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04.01.2021 | 04:50

Vale, Almonty Industries, Glencore: Rohstoff-Aktien für 2021

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Obwohl die Nachrichten in erster Linie von der Pandemie und den Folgen des Lockdowns bestimmt werden, dreht sich die Wirtschaft weiter. Auch wenn viele Dienstleister unter der Pandemie und dem dadurch ausgelösten Strukturwandel leiden, sieht die Situation für Produzenten ganz anders aus: Hersteller von Elektrogeräten oder auch Elektroautos sitzen auf vollen Auftragsbüchern und richten den Blick in eine rosige Zukunft. Diesen Optimismus spüren auch Bergbau-Konzerne: Seit Ausbruch der Pandemie geht es für die Rohstoffpreise nach oben. Auch machen
Projekt-Finanzierer und Großinvestoren selbst in Zeiten der Krise keinen Rückzieher oder zeigen sich abwartend. Für Privatanleger ist das ein gutes Signal – im Rohstoffsektor ist etwas zu holen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
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Vale ist kein Selbstläufer

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Selbst der Kurs des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale bewegte sich in den vergangenen Monaten nach oben. Obwohl der Cashflow rückläufig ist und auch die Umsätze schwächeln, schaffte es der Konzern wieder in die Gewinnzone. Insbesondere in den Bereichen Eisenerz und Nickel lief es für Vale gut. Vor allem letzterer Rohstoff profitiert von der steigenden Nachfrage nach Elektromotoren. Vale will sich bei der Produktion von Nickel ein möglichst großes Stück vom Kuchen abschneiden.

Dass Rohstoffunternehmen nicht ausschließlich von Förderkosten und Marktpreisen abhängen, zeigt das Beispiel von Vale. Nachdem der Konzern von einem brasilianischen Gericht für den Dammbruch von Brumadinho Anfang 2019 verantwortlich gemacht wurde, bestehen noch immer Milliardenforderungen gegen das Unternehmen. Zwar fordert Vale seinerseits Geld, doch sind derartige Rechtsstreitigkeiten für den Kurs einer Aktie immer Gift. Zwar legte die Aktie auf Sicht von einem Jahr um rund 25% zu, doch belasten die Begleitumstände den Kurs.

Neben dem Rechtsstreit hat Vale eine im Branchenvergleich eher geringe Eigenkapitalquote und auch nicht die beste Kostenstruktur. Ein Selbstläufer ist die Aktie daher nicht. Fallen aber die juristischen Auseinandersetzungen einmal weg, könnte das ein Katalysator für steigende Kurse sein.

Almonty Industries: Wolfram-Hoffnung außerhalb Chinas

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Während Unternehmen wie Vale einen bunten Strauß an Rohstoffen fördern und so für alle Eventualitäten gewappnet sind, setzt Almonty Industries ausschließlich auf Wolfram. Neben zwei bestehenden Minen in Spanien entwickelt Almonty in Südkorea die größte Wolfram-Mine außerhalb Chinas und wird damit zu einem bedeutenden Player für das Industriemetall. Auch Wolfram profitiert von der Elektrifizierung der Mobilität und wird in erster Linie in Ladestationen eingesetzt. Schon heute kommen rund 30% der Nachfrage aus der Automobilindustrie. Andere Nachfrage-Quellen sind die Minenindustrie, der Energiesektor, die Luftfahrt und der Bausektor. Laut der Europäischen Union und dem US-Kongress zählt Wolfram zu den kritischen Industriemetallen, deren Bestand für Industrienationen gesichert werden sollte.

Die geplante Wolfram-Mine von Almonty Industries in Südkorea untermauert den Anspruch des Landes, seinen Einfluss rund um die Produktion von Prozessoren, Speicherchips, LEDs oder LCDs noch weiter auszubauen. Die Sangdong-Mine liegt rund 190 Kilometer südöstlich von Seoul entfernt und soll 2022 in Produktion gehen. Die Mine glänzt mit hohen Wolfram-Gehalten, einer langen Produktionszeit von niedrigen Kosten. Sämtliche behördlichen Genehmigungen wurden erteilt und mit der deutschen KfW ein potenter Finanzierungspartner gefunden. Die Aktie legte auf Sicht von einem Jahr um rund 50% zu. Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Wert in einer Konsolidierungsformation, die jenseits von Kursen von 0,81 CAD nach oben aufgelöst werden könnte.

Glencore: Böser Bube mit Potenzial

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Wenn es um Industriemetalle geht, denken Anleger oftmals auch an die Aktie von Glencore. Seitdem der ehemalige Rohstoffhändler 2013 mit Xstrata fusionierte, ist das neue Unternehmen auch an der Förderung von Rohstoffen aller Art beteiligt. Glencore musste im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres Umsatzeinbußen hinnehmen, was in erster Linie an den sinkenden Ölpreisen lag. Wie auch bei Vale sieht sich Glencore immer wieder Vorwürfen ausgesetzt: Dabei geht es neben Umweltverstößen immer wieder auch im Korruption. In einer Welt, in der sich auch Rohstoffunternehmen zunehmend an Nachhaltigkeitskriterien messen lassen müssen, sind das neben den damit verbundenen juristischen Risiken keine guten Nachrichten.

Die Aktie büßte in der ersten Jahreshälfte 2020 deutlich ein und holte dafür gegen Ende des Jahres umso klarer auf. Auf Sicht von zwölf Monaten steht keine große Rendite zu Buche: nach oben ging es gerade einmal um 2,6%. Blickt man allerdings aus langfristiger Perspektive auf den Kurs, so könnte Glencore seinen seit Mitte 2018 intakten Abwärtstrend nach oben verlassen haben. Die Aktie rund um Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium oder auch Öl und Kohle sowie Agrarprodukte, könnte 2021 Potenzial entwickeln. Risiken sind aber dennoch nicht vom Tisch.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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