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04.11.2021 | 05:10

BMW, Triumph Gold, Klöckner & Co – Es wird immer teurer

  • Inflation
Bildquelle: pixabay.com

Die Inflationsrate stieg in der Euro-Zone zuletzt auf 3,4% und erreichte damit den höchsten Stand seit 2008. Alles wird teurer, jedoch ist die Lage für EZB-Präsidentin Christine Lagarde beherrschbar. Getrieben von Sonderfaktoren, wie dem hohen Öl- und Gaspreis sowie Produktionsengpässen, schnellen die Preise in die Höhe. Eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation stehe jedoch vor 2023 nicht zur Debatte. Derweil liefern viele börsennotierte Unternehmen Rekordzahlen, die von den Preissteigerungen der Rohstoffe profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: TRIUMPH GOLD CORP. | CA8968121043 , KLOECKNER + CO SE NA O.N. | DE000KC01000 , BAY.MOTOREN WERKE VZO | DE0005190037


Klöckner & Co – Hohe Ausschüttung

Nach zwei Jahren ohne Dividende kam der Stahl- und Metallhändler Klöckner & Co. mit einer Dividenden-Ankündigung zwischen 0,90 EUR und 1,10 EUR um die Ecke und überraschte damit die Analystengemeinde, die im Durchschnitt mit 0,66 EUR Ausschüttung je Anteilsschein gerechnet hatte. Erneut konnte durch die positive Dynamik der Stahlpreise im dritten Quartal ein Rekordergebnis, das beste operative Ergebnis seit dem Börsengang, eingefahren werden. Es führte zu einem Umsatzwachstum um 59,3% auf 2 Mrd. EUR. Durch das verbesserte Marktumfeld beträgt das EBITDA, ausgehend von wesentlichen Sondereffekten von 40,00 Mio. EUR nach neun Monaten des Jahres 2020, 277 Mio. EUR.

Neben dem günstigen Marktumfeld zählten auch die positiven Effekte der Restrukturierungsmaßnahmen aus dem Projekt Surtsey zu den Gründen für das exzellente Ergebnis. Für das Gesamtjahr 2021 geht das Führungsteam von Klöckner & Co. weiterhin von einem EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten von rund 800 Mio. EUR aus. Die Investmentbank Warburg Research hat die Einstufung für Klöckner & Co nach den Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 15,50 EUR belassen.

Triumph Gold – Beste Voraussetzungen

Historisch gesehen sind die Rahmenbedingungen, die aktuell vorherrschen, eigentlich eine Steilvorlage für ein Investment in Gold. Historisch niedrige Zinsen, unbegrenzte Anleihe-Kaufprogramme und Notenbanken, denen die Hände aufgrund der hohen Staatsverschuldungen gebunden sind, die ultralockere Geldpolitik signifikant zu straffen. Trotzdem befindet sich das Edelmetall noch im Korrekturmodus. Das langfristige Bild mit Gold als Inflationsschutz sieht jedoch weiterhin positiv aus, spätestens wenn die Währungshüter eingestehen müssen, dass die Preissteigerung nicht nur temporär, sondern dauerhaft auf hohem Niveau verharren. Deswegen bietet sich im Moment ein antizyklisches Aufbauen von Positionen in Goldminen-Produzenten oder Explorationsunternehmen an.

Seit dem Hoch des vergangenen Jahres hat die Aktie von Triumph Gold eine Korrektur von über 60% hinter sich. Dabei kommen die Kanadier bei ihrem komplett im Besitz befindlichen Core-Projekt Freegold-Mountain im bergbaufreundlichen Yukon gut voran. Die Liegenschaft ist mit einer erstklassigen Infrastruktur ausgestattet und beherbergt drei Mineralvorkommen gemäß National Instrument 43-101, Nucleus, Revenue und Tinta Hill. Überdies besitzt das Explorations-Unternehmen 100% der Kupfer-Gold-Grundstücke Big Creek und Tad/Toro, in der Nähe des Freegold Mountain-Projekts.

Bereits im September schloss Triumph Gold ein zehn Löcher umfassendes Bohrprogramm mit insgesamt 6.615m Bohrtiefe ab. Mit den Ergebnissen dürfte im Laufe des Novembers gerechnet werden. Für das Gesamtjahr ist ein vollständig durchfinanziertes Bohrprogramm über insgesamt 8.000m angesetzt. Dies erfolgt unter Hinzunahme der neuesten Technik mittels künstlicher Intelligenz. Dabei identifizierte das System noch nicht ermittelte Grenzen der Mineralisierung und verbesserte das technische Verständnis für die Lagerstätten Nucleus und Revenue.

Die Gesellschaft besitzt aktuell einen Börsenwert von rund 21,5 Mio. EUR. Bei erfolgreichen Bohrergebnissen und einem langfristig anziehenden Goldpreis performten Explorationsunternehmen in der Vergangenheit überproportional.

BMW – Prognosen übertroffen

Ebenfalls mit starkem Zahlenwerk konnte der Autobauer BMW auftrumpfen und überraschte trotz der globalen Halbleiterkrise Anleger und Analysten gleichermaßen. Heraus sprang ein Rekordgewinn von 2,58 Mrd. EUR, was einem Anstieg um 42% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleichkommt. Zwar verkauften die Münchner „nur“ 593.177 Autos und damit knapp 12% weniger als in den Monaten Juli bis September 2020, die Halbleiter wurden jedoch in teurere, profitablere Modelle eingebaut, und wegen des geringeren Angebots musste BMW den Kunden weniger Rabatte geben.

„Wir sind auf der Ziellinie für unsere Jahresprognose und blicken zuversichtlich nach vorn“, sagte Nicolas Peter. „Wir rechnen damit, dass die Halbleiterversorgung uns auch noch über 2021 hinaus beschäftigen wird.“ Für das Gesamtjahr 2021 plant BMW mit einer EBIT-Marge im Segment Automobile von 9,5 bis 10,5% und einem „soliden Wachstum“ bei den Auslieferungen. Das US-Analystenhaus Bernstein Research meldete sich zu Wort und wiederholte das Urteil „Outperform“ mit einem Kursziel von 120 EUR.


Die Inflation trifft den Endverbraucher und belastet dessen Geldbörse. Unternehmen wie der Stahlhändler Klöckner & Co profitieren dagegen von den steigenden Preisen. Durch den Verkauf hochpreisiger Modelle konnte auch BMW ein Rekordergebnis vermelden. Auf positive Bohrergebnisse wartet derweil Triumph Gold.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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