Menü

26.10.2020 | 05:50

Bechtle, PayPal, wallstreet:online: Welcher Digitalisierungsgewinner hat Potenzial?

  • Brokerage
  • Digitalisierung
  • Bezahlung
  • Skalierbarkeit
Bildquelle: pixabay.com

Digital ist besser! Das ist gilt inzwischen für alle Branchen. Längst sind Investments in Technologie nicht mehr auf Titel wie Amazon oder Alphabet beschränkt. Selbst Einzelhandelsmarken wie der Schuhhersteller Crocs profitieren und bieten Anlegern attraktive Chancen: Während der Lockdowns konnte Crocs seinen Umsatz fast halten und stach so die Konkurrenz aus – warum? Das Unternehmen hatte bereits früh in seine eCommerce-Strategie investiert. Ein wahrer Pionier, wenn es um IT geht ist das Systemhaus Bechtle. Immer dann, wenn Unternehmen oder auch Behörden einen Bedarf an Digitalisierung erkennen, ist Bechtle zur Stelle und unterstützt.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: DE000A2GS609 , DE0005158703 , US70450Y1038


Bechtle macht Behörden digital

WKN: 515870 ISIN: DE0005158703 Symbol: BC8
Dass Bechtle ein Pandemie-Gewinner ist, zeigen auch die Zahlen. Im zweiten Quartal gelang sogar ein Wachstum. Die Systemhaus-Sparte richtet sich unter anderem stark an Behörden. Hier herrscht großer Digitalisierungsbedarf. Die Pandemie führt beispielsweise dazu, dass über Jahre aufgeschobene Maßnahmen inzwischen umgesetzt werden. Bestes Beispiel sind die Gesundheitsämter, die digitalisiert werden sollen. Dazu stellt die Politik ab 2021 einen Milliardenbetrag zur Verfügung.

Bechtle ist vor allem in den deutschsprachigen Ländern stark und wächst seit Jahren organisch. Das Unternehmen ist mit etwas mehr als 7 Mrd. EUR bewertet und blickt an der Börse auf einen langen Aufwärtstrend zurück. Auf Sicht von einem Jahr legte die Aktie um satte 63% zu. Zuletzt schwächelte der Wert allerdings etwas. Angesichts des unaufhaltbaren Digitalisierungstrends und vieler etablierter Geschäftsbeziehungen dürfte allerdings auch Bechtle seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Vor allem Behörden könnten das Wachstum vorantreiben.

Paypal: Trotz Krypto-Fantasie teuer

WKN: A14R7U ISIN: US70450Y1038 Ticker-Symbol: 2PP
Seit jeher digital ist der Zahlungsanbieter PayPal. Als Breitband-Internet in Deutschland nicht flächendeckend verfügbar und das Netz für viele Menschen tatsächlich Neuland war, brachte PayPal bereits seinen Bezahldienst an den Start. Das Prinzip des Bezahlens mit nur wenigen Klicks hat Paypal perfektioniert. Auch auf dem Smartphone gelingen Bezahlvorgänge in Windeseile – Fingerabdrucksensor sei Dank.

Kürzlich kündigte PayPal sogar an, künftig Kryptowährungen anbieten zu wollen. Millionen PayPal-Kunden, die bislang wenig mit Bitcoin und Co. zu tun hatten, dürften sich für das Thema interessieren. Gelingt der Einstieg in die Krypto-Welt dank PayPal ebenso reibungslos, wie vor vielen Jahren der Einstieg ins Mobile Payment, dürfte der US-Bezahldienstleister mit seinem Krypto-Angebot einen Nerv treffen.

PayPal wächst schon aktuell äußerst rasant und expandiert auch mit seinen Bezahllösungen auf neue Märkte. Hinzu kommt der Schub durch Corona: Im Netz bestellen oder auch kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen ist einfach angesagt und schiebt auch den Aktienkurs von PayPal an. In den vergangenen zwölf Monaten legte der Wert um knapp 100% zu. Auch zuletzt ist wenig von Schwäche zu sehen. Die Bewertung ist aber bereits ambitioniert.

wallstreet:online: Portalgeschäft plus vielversprechendes Brokerage

WKN: A2GS60 ISIN: DE000A2GS609 Symbol: WSO1
Mit einer Bewertung von rund 150 Mio. EUR ist die Aktie von wallstreet:online eher ein kleiner Midcap. Doch das Unternehmen hat es in sich. Seit Jahren als die Anlaufstelle für Privatanleger bekannt, hat das Medienunternehmen rund um Finanzen und Börse immer mehr zugekauft.

Inzwischen liefert wallstreet:online neben Diskussionsforen auch Börsennews und bietet ein breites Spektrum an Medienangeboten. Dass dies ein guter Vertriebskanal ist, zeigt sich auch bei den jüngst gestarteten Broker-Aktivitäten: Die Broker-Sparte von wallstreet:online wächst schneller als gedacht und erweitert das Geschäftsfeld des Unternehmens. Unkomplizierter Aktienhandel zu günstigen Konditionen scheint gerade während der Pandemie gefragt zu sein.

Analysten sehen rund 30% Kurspotenzial
So ähnlich sieht das auch das Analysehaus AlsterResearch. Die Experten sehen wallstreet:online als wachstumsstarkes Unternehmen auf einem soliden Fundament und rufen das Kursziel von 14,10 EUR aus – das sind rund 30% über dem aktuellen Kurs. Die Analysten betonen, dass das Broker-Geschäft in manchen Teilen über das Angebot der Konkurrenz anderer Neo-Broker hinausgehe und damit gute Chancen habe, am Markt erfolgreich zu sein. Das klassische Portalgeschäft sei für wallstreet:online verlässlich, stark im Markt positioniert und habe auch während der Hochphase der Pandemie eine positive Entwicklung gezeigt.

Die Gewinner der Digitalisierung finden sich vor allem auch in der Nische. Während PayPal aus dem Nischen-Dasein längst herausgewachsen ist, können deutsche Titel wie Bechtle oder wallstreet:online punkten. Vor allem letzteres Unternehmen sieht mit seinem jungen Broker-Geschäft und der zahlreichen eigenen Vertriebskanäle vielversprechend aus.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von André Will-Laudien vom 13.07.2021 | 04:28

Teamviewer, Wallstreet:Online, Deutsche Post – Die digitale Gewinnerliste!

  • Digitalisierung

Als der Dotcom-Boom zur Jahrtausendwende seinen Lauf nahm, kamen viele unausgereifte und chancenlose Geschäftsmodelle an den Markt. Jede Idee brauchte eine Börsennotiz – dann folgte der Techno-Crash und schon waren viele der Unternehmen wieder verschwunden. Die COVID-Pandemie hat einen Digitalisierungsschub ausgelöst – einige neue Errungenschaften bestimmen nun die Arbeitswelt jedes Einzelnen und verändern im Ganzen die Gesellschaft. Die erfolgreichen Geschäftsmodelle zeigen ihre Stärken vor allem in den Lebensbereichen, die nun im Vordergrund stehen: Distant Working, Fintech und Delivery Systems. Wir blicken drei Protagonisten in die Karten…

Zum Kommentar

Kommentar von Armin Schulz vom 23.06.2021 | 05:20

Commerzbank, wallstreet:online, Volkswagen – Über Insiderkäufe, E-Transformation und Buchwerte

  • Internetportal
  • Brokerage
  • E-Autos
  • Commerzbank
  • wallstreet:online
  • Volkswagen

Am vergangenen Freitag war sogenannter "Hexensabbat" und der DAX gab mehr als 300 Punkte nach. Doch schon Montag waren die Käufer zurück. Alle Zeichen stehen auf Wirtschaftserholung, auch in den USA. Dort hat die FED bekanntgegeben, nicht vor 2023 die Zinsen erhöhen zu wollen, und das trotz einer Inflation, die noch deutlich über der in Deutschland liegt. Die Europäische Zentralbank hat bis jetzt in punkto Zinserhöhung noch gar nichts verlauten lassen. Es wird versucht, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Wir erinnern uns - einst versuchte Draghi vergeblich eine Inflation anzufachen. Mit etwas viel Delay, kommt der Zug nun offenbar an. Eine Inflation von 2-3% würde die EZB dann sicherlich gerne über einen längeren Zeitraum sehen. Und das lässt die Investition in Aktien oder sonstige Sachgüter weiterhin attraktiv erscheinen.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 03.06.2021 | 05:21

Broker im Sturm der Digitalisierung – Commerzbank, Wallstreet:Online, Palantir, SAP

  • Brokerage
  • Technologie

Der Börsen-Wahnsinn geht in die nächste Runde. War es zuletzt GameStop, ist es nun AMC Entertainment. Plus 600% in 2 Wochen und vorgestern ein glatter Verdoppler an einem Tag. Die Aktie startete bei 30 und lief im Hoch bis 70 USD. Gestern kam dann die Emission von 11 Mio. Aktien, um angeblich die Liquidität zu erhöhen. Guter Marketing-Gag! Das Unternehmen nutzt natürlich den hohen Aktienkurs um 500 Mio. USD zu platzieren. Dies ist eine Summe, die das Unternehmen vor einem halben Jahr gar nicht einwerben hätte können. Gestern warnte das Unternehmen vor dem viel zu hohen eigenen Aktienkurs und der Kurs folgte der Verlautbarung auf den Fuß.

Zum Kommentar