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19.04.2022 | 05:30

BioNTech, Almonty Industries, Steinhoff – bei welcher Aktie fliegt zuerst der Deckel weg?

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Bildquelle: pixabay.com

An der Börse kommt es bei einigen Aktien immer wieder zu längeren Seitwärtsphasen, obwohl die Unternehmen operativ gut performen. Hier lohnt es sich für einen Investor genauer hinzuschauen, um den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg zu antizipieren. Dabei kann man auf die Charttechnik zurückgreifen, den Newsflow im Blick behalten oder die fundamentalen Daten genauer analysieren. Ist man von einem Unternehmen überzeugt, kann man gerade in Seitwärtsmärkten gut eine Position aufbauen. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, bei denen der aktuelle Deckel wegfliegen könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech – Produktpipeline gefüllt

    Mit den Spekulationen um eine mögliche Corona Endemie ging die Aktie von BioNTech auf Tauchstation. Im Frühjahr titelten die Zeitungen von einer Impfmüdigkeit und seitdem tendiert der Wert seitwärts. Doch ist das gerechtfertigt? Immerhin dürften die Mainzer auch in diesem Jahr noch viele laufende Abnahmeverträge haben, die weiterhin Geld in die Kassen spülen. Man sollte auch die prall gefüllte Produktpipeline des Biotech-Unternehmens nicht vergessen. Durch den Corona Impfstoff wurde die Tür geöffnet für weitere mRNA-Anwendungsgebiete. Eins davon ist Krebs. Die Entwicklung der weiteren Pharmazeutika kann das Unternehmen mit den Gewinnen aus dem Impfstoff problemlos vorantreiben. Gelingt dem Unternehmen der nächste große Wurf?

    Neben den angesprochenen Krebsheilmitteln wird auch an HIV, Malaria, Tuberkolose und der Grippe geforscht. Gelingt in einem der Gebiete der Durchbruch, wäre der nächste Blockbuster geboren. Doch auch im Hinblick auf den kommenden Herbst arbeitet das Unternehmen an einem Impfstoff gegen die Omikron Variante und versucht sich gegen neue mögliche Corona-Varianten zu wappnen. Gleichzeitig möchte man eine vollständige bedingte Zulassung in Europa zu erreichen, um den Wirkstoff auch in Zukunft weiter vermarkten zu können. Momentan steigt die Chance den Impfstoff in China absetzen zu können, da Shanghai noch immer unter der Zero-Covid-Strategie leidet. Hier ist der asiatische Partner Fosun gefordert, die Tür ins Reich der Mitte aufzustoßen.

    Das Coronavirus wird nicht verschwinden, sondern uns wie die Grippe weiter begleiten. Das Potential für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens ist vorhanden und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 4 ist die Aktie auch nicht mehr teuer. Momentan befindet sich die Aktie am oberen Ende des Seitwärtskanals bei 162,85 EUR. Schlusskurse über 170,00 EUR würden den Abwärtstrend brechen und würden einen Test der 190,00 EUR initiieren. Gelingt der Ausbruch nicht ist ein Test des Supportbereichs zwischen 111,00 und 120,00 EUR wahrscheinlich.

    Almonty Industries – zusätzliche Nano-Wolframoxid-Verarbeitungsanlage?

    Bei Almonty Industries handelt es sich um einen Wolframproduzenten, der sich auf den Erwerb von notleidenden Betrieben fokussiert hat und dabei ist, die größte Wolframmine außerhalb Chinas in Betrieb zu nehmen. Mit der Sangdong Mine in Südkorea wird das Unternehmen in Zukunft zwischen 7-10% des weltweiten Wolfram Angebots abdecken. Die weltweite Nachfrage wird in den kommenden Jahren stetig zwischen 3-7% steigen, damit das Angebot übersteigen und die Preise weiter klettern lassen. Allein im letzten Jahr stiegen die Preise um mehr als 40%. Doch trotz all dieser positiven Aussichten läuft die Aktie seit Juli vergangenen Jahres seitwärts. Die Frage ist also, wann hier der Deckel wegfliegt.

    Die Sangdong Mine soll eine potentielle Lebensdauer von 90 Jahren besitzen bei den niedrigsten Produktionskosten weltweit und den höchsten Wolframoxid-Gehalten. Der Produktionsbeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Zuletzt wartete das Unternehmen mit zwei weiteren positiven Meldungen auf. Um die Lieferketten in Südkorea zu stärken wurde ein Memorandum of Understanding gemeinsam mit der südkoreanischen Regierung und Hannae For T, einem Spezialisten für die Wiederaufbereitung von seltenen Metallen unterzeichnet. Zwei Tage später wurde ein 'Letter of Intent' über weitere 50 Mio. USD Finanzierung einer Nano-Wolframoxid-Verarbeitungsanlage mit der KfW IPEX-Bank bekannt gegeben. Mit der Anlage könnte die südkoreanische Batterieanoden-Herstellungsindustrie beliefert werden.

    Zusätzlich beherbergt die Sangdong Liegenschaft noch ein größeres Molybdän Vorkommen, was ebenfalls wirtschaftlich erschlossen werden kann. Hinzu kommt die produzierende Panasqueira Mine in Portugal, sowie 2 Projekte in Spanien, von denen eines kurzfristig in Produktion gebracht werden kann. Das Sangdong Projekt ist voll durchfinanziert, so dass von dieser Seite keine Probleme zu erwarten sind. Sobald die Sangdong Mine ihre Produktion aufnimmt dürfte es mit der Seitwärtsphase bei der Almonty Aktie vorbei sein. Seit Juli notiert die Aktie zwischen 0,60 und 0,75 EUR. Wer in ein seltenes Metall wie Wolfram investieren will kommt an der Aktie von Almonty nicht vorbei. Weitere Informationen findet man auf reasearchanalyst.com.

    Steinhoff – Wegfall der Corona Maßnahmen als Chance

    Bei Steinhoff stand 2021 die Frage im Vordergrund ob es der Konzern schafft, sich mit seinen Gläubigern auf einen Vergleich zu einigen. Nach vielen juristischen Winkelzügen und Verzögerungen gelang eine Einigung. Viele Aktionäre glaubten, dass die Aktie nach dieser Meldung deutlich anziehen würde, doch das war nur kurz der Fall. Mittlerweile notiert die Aktie in etwa wieder in dem Bereich, wo sie vor dem Vergleich war. Die Frage ist, ob es dem Konzern gelingt seine Verbindlichkeiten weiter zu reduzieren. Gelingt das ohne eine Verwässerung der Altaktionäre wäre der Weg frei für höhere Kurse.

    Da Steinhoff seine Umsätze überwiegend im stationären Handel erzielt könnte der Wegfall der Corona Maßnahmen für steigende Kaufbereitschaft sorgen. Zumal durch die Inflation alles teurer wird und die Leute lieber jetzt ihr Geld ausgeben, als später wo es weniger wert sein dürfte. Zudem sind die Produkte von Steinhoff eher im günstigen Bereich angesiedelt, was bei weniger Geld mehr Kunden anzieht. In Osteuropa ist die Steinhoff Tochter Pepco stark vertreten. Mit dem Flüchtlingen aus der Ukraine könnten Millionen neuer Kunden hinzukommen.

    Aber auch bei der US-Beteiligung Mattress Firm sieht es nach einem Kostensenkungsprogramm deutlich besser aus. Im vierten Quartal steuerte die Beteiligung 987 Mio. EUR Umsatz zum Konzernergebnis bei. Damit erhöhen sich die Chancen, dass Mattress an die Börse gebracht werden kann. Das würde die Konzernbilanz sicherlich aufwerten. Die Aktie notiert aktuell bei 0,19 EUR und damit zwischen dem Support bei 0,16 EUR und dem Widerstand bei 0,244 EUR. Man muss aber wissen, dass die Schulden von rund 9,7 Mrd. EUR drücken und ohne eine Reduzierung weiteres Unheil droht.


    Momentan sieht BioNTech am vielversprechendsten aus, da die Gewinne schon sprudeln und die Zukunftsaussichten gut sind. Platz 2 geht an Almonty, der die weltweit größte Wolframmine außerhalb Chinas erschließt und damit zum Big Player bei dem kritischen Rohstoff aufsteigt. Steinhoff kämpft noch immer um seine Zukunft und bleibt riskant.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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