Menü schließen




24.02.2022 | 04:44

BYD, Nio, Nordex, Phoenix Copper: Ohne Kupfer geht gar nichts mehr!

  • Hightech
  • E-Mobilität
  • Klimawende
  • Kupfer
Bildquelle: pixabay.com

Die Elektromobilität wird für die Energiewende im Verkehr immer wichtiger. Und mit ihr die Forschung und Entwicklung von Antrieben, Batterien und stromsparenden Komponenten. Neben der Stromspeicherung tritt aber auch die Fahrzeug-Verkabelung und die Bestückung mit Hightech-Komponenten in den Vordergrund. Ein Fahrzeug benötigt heute die drei bis vierfache Kupfermenge wie vor 20 Jahren, die Vorkommen auf der Erde sind aber erschöpflich und gerade bei Kupfer ziemlich auf Kante genäht. Ein Spotpreis von knapp 10.000 USD je Kilo zeigt deutlich, wie die Märkte diese Situation verarbeiten. Ein aktueller Konflikt, wie der um die Ukraine, sorgt zusätzlich für steigende Preise! Wo stecken die Chancen für Investoren?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: PHOENIX COPPER LTD. | VGG7060R1139 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    BYD und NIO – Neben China nun auch Australien und Europa

    BYD ist ein großer Nachfrager von Kupfer und einer der weltweit führenden Hersteller von Elektroantrieben mit bewährter Technologie für Autos, Busse, Lastwagen und Schienenfahrzeuge. Der chinesische Technologiekonzern forciert die internationale Expansion seiner Elektro-Fahrzeugflotte und bringt nun ein preiswertes emissionsfreies SUV nach Australien. Unter dem Namen "Yuan Plus" hat man in China bereits über 20.000 Einheiten absetzen können. Das günstige E-SUV ist bald auch in Australien unter dem Marktnamen "Atto 3" erhältlich, es soll in der Spitze 480km Reichweite bieten und unter 35.000 USD kosten. Der Neue dürfte also einen sehr guten Start haben.

    Die Fahrzeuge von NIO wurden bisher selten in Europa gesichtet. Nun präsentiert der E-Autohersteller aus China im April den ES7 mit Wechsel-Akku und bringt ihn noch in diesem Jahr auf den Markt. Es ist das erste SUV auf der neuen NT2.0-Plattform. Das fünfsitzige SUV mit E-Antrieb positioniert der Hersteller zwischen dem ES6 und ES8, die beide noch auf der ersten Generation von NIOs NT-Plattform basieren. Laut NIO-Vorstand Li Bin werden E-Autos der NT2.0-Plattform das am meisten fortgeschrittene autonome Fahrerlebnis bieten. Zum Preis der neuen E-SUVs gibt es bisher noch keine genaueren Angaben, sie dürften aber in Europa sehr konkurrenzfähig sein.

    Beide chinesischen Hersteller sind zuletzt stark im Kurs unter Druck gekommen. Bei BYD konnte die wichtige Chartlinie bei 25 EUR bislang gehalten werden, im Fall von NIO ging es allein in 2022 schon 30% abwärts. Mit dem aktuellen Krisen-Szenario ist nun auch die 20 EUR-Marke gefallen. Mittelfristig sind beide E-Fahrzeughersteller gut positioniert. Legen sie tiefe Abstauberlimite in den Markt.

    Phoenix Copper – Die Produktion ist schon in Reichweite

    Die Produzenten von Elektrofahrzeugen haben einen riesigen Bedarf an Kupfer. Auch die Hersteller von Energieanlagen und Hightech-Produkten ringen nach günstigen Langfristverträgen für die Versorgung mit dem roten Metall. Eine US-amerikanische Liegenschaft aus Idaho wird ab 2023 den Markt mit Kupfer beliefern. Es handelt sich um die in London notierte Phoenix Copper Ltd., sie besitzt die Rechte am Bergbauvorkommen Alder Creek. Das als Open-Pit klassifizierte Gebiet umfasst mittlerweile eine Größe von über 17qkm. Nach aktueller Milestone-Planung könnte die Förderung von Kupfer Mitte 2023 aufgenommen werden. Die Explorationsarbeiten wurden erst auf 1% der Fläche durchgeführt und weisen schon jetzt erhebliche Potenziale aus, welche eine industrielle Förderung rentabel machen. In der Machbarkeitsstudie wird von einem Umsatz von etwa 784 Mio. USD für die Laufzeit der Mine ausgegangen. Nur 300m entfernt entdeckte man bei drei oberflächlichen Untersuchungen auch hochgradiges Silber-Blei-Sulfid.

    Neben Empire besitzt Phoenix noch die historischen Untertage-Minen Horseshoe, White Knob und Blue Bird mit Kupfer, Gold, Silber, Zink, Blei und Wolfram-Vorkommen. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen. Mit Redcastle und Bighorn hat man noch zwei interessante Kobalt-Claims im Köcher, früher unter dem Namen First Cobalt bekannt. Alle Liegenschaften zusammen bilden ein sehr aussichtsreiches Portfolio für Phoenix, gerade in der Belieferung der Absatzmärkte in Hinblick auf die Klimaverbesserung und alternativer Energie-Erzeugung.

    Wie der CFO Richard Wilkins auf dem letzten International Investment Forum (IIF) erläutert hat, ist das Unternehmen mit 15 Mio. USD Cash für alle anstehenden Vorhaben gut finanziert. Der Betriebsstart bei Empire soll über Fremdmittel geschehen, damit gibt es künftig wenig Verwässerung. Die Experten von SISM Investors haben in einem aktuellen Research genaue Berechnungen angestellt und zollen auch der ESG-Strategie von Phoenix einen hohen Stellenwert.

    Die Projekte weisen „World Class“-Potentialwerte auf und der schon greifbare Produktionsstart führt zu einem 12-Monatskursziel von 144 GBp. Aktuell notiert die Aktie bei 48 GBp oder umgerechnet 56 EUR. Die Marktkapitalisierung von aktuell 56 Mio. Pfund könnte sich also spielend verdreifachen.

    Nordex – Mit der Krise bricht der Kurs schon wieder weg

    Der Kurs von Nordex ist schon wieder massiv unter Druck! Denn auch der Windanlagen-Hersteller ist von der Verfügbarkeit der verschiedenen Industriemetalle und insbesondere von funktionierenden Lieferketten abhängig. Hinzu kommt auch noch die Chip-Knappheit, welche die Produktion der Steuerelemente der Windräder erheblich verzögert. Das Unternehmen hat also in der Pandemie mit allen möglichen Widrigkeiten zu kämpfen.

    Aktuell prüft der Windanlagen-Hersteller die Zukunft seiner Rostocker Produktionsstandorte. Die Geschäftsführung hat den Betriebsräten mitgeteilt, dass es diesbezüglich Überlegungen über Veränderungen gibt. Zuerst hatte die "Ostsee-Zeitung" über eine mögliche Verlagerung von Produktionskapazitäten aus dem einzigen deutschen Standort Rostock ins Ausland berichtet. Die Kosten sind wohl in Deutschland nach wie vor zu hoch. Mit einer Auslagerung der Kerntätigkeiten gehen aber in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 2.000 hochwertige Industriearbeitsplätze in einer klimafreundlichen Zukunftsbranche verloren. Das sollte landespolitisch verhindert werden.

    Aktuell mehren sich leider auch negative Analystenkommentare. Die Experten der Bank of Amerika sehen ein großes Risiko in den Lieferketten. Nordex hatte in 2020/21 oft mit Verzögerungen in der Fertigstellung zu kämpfen, was letztendlich die Marge der Aufträge negativ beeinflusste. Die kurzfristige Entwicklung werde daher immer unberechenbarer, sagen die Experten. Hinzu kämen noch steigende Transport- und Rohstoffkosten. Die US-Bank stufte Nordex deshalb von „Kaufen“ auf „Neutral“ ab und senkte das Kursziel von 22,00 auf 14,50 EUR. Charttechnisch ist ein Halten der Region 10 bis 12 EUR sehr wichtig – nach oben geht es auch wieder schnell, wenn die 15,50 EUR erobert werden kann. Derzeit nur Beobachten!


    Die Hightech-Hersteller bekommen aktuell alle Widrigkeiten der Pandemie und der Russland-Krise zu spüren. Das führt zu höheren Beschaffungskosten und letztlich auch zu steigenden Verkaufspreisen. Der Konsument muss diese höheren Kosten bezahlen. BYD, NIO und Nordex haben solide Auftragslagen, aber das Umfeld bleibt höchst herausfordernd. Phoenix Copper wird von dieser Knappheitssituation extrem profitieren, wenn der Bergbaubetrieb aufgenommen wird.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 01.02.2023 | 05:10

    Rheinmetall, Defense Metals, Lynas – Es ist fünf vor zwölf!

    • Seltene Erden
    • Rohstoffe
    • Klimawende
    • Rüstung

    Schwere Waffen für den Frieden. Panzer, U-Boote und Kampfjets für die Ukraine, koste es was es wolle. Dieses Szenario ist gerade die bittere Realität und wird durch die Bank von den westlichen Politikern gefördert. Es klingt zwar wenig nachvollziehbar, aber um den Frieden zu garantieren, rüstet die Welt weiter auf. Unternehmen aus der Rüstungsbranche, inzwischen als nachhaltige Investmentchancen deklariert, haussieren. Mit dem brodelnden Konfliktherd in Taiwan nehmen die Spannungen noch einmal zu. Dabei hat China mit seinen Rohstoffen wie zum Beispiel bei seltenen Erdmetallen das Heft des Handelns in der Hand. Der Westen versucht krampfhaft, die Abhängigkeiten zu verringern, was kurzfristig unmöglich zu bewerkstelligen ist.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 25.01.2023 | 05:10

    Fission Uranium, GoviEx, Cameco – Uran: Neuer Superzyklus bahnt sich an

    • kernenergie
    • co2
    • Klimawende
    • energie

    Die internationale Gemeinschaft sieht es als dringende Notwendigkeit, die Stromerzeugung kohlenstofffrei zu machen, um die Menschen und den Planeten vor den Gefahren der Luftverschmutzung und des Klimawandels zu schützen. Um dies mit nachhaltigen Energien decken zu können, ist neben dem Ausbau von Wind- und Solarenergie die Kernenergie essenziell. Außer in Deutschland setzen die größten Industrieländer auf den Bau neuer Reaktoren. Doch aufgrund der Sanktionen gegen Russland trifft die steigende Nachfrage auf ein zu geringes Uranangebot. Nutznießer dieser Knappheit sind Uranproduzenten aus westlichen Gefilden.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 25.01.2023 | 05:05

    Bayer Aktie bald dreistellig? Barrick Gold und Desert Gold von Analysten gelobt

    • Gold
    • Edelmetalle
    • Chemie
    • Übernahme
    • Kupfer

    Wird Bayer zerschlagen oder winken dreistellige Kurse? Ersteres fordern Medienberichten zu Folge immer mehr Investoren. Zuletzt wohl auch Bluebell Capital Partners. Gemäß der Nachrichtenagentur Bloomberg fordert der britische Investor den DAX-Konzern auf, die Sparten Crop Science und Pharma zu trennen. Damit könnten Aktionäre 70% Wertsteigerungen winken. Auch Analysten sehen erhebliches Kurspotenzial und halten annähernd dreistellige Kurse für möglich. Gold glänzt ebenfalls wieder. Auch wenn dies insbesondere bei der Explorationsunternehmen noch nicht angekommen ist. Experten sehen beispielsweise bei Desert Gold die Chance auf eine Neubewertung – durch Übernahmefantasie und Bohrergbnisse. Neben B2Gold kommt auch Barrick Gold als Käufer in Frage. Der Branchenprimus wird auch selber zum Kauf empfohlen, trotz schwächelnder Q4 Ergebnisse.

    Zum Kommentar