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30.07.2021 | 05:10

Aixtron, Defense Metals, Nordex – Starkes Wachstum

  • Metalle
Bildquelle: pixabay.com

Die globale Konjunkturerholung und die steigenden Investitionen in eine klimafreundlichere Energie-Infrastruktur sorgen bei gleichzeitigen Unterbrechungen von Lieferketten für höhere Preise bei Rohstoffen. Die Knappheit bei Industriemetallen, die dringend für die Klimawende gebraucht werden, dürfte sich in den nächsten Jahren weiter materialisieren. Durch den schwellenden Handelskonflikt zwischen den USA und China, wird diese noch einmal deutlich verschärft. Es drohen massive Engpässe bei der Produktion und stark steigende Preise bei den jeweiligen Materialien.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , AIXTRON SE NA O.N. | DE000A0WMPJ6 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    Defense Metals – Seltene Erden-Produzent außerhalb Chinas

    Lithium, Nickel und Kupfer sind für die Produktion von erneuerbaren Energien und Batterien, die die Elektromotoren antreiben sollen, essenziell. Daneben spielen seltene Erdmetalle, das sind insgesamt 17 chemische Elemente der 3. Nebengruppe des Periodensystems, eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Magneten für Windkraftanlagen und Elektroautomobile. Im Jahr 2019 importierten die Vereinigten Staaten 80% ihrer Seltenerdmineralien aus China, die Europäische Union bezog fast 98% aus dem Reich der Mitte.

    Durch den schwellenden Handelskrieg mit China sehen sich die westlichen Industrienationen nun gezwungen, die Abhängigkeit zu mindern. So wurde erst kürzlich vom US-Senat ein Gesetz zur Verbesserung der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit, das Bestimmungen zur Verbesserung der Lieferketten für kritische Mineralien enthält, verabschiedet. Produktion und Verarbeitung sollen in Zusammenarbeit mit westlichen Partnern, wie zum Beispiel Kanada, deutlich angezogen werden, um die nachhaltige globale Versorgung zu erhöhen.

    Jedoch drängt die Zeit. Bis ein neues seltene Erdmetall-Projekt zur Produktion gelangt, dauert es bis zu zehn Jahre. Somit sind bestehende Lagerstätten gefragter denn je. Neben der Wiedereröffnung der Mountain Pass-Mine in Kalifornien durch Molycorp Mining und der Seltene Erden-Mine am Mt. Weld in Australien durch Lynas gilt das Wicheeda Rare Earth Project von Defense Metals mit einer Größe von rund 1.708 Hektar im Bundesstaat British Columbia zu den aussichtsreichsten Unterfangen.

    Durch die erstklassige Infrastruktur kann Defense Metals mit Bohrkosten weit unter dem Branchendurchschnitt kalkulieren. Laut Management liegen die Mineralressourcen dort bei 4,9 Mio. t mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3,02% LREO (leichte Seltenerdmetalle) und abgeleitete Mineralressourcen von 12,1 Mio.t mit einem durchschnittlichen Gehalt von 2,90% LREO. Weitere 12 Mio.t werden auf dem Gebiet vermutet. Defense Metals konnte sich vor kurzen am Kapitalmarkt 5,0 Mio. CAD sichern, um das Kernbohrprogramm zwischen 2km und 5km durchführen zu können. In diesen Tagen soll mit der Standortauswahl und dem Bau der Bohrplattformen begonnen werden. Damit soll das Gebiet erweitert und die bestehenden Ressourcen weiter abgegrenzt werden, um im Laufe des zweiten Halbjahres eine Machbarkeitsstudie erstellen zu können.

    Die Aktie von Defense Metals korrigierte im Zuge der bereits durchgeführten Kapitalerhöhung und notiert aktuell bei 0,16 CAD, rund 50% unter ihrem Jahreshoch. Aufgrund des Mangels an seltenen Erdmetallen ist die Aktie spekulativ, jedoch langfristig aussichtsreich.

    Aixtron – enorme Nachfrage

    Wie erwartet starke Halbjahreszahlen lieferte das Elektrotechnikunternehmen mit Sitz in Herzogenrath, das Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern und Nanomaterialien produziert. Laut dem CEO von Aixtron, Felix Grawert, war die Kundennachfrage in allen relevanten Endmärkten sehr hoch. Dabei sind insbesondere Aixtrons Anlagen zur Herstellung von Galliumnitrid-Leistungselektronik, zur Herstellung von Bauteilen für den 5G-Netzausbau und für die schnelle optische Datenübertragung gefragt. So stiegen die Auftragseingänge von 138 Mio. EUR auf nunmehr 263 Mio. EUR. Der Umsatz wuchs von 97 Mio. EUR auf 117 Mio. EUR. Mehr als Verdoppeln konnte Aixtron zudem den Gewinn vor Zinsen und Steuern auf 4,9 Mio. EUR.

    DasManagement geht von einer weiterhin sehr dynamisch wachsenden Umsatzentwicklung für das zweite Halbjahr aus, wodurch die Prognosen mit Auftragseingängen zwischen 440 Mio. EUR und 480 Mio. EUR sowie einer Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern zwischen 20% und 22% angehoben wurden. Die Aktie stieg nach Veröffentlichung der Zahlen um mehr als 7% auf 22,60 EUR. Bei 23,57 EUR winkt ein neues Allzeithoch. Langfristig sehen wir weiterhin steigende Kurse.

    Nordex - Analysten bleiben entspannt

    Trotz positiver Analystenstimmen kann sich der Windanlagenproduzent Nordex nicht vom Niveau des Jahrestiefs bei rund 16 EUR befreien. Die Bank of America sieht in der Aktie einen potenziellen Verdopplungskandidaten innerhalb der nächsten 12 Monate und vergibt ein Kursziel von 31 EUR. Laut den Experten sei das Hamburger Unternehmen im wachstumsstarken 4-5MW-Turbinensegment außergewöhnlich gut positioniert. Zudem besitze Nordex einen starken Auftragseingang mit einer hohen Nachfrage nach dem Turbinenmodell Delta 4000. Daher rechnet die US-Investmentbank mit einer Umsatzsteigerung von 20% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    Ebenfalls als Kaufkandidaten sieht Jeffries das Papier von Nordex und belässt das Kursziel bei 25 EUR. Grund sei die bessere Kapitalausstattung des Unternehmens nach der Kapitalerhöhung, die die Hamburger in eine bessere Position versetze. Aus charttechnischer Sicht würde sich ein Kaufsignal ergeben, sollte der Kurs nachhaltig die breite Widerstandsmarke von 17 EUR überschreiten.


    Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Somit sollten beim Windkrafthersteller Nordex die Auftragsbestände auf weiter hohem Niveau bleiben. Nordex profitiert auf lange Frist durch die verbesserte Kapitalausstattung aufgrund der abgeschlossenen Kapitalerhöhung. Defense Metals sollte von der Knappheit der seltenen Erdmetalle außerhalb Chinas proftieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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