei ist der Akida-Prozessor äußerst stromsparend, hochleistungsfähig und unterstützt das Wachstum der Edge-KI-Technologie durch die Verwendung einer neuromorphen Architektur, einer Art künstlicher Intelligenz, die von der Biologie des menschlichen Gehirns inspiriert ist. Bei jeder Transaktion lernt Akida dadurch selbständig dazu und bietet sich somit für moderne Edge-Geräte an. Anwendungsgebiete sind neben dem autonomen Fahren die Robotik, die medizinische Diagnostik oder die Sicherheitstechnik.

    Untermauert werden die zuletzt wieder steigenden Kurse durch herausragende Nachrichten. Dabei kommt die Aufnahme Brainchip´s ins Partnerprogramm von ARM einem Ritterschlag gleich. Bei dem Partnerprogramm der Briten handelt es sich laut Mitteilung um ein Ökosystem von Hardware- und Softwarespezialisten, dass es den Entwicklern ermöglichen soll, die nächste Generation von KI-Lösungen zu entwickeln. Mohamed Awad, Vizepräsident für IoT und Embedded bei ARM, äußerte sich wie folgt: „Als Teil des KI-Partnerprogramms von ARM wird BrainChip es Entwicklern ermöglichen, den Bedarf an hochleistungsfähiger und extrem stromsparender Edge-KI-Inferenz zu decken und so neue Innovationsmöglichkeiten zu erschließen.“

    Infineon AG – Positive Signale

    Die Infineon Technologies AG mit Sitz in Neubiberg bietet Halbleiter- und Systemlösungen mit Schwerpunkt auf den Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit an. Dabei wächst der mit Abstand größte Chipkonzern Deutschlands schnell, die Nachfrage nach Halbleitern bleibt ungebrochen hoch. Nun will Infineon schneller die Fertigungskapazitäten erhöhen. „Künftig werden wir alle zwei, drei Jahre über eine große Investition entscheiden“, so der neue Produktionsvorstand Rutger Wijburg gegenüber dem "Handelsblatt". In der Vergangenheit habe der Konzern alle vier bis fünf Jahre eine neue Fabrik errichtet. „Es ist nicht auszuschließen, dass wir auch einmal große Vorhaben parallel vorantreiben“, sagte der Manager. Bislang haben die Münchner ein Werk nach dem anderen gebaut.

    Wijburg sagte weiter: „Zwölf Monate Lieferfrist sind inzwischen üblich bei den Tools, 18 Monate und länger sind auch keine Seltenheit.“ Der Manager wischte Bedenken beiseite, dass Infineon zu viel investieren könnte: „Strukturelle Überkapazitäten sind nicht zu erwarten. Denn es gibt kaum noch eine Innovation, die ohne Halbleiter auskommt.“ Nach dem Ausbau eines doppelten Bodens bei 25,23 EUR konnte die Aktie die Unterstützungszone nach oben verlassen. Ein markantes Kaufsignal würde durch Überschreiten des Widerstandsbereiches bei 33,26 EUR erfolgen.

    Nvidia – Die Suche nach dem Boden

    Mehr als 55% seit Mitte November des vergangenen Jahres betrug der Verlust des Branchenführers Nvidia. Von 346,57 USD ging es zurück auf 155,69 USD. Dreimal hielt bislang dieser Unterstützungsbereich, zuletzt lag die Aktie unter hohem Volumen rund 5% im Plus. Der Titel ist aktuell deutlich überverkauft, auch der Trendfolgeindikator MACD könnte demnächst ein Kaufsignal liefern, was zumindest auf eine stärkere Gegenbewegung hinweisen dürfte.

    Dabei vermeldete das Unternehmen am 25. Mai 2022 die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023. Es zeigt sich eine weiter starke Nachfrage nach Technik für Rechenzentren und Grafikkarten, die den Umsatz der US-Amerikaner im Vergleich zum Vorjahresquartal um 46% auf aktuell 8,29 Mrd. USD ansteigen ließ.

    „Wir haben Rekordergebnisse in den Bereichen Data Center und Gaming vor dem Hintergrund eines schwierigen makroökonomischen Umfelds erzielt“, sagte Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia. Dagegen fiel der Gewinn auf 1,61 Mrd. USD gegenüber 1,91 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Ein Grund für den Gewinnrückgang ist die gescheiterte Übernahme von ARM, weshalb Nvidia wie vertraglich festgeschrieben 1,35 Mrd. USD an Softbank zahlen musste.


    Nach den starken Kursverlusten in den vergangenen Wochen könnte bei den Aktien der Chipindustrie ein Boden erreicht werden. Während Nvidia nach den Zahlen performen konnte, will Infineon seine Fertigungskapazitäten weiter ausbauen. Auch das junge IP-Unternehmen BrainChip könnte nach dem Schließen eines Gaps die nächste Welle nach oben starten.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Chip-Aktien haben es derzeit schwer, obwohl der Markt unterversorgt ist und es wohl noch länger so bleiben wird. Das haben auch die Zahlen von Halbleiterausrüster ASML verdeutlicht. Die Bestellungen beim weltweit größten Anbieter von Lithografiesystemen für die Halbleiterproduzenten lagen in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 bei rund 7 Mrd. EUR und damit deutlich über den Markterwartungen. Zudem hat ASML die Ziele bis zum Jahr 2025 angegeben. Das Unternehmen will angesichts der großen Nachfrage die Produktionskapazitäten ausweiten. Von diesen positiven Branchenperspektiven sollte auch Mercedes-Partner BrainChip profitieren. Und natürlich Branchenschwergewichte wie Nvidia und Infineon.

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