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29.04.2022 | 05:10

BioNTech, NervGen, Sanofi - Der Rebound steht an

  • Biotechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Unsicherheiten sind weiter vorhanden. Zwar sinken in der Corona-Pandemie die Infektionszahlen und dürften in dieser Hinsicht einen ruhigen Sommer gewährleisten. Dafür rückte neben der auf hohem Niveau bleibenden Inflation der Ukraine-Konflikt auf die vorderen Nachrichtenseiten. Dieser sorgte in den vergangenen Wochen für Panik und starke Abverkäufe an den Aktienmärkten. Nachdem der DAX gestern noch einmal ein Zwischentief bei rund 13.500 Punkten markierte, drehte das Börsenbarometer und kämpft mit der psychologisch wichtigen Marke bei 14.000 Punkten. Nun begann die Quartalssaison, die positive Impulse liefern könnte. Commerzbank und Deutsche Bank machten den Anfang und konnten dabei durchaus überzeugen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NERVGEN PHARMA CORP | CA64082X2032 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , SANOFI SA INHABER EO 2 | FR0000120578

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech – Auf Messers Schneide

    Der Chart spiegelt, was aktuell beim Mainzer Biotechunternehmen passiert. Die Infektionszahlen gehen nach unten, die Impfpflicht ist in weite Ferne gerückt. Zudem deuten die Sommermonate auf eine weitere Entspannung der Corona-Lage hin. Eine schwierige Lage für das Ein-Produkt-Unternehmen, das nach dem Erfolg seines Impfstoffes Comirnaty seine enorm hohe Bewertung von 35,1 Mrd. USD verteidigen muss.

    Bei der FDA reichte BioNTech nun zusammen mit Partner Pfizer einen Antrag auf Notfallzulassung (EUA) für eine 10-µg-Auffrischungsdosis ihres Impfstoffs BNT162b2 COVID-19 bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren ein. Die Unternehmen fügten dem Antrag Daten aus einer Phase-2/3-Studie bei, in der eine Auffrischungsdosis bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren etwa sechs Monate nach Abschluss einer Primärserie getestet wurde. Die FDA hatte im Oktober 2021 eine EUA für eine Primärserie des Impfstoffs BNT162b2 für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren genehmigt.

    Charttechnisch kommt es nun auf die markante Unterstützung bei bereits 131,00 USD an. Sollte diese fallen, wäre ein deutlicher Ausverkauf durch das Fallen von mehreren Stopp-Loss-Marken möglich. Nach oben würden sich erst bei einem Überwinden des Widerstandes bei 183,27 USD die Fahnen Richtung positiv drehen.

    NervGen – Breites Spektrum

    Mit einem Börsenwert von 59,14 Mio. EUR ist das in Vancouver niedergelassene Unternehmen NervGen ausgestattet, die Historie geht jedoch weiter zurück als beim Impfstoffhersteller aus Mainz. Zudem forscht NervGen an einem Medikament, das neben Alzheimer, Multiple Sklerose und Schlaganfall auch andere Rückenmarksverletzungen heilen soll. Schon in den 1990er Jahren erkannte der Gründungswissenschaftler Dr. Jerry Silver, dass die genannten Krankheiten mit einer Schädigung des zentralen Nervensystems verbunden sind.

    Der renommierte Forscher auf dem Gebiet der Rückenmarksverletzungen und der regenerativen Medizin und Professor für Neurowissenschaften an der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio, sah, dass sich bei einer Schädigung des Nervensystems, sei es durch eine Verletzung oder eine Krankheit, eine Narbe um die verletzte Stelle bildet. Der Zweck der Narbe besteht darin, den Ort der Verletzung abzukapseln, um weitere Schäden zu verhindern und den Heilungsprozess einzuleiten. Jedoch hemmt ein Bestandteil der Narbe, ein Glykoprotein namens Chondroitinsulfat-Proteoglykan (CSPG), die körpereigene Fähigkeit zum Nachwachsen und zur Regeneration des zentralen Nervensystems. Mit dem Medikament NVG-291, sollen die natürlichen Selbstheilungskräfte des Nervensystems wieder hergestellt werden und das Wachstum neuer Nervenverbindungen gewährleistet werden. Darüber hinaus soll die Schutzhülle um die Nerven erneuert werden. Dass dies funktioniert, zeigten Studien an gelähmten Mäusen, die sich nach der Behandlung mit NVG-291 wieder bestens bewegen konnten.

    Mit Craig Thompson wurde nun ein ausgesprochener Fachmann in das Board of Directors von NervGen geholt. Dieser war zuletzt CEO von Neurana Pharmaceuticals und in der Vergangenheit an der mehr als 700 Mio. CAD teuren Übernahme von Trius Therapeutics durch Cubist Pharmaceuticals beteiligt und soll seine Erfahrung bei der Fortsetzung der klinischen Phase1-Studie einbringen. Darüber hinaus plant das Unternehmen noch im laufenden Geschäftsjahr den Beginn der Wirksamkeitsstudien der Phase 1b/2. Für enorme Kursphantasie dürfte der geplante Gang an die NASDAQ im Laufe des Jahres 2022 sorgen. Spätestens dann dürfte die innovative Technologie bei einem breiterem Börsenpublikum für deutlich mehr Aufsehen sorgen. Ein ausführliches Vorstands- Interview können Sie hier lesen.

    Sanofi – Auf dem richtigen Weg

    Die Analystenprognosen wurden sowohl bei Gewinn als auch Umsatz geschlagen. Der Jahresauftakt des aus der Fusion von Sanofi-Synthélabo und Aventis entstandenen französischen Pharmakonzerns ist mehr als geglückt. Neben dem Blockbuster-Medikament Dupixent gegen Neurodermitis- und Asthma lief auch das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten besser als erwartet. Im Konzern stiegen die Umsätze um 12,6% auf 9,67 Mrd. EUR. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich um 16% auf 3,07 Mrd. EUR.

    Der Sanofi CEO, Paul Hudson, kommentierte das hervorragende Ergebnis in einer Pressemeldung: „Wir haben einen starken Start ins Jahr 2022 hingelegt, der von der anhaltend hervorragenden Leistung von Dupixent®, dem zweistelligen Wachstum unseres CHC-Geschäfts und verbesserten Margen im ersten Quartal getragen wurde. Im Bereich F&E haben wir unsere Investitionen erhöht, um unsere schnell voranschreitende Pipeline voranzutreiben, die im Berichtszeitraum durch BD-Kooperationen wie Seagen, IGM, Exscientia und Blackstone weiter gestärkt wurde. Wie auf unserer Investorenveranstaltung im März hervorgehoben wurde, konzentrieren wir uns weiterhin auf unseren Weg zur Branchenführerschaft in der Immunologie mit einer breiten Palette neuartiger Therapien in der Entwicklung, einschließlich zusätzlicher Indikationen für Dupixent® bei Krankheiten wie Prurigo Nodularis und eosinophiler Ösophagitis, für die kürzlich die Zulassung beantragt wurde.

    Darüber hinaus freuen wir uns besonders über die positiven Ergebnisse der Zulassungsstudie für Efanesoctogog alfa, unsere potenziell revolutionäre Behandlung für Hämophilie-A-Patienten, deren Einreichung für Mitte des Jahres geplant ist. Mit der Entscheidung für die vorgeschlagene Börsennotierung der EUROAPI-Aktien und die Abspaltung des Unternehmens durch eine außerordentliche Dividende haben wir auch in diesem Quartal unsere strategischen Prioritäten gut umgesetzt. Auf der Grundlage des starken ersten Quartals sind wir auf dem besten Weg, unsere Finanzprognose für 2022 trotz des schwierigen Geschäftsumfelds zu erfüllen." Bereits vor den Zahlen konnte das französische Unternehmen ein neues Allzeit-Hoch erklimmen. Aufgrund der überkauften Lage sollten Anleger den Wert beobachten.


    Der DAX könnte nach dem nochmaligen erfolgreichen Abprallen an der 14.000er-Marke seine Korrektur beenden. Im Biotechnologie- und Pharmabereich glänzt Sanofi mit Zahlen. Bei BioNTech ist ein weiterer Rutsch nach unten nicht ausgeschlossen. Das Biotechnologieunternehmen NervGen besitzt durch die innovative NervGen-Technologie großes Potenzial.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Kommentar von Stefan Feulner vom 19.04.2022 | 05:10

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 21.03.2022 | 04:44

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    Der Biotech-Sektor und dort insbesondere die Impfstoffhersteller gerieten zuletzt etwas aus der Mode, denn die umfangsreichsten Corona-Maßnahmen dürften wir in Deutschland gesehen haben. Ebenso lässt sich die allgemeine Impfbereitschaft wohl nicht mehr steigern und die Impfpflicht wurde sang und klanglos unter den Tisch fallen gelassen, nachdem Juristen sich schon massiv zur Klagewelle formiert hatten. Nachdem nun aber die Omikron-Infektionszahlen in ungeahnte Höhen explodieren, darf man nach einem Sommer mit Verschnaufpause auch wieder mit einem heißen Herbst rechnen. „Corona ist gekommen, um zu bleiben!“, sagte Karl Lauterbach als er noch nicht Gesundheitsminister war. Wir blicken auf einige Aktien, die jüngst wieder stark anspringen.

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