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25.11.2022 | 09:53

Viromed Medical AG, Encavis AG, K+S – Das Fundament ist gelegt

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Bildquelle: pixabay.com

Seit Wochen laufen die wichtigsten Börsen rund um den Globus aufwärts. Was anfangs nur als Gegenbewegung in der übergeordneten Abwärtsbewegung deklariert wurde, könnte nun der Start für eine ausgeprägtere Jahresendrallye werden. Während Indizes wie DAX oder Dow Jones ihre seit Beginn des Ukraine-Krieges ausgebildeten Abwärtstrends bereits verlassen konnten, bieten vor allem kleinere Werte noch gehöriges Nachholpotenzial.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: viromed medical AG | DE000A3MQR65 , ENCAVIS AG INH. O.N. | DE0006095003 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , Fonterelli GmbH & Co KGaA | DE000A1TNUU5

Inhaltsverzeichnis:


    Encavis AG – Kaufen, kaufen!

    Eindeutig positiv gestalten sich die Aussichten beim MDAX-Unternehmen Encavis, einem Produzenten von Strom aus Erneuerbaren Energien. Als einer der führenden konzernunabhängigen Stromproduzenten erwerben und betreiben die Hamburger Solar- und Windparks in ganz Europa. Im dritten Quartal konnte Encavis den Umsatz um 33% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 128 Mio. EUR steigern. Beim EBITDA lag das Wachstum gegenüber dem 3. Quartal 2021 sogar bei 38% auf 101 Mio.EUR. Mit Blick auf die aktuellen Pläne zur Abschöpfung von Strommarkterlösen hat das Unternehmen vorsorglich Rückstellungen in Höhe von 30,3 Mio. EUR gebildet, geht aber weiterhin von einer positiven Entwicklung des Unternehmens aus. Insgesamt konnten in den ersten neun Monaten Solar- und Windparks mit einer Leistung von 180 MW an das Netz angebunden werden.

    Mit dem Kauf eines Solarparks in Schweden wurde nun das Produktportfolio erneut ausgebaut. Im Rahmen seiner Partnerschaft mit dem norwegischen Solarparkentwickler Solgrid AS wurde nun ein zweiter Solarpark erworben. Die Gesamtleistung beträgt rund 14 MW und soll im dritten Quartal des kommenden Jahres ans Stromnetz angeschlossen werden. Zudem planen die beiden Partner weitere Solarparks mit einer Gesamtleistung von über 100 MW zu errichten. Als Kauf sehen auch die Analysten der DZ Bank die Encavis-Aktie. Nach den Zahlen wurde das Kursziel von 24 EUR und das Votum „kaufen“ wiederholt. Zum gleichen Schluss kommen die Experten der Hamburger Privatbank Berenberg. Das Kursziel liegt weiterhin bei 24 EUR, die Einstufung bleibt bei „buy“. Der aktuelle Kurs liegt bei 19,90 EUR.

    Einer der größten Düngemittelhersteller der Welt, die K+S AG, konnte im dritten Quartal Rekordergebnisse verbuchen. Quelle: K+S AG

    Viromed Medical AG – Verkaufsstart vielversprechend

    Das Fundament für eine erfolgreiche Börsenzukunft ist gelegt. Mit Eintragung der Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung der damals noch als Fonterelli SPAC 2 AG firmierenden Vertriebsgesellschaft der Viromed-Gruppe, wurde die Viromed Medical GmbH im Zuge einer Sacheinlage eingebracht. Der neue Name des in Düsseldorf und im Freiverkehr notierten Unternehmens lautet Viromed Medical AG, insgesamt wurden 20.250.000 Mio. Aktien emittiert, was einem Börsenwert von 101,25 Mio. EUR gleichkommt.

    Teuer erscheint die Bewertung dabei keinesfalls, lag der Umsatz 2021 bei 133,60 Mio. EUR und das Nachsteuerergebnis bei 24,9 Mio. EUR. In Hinblick auf die Produktpipeline dürften die Umsätze zudem in naher Zukunft deutlich gehoben werden können. In den vergangenen Jahren waren Selbsttests gegen das SARS‐CoV‐2-Virus der Verkaufsschlager, allein 100 Mio. wurden an den Mann oder die Frau gebracht, zudem waren 4.000 Geräte des Schnellanalysegerätes VitaLab im Dauereinsatz.

    Große Hoffnungen setzt das Management nun auf das Anti-Virus-Nasenspray VirX, das erfolgreich zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Israel beigetragen und den Wegfall der dortigen Maskenpflicht ermöglicht hat. Die Viromed Medical GmbH besitzt dabei exklusiv die Rechte für die DACH-Region, die Ausweitung auf ganz Europa dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Dabei zeigen klinische Studien- die Phase 3-Studie wurde bereits in renommierten Fachpublikationen veröffentlicht - dass bei Corona-Infizierten das Virus mit den bisher bekannten Varianten nach Einsatz des neuen Sprays VirX innerhalb von 24h zu 94% und nach 48 Stunden zu 99% verschwunden sei. Ein Testverkauf von rund 100.000 Stück über die eigene Vertriebsplattform sowie Partnerseiten wie Amazon wurde bereits durchgeführt, dabei war das Nasenspray, das rund 25 EUR kosten soll, innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Hoch ist auch die Marge, die mehr als 50% des Verkaufspreises betragen soll.

    In Hinblick auf den langjährig aufgebauten Vertrieb der Viromed Medical AG dürften Verkäufe im siebenstelligen Bereich keine Utopie darstellen. So verfügt das Unternehmen über eine breite Kundenbasis in der DACH-Region, darunter verschiedene DAX-Firmen wie Volkswagen oder Lufthansa, sowie Bundesländer und das Bundesgesundheitsministerium, 1.100 Krankenhäuser, 7.000 Apotheken und 11.000 Arztpraxen.

    Ein weiteres Asset der Pinneberger liegt in der innovativen Behandlungsmethodik zur Wundheilung mittels der Kaltplasma-Technik. Allein in Deutschland wird der Markt der chronischen Wundheilung auf ca. 12 Mrd. EUR mit einem jährlichen Wachstum von 4% taxiert. Dabei schließt ein mobiles, CE-zertifiziertes Kaltplasmagerät Wunden schmerzfrei und deaktiviert Viren, Bakterien, Keime und Sporen. Wunden würden in Verbindung mit Kaltplasma fünfmal so schnell wie mit herkömmlichen Methoden heilen, chronische Wunden würden sich zu 85% schließen, betont das Unternehmen. Neben der Wundheilung sind zudem weitere medizinische Anwendungen in den Bereichen Kosmetik sowie Dermatologie und HNO möglich.

    Neben Schnelltests, die auch im Corona-Winter 2022/2023 rege genutzt werden dürften, verspricht das neu auf den Markt gebrachte Anti-Virus-Nasenspray VirX sowie die Behandlungsmethode mit kaltem Plasma deutliches Wachstumspotential. Rund 68% des Aktienkapitals sind in festen Händen und werden von der Unternehmerfamilie Perbandt gehalten. Einen nicht unerheblichen Anteil am Unternehmen besitzt zudem die Fonterelli GmbH & Co KGaA aus München, die den Börsengang via SPAC ermöglichte.

    K+S – Schulden sollen weg

    Rekordzahlen konnte das Kasseler Unternehmen zum dritten Quartal vermelden. Dabei konnten die Kasseler den Umsatz im dritten Quartal mit 1,47 Mrd. EUR annähernd verdoppeln. Das operative Ergebnis EBITDA hat sich mit 633 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahresquartal mehr als verfünffacht, lag jedoch trotzdem unter den Schätzungen der Analysten. Für das Gesamtjahr zeigt sich der fünftgrößte Kaliproduzent der Welt weiterhin zuversichtlich. So geht das Management davon aus, dass der starke Anstieg des Durchschnittspreises im Kundensegment Landwirtschaft die erwarteten Kostensteigerungen, insbesondere für Energie, Logistik und Material, deutlich übertreffen wird. Dabei soll der Umsatz bei 2,4 Mio. EUR liegen.

    Die Nettofinanzposition konnte per Ende September auf 152 Mio. EUR ausgebaut werden. Diese will K+S nutzen, um mit dem Teilrückkauf einer Anleihe seine Verschuldung weiter zu reduzieren und somit Zinsen einsparen zu können. Die Anleihen sollen zum Nennbetrag erworben werden, zuzüglich aufgelaufener Zinsen. Insgesamt hatte die Anleihe ursprünglich ein Volumen von 600 Mio. EUR mit einem Kupon von 3,25%. Aktuell sind noch rund 400 Mio. EUR ausstehend. Die Annahmefrist läuft bis Ende November.

    Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für K+S von 29 auf 32 EUR angehoben und die Einstufung auf „buy" belassen. Dagegen sind die Analysten der UBS „neutral“ gegenüber der Aktie von K+S. Das Kursziel wurde nach den Zahlen von 21 EUR auf 22 EUR angehoben.


    Trotz der negativen Prognosen und der Unsicherheiten in der Wirtschafts- und Geopolitik laufen die Märkte weiter nach oben. Encavis und K+S konnten starke Quartalszahlen vermelden. Die neu an der Börse gelistete Viromed Medical AG feierte einen gelungenen Verkaufsstart ihres Corona-Nasensprays und bietet hohes Wachstumspotenzial.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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