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22.11.2021 | 06:16

Alibaba, Troilus Gold, Secunet Security Networks – Neue Hochs nach Rücksetzern?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Inflation wächst, es gibt Lieferkettenprobleme und auch die Corona-Zahlen steigen in vielen Ländern. Da überrascht es, dass fast alle Indizes nahe ihren Hochs notieren. Für einige Aktien gilt das nicht, da es immer wieder Unternehmen gibt, die die hochgesteckten Erwartungen von Analysten nicht erfüllen können. In diesen Fällen gibt der Kurs der Aktien oft nach. Eine andere Möglichkeit sind Kapitalerhöhungen, die die Anteile der Anleger verwässern und so für einen Rücksetzer sorgen. Manchmal sind solche Gelegenheiten allerdings günstig, um den Einstieg in ein Wertpapier zu finden. Dahingehend analysieren wir heute drei Unternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , TROILUS GOLD CORP. NEW | CA8968871068 , SECUNET SECURITY AG O.N. | DE0007276503

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – Prognose gekappt

    Chinesische Unternehmen hatten es im letzten Jahr nicht leicht an den US Börsen. Das lag vor allem an der chinesischen Regierung, die die Geschäfte seiner Tech-Riesen immer wieder ausbremste. So auch jenes des 'asiatischen Amazons' Alibaba. Das Unternehmen ist in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig: Einzel- und Onlinehandel, Cloud-Computing, Digitale Medien und Unterhaltung sowie Innovationsinitiativen, wie beispielsweise Künstliche Intelligenz oder Deep Learning. Das Unternehmen ist also diversifiziert aufgestellt.

    Die jüngsten Quartalszahlen konnten die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Der Umsatz stieg zwar im Vorjahresvergleich um 29% und es konnten 62 Mio. neue Kunden gewonnen werden, doch das bereinigte EBITDA fiel um 32% auf 4,35 Mrd. USD. Der Rückgang kann auf Investitionen in den Binnenkonsum, die Globalisierung und das Cloud-Computing zurückgeführt werden. Lediglich beim Cloud-Computing lag man über den Erwartungen der Analysten. Am schlimmsten war die Reduzierung der Jahresprognose von 30% auf 20-23%.

    Mit den Zahlen gab die Aktie deutlich nach und nähert sich dem Jahrestief von 138,43 USD. Sollte diese Marke gerissen werden, liegt der nächste Support bei 130 USD. Nachdem im Oktober bekannt wurde, dass eine Firma von Charlie Munger Aktien von Alibaba gekauft hat, sprang die Aktie an. Auch der Konzern selbst hat im Quartalsbericht angegeben, 26,9 Mio. Aktien zurückgekauft zu haben. Die Mehrzahl der Analysten hat ihre Kursziele gesenkt, diese liegen aber oftmals über 200 USD. Aktuell liegt der Aktienkurs bei lediglich 140,34 USD.

    Troilus Gold – Ressourcenupdate mit Spannung erwartet

    Die Aktionäre von Troilus Gold mussten nach der Bought-Deal-Finanzierung im Juni diesen Jahres einen Rückschlag beim Kurs hinnehmen. Die Aktie fiel von 1,16 Kanadischen Dollar (CAD) bis auf 0,68 CAD. Daraus resultiert ein Kassenbestand von etwa 53 Mio. CAD, um die weiteren Schritte zum Goldproduzenten zu vollziehen. Das Troilus Gold Projekt liegt in Quebec, Kanada und umfasst 1.420 qkm. In der Troilus Mine wurden von 1996 bis 2010 mehr als 2 Mio. Unzen Gold und 70.000 Tonnen Kupfer abgebaut, bis der ehemalige Besitzer glaubte, die Mine wäre ausgereizt.

    2017 übernahm das Unternehmen die alte Mine und begann mit weiteren Explorationsarbeiten. Es wurden mehr als 150.000m gebohrt bis zur ersten Ressourcenschätzung, die insgesamt 8,1 Mio. Unzen Goldäquivalent ergab mit einem Verhältnis von 85% Gold zu 15% Kupfer. Seit dieser Wertstudie (PEA) wurden inzwischen weitere gut 81.000m gebohrt. Am 19. Oktober konnte das Unternehmen die Erweiterung der PEA-Vorkommen um 300m mit bis zu 4,9 g/t Goldäquivalent in der Southwest Zone vermelden. In der J-Zone wurden ebenfalls bis 4,4 g/t Goldäquivalent gefunden. Insgesamt kann man somit von einem größeren Ressourcenupdate ausgehen. Jenes soll im ersten Halbjahr 2022 herauskommen, genauso wie eine vorläufige Machbarkeitsstudie.

    Das Unternehmen legt viel Wert auf Nachhaltigkeit, so kommen 83% der verbrauchten Energie aus Erneuerbaren Energien. Auch die Anzahl der weiblichen Vollzeitbeschäftigten liegt weit über dem Branchendurchschnitt. Im August erhielt das Unternehmen die ECOLOGO Zertifizierung, als erster Explorer überhaupt. Die Aktie notiert aktuell bei 0,87 CAD. Legt man nur die aktuellen Ressourcen zugrunde, kommt man auf mehr als 1,5 Mrd. CAD. Die Marktbewertung des Unternehmens liegt bei lediglich 171 Mio. CAD. Hier kann man Gold also unter dem Marktpreis erwerben.

    Secunet Security Networks – fundamental immer noch teuer

    Das Essener S-Dax Unternehmen Secunet Security Networks ist im Bereich der Cyber-Security tätig und bietet seinen Kunden neben herkömmlichen IT-Sicherheitslösungen auch Speziallösungen für biometrische Erfassung, Verschlüsselungs- oder Grenzkontrollsysteme. Das Unternehmen profitierte von der Corona Pandemie und der Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen, die auch entsprechend gesichert werden mussten.

    Nach einer Rallye von etwa 400% in den letzten zwei Jahren gab das Unternehmen am 12. November einen Ausblick auf das Jahr 2022. Der fiel schlechter aus als für 2021 und so sackte die Aktie um 15% ab. Der Umsatz soll um 10 Mio. auf 320 Mio. EUR fallen. Beim Gewinn sollen es 2022 etwa 50 Mio. EUR werden, 9 Mio. EUR weniger als 2021. Als Grund hat das Unternehmen eine voraussichtlich sinkende Zahl von Homeoffice-Arbeitsplätzen angegeben. Zudem soll in Mitarbeiter und neue Technologien investiert werden.

    Die wachstumsverwöhnten Anleger verkauften reihenweise Aktien, nachdem zuvor am 9. November noch ein neues Allzeit-Hoch mit 608 EUR erreicht wurde. Nach der Meldung rutsche die Aktie jedoch bis auf 435,50 EUR ab. Seitdem geht es seitwärts und der Wert notiert aktuell bei 449 EUR. Auf lange Sicht ist der Bereich der IT-Sicherheit aufgrund der steigenden Anzahl von Hackerangriffen und immer mehr Digitalisierung sicherlich ein Wachstumsmarkt. Doch selbst nach dem Kursrutsch liegt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis noch bei über 58. Das ist immer noch recht teuer.


    Alle drei Unternehmen haben einen Kursrückgang zu verkraften. Alibaba investiert und so wird der Gewinn kleiner. Außerdem kommt es wegen der chinesischen Regierung immer wieder zu Problemen. Troilus Gold ist momentan deutlich unterbewertet und die neue Ressourcenschätzung liegt noch gar nicht vor. Secunet ist in einem Wachstumsmarkt unterwegs, aber fundamental sehr teuer. Hier ist Vorsicht geboten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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