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07.04.2021 | 04:29

SunMirror, Varta, Akasol, IBU-tec – Die neuen Batterien kommen schnell!

  • Rohstoffe
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Nun überschlägt sich die Branche mit Verlautbarungen zur Elektromobilität! Der von Joe Biden vorgestellte 2-Billionen-Dollar-Infrastrukturplan beinhaltet die Bereitstellung von Hunderten von Milliarden Dollar für Maßnahmen gegen den leidigen Klimawandel. Nach Schätzungen des renommierten Investmenthauses Raymond James belaufen sich die für Klimaausgaben vorgesehenen Mittel auf insgesamt 628 Mrd. USD Dollar, darunter 174 Mrd. USD für die Forschung in der Elektro-Mobilität und weitere 100 Mrd. USD zur Sanierung des maroden Stromnetzes der USA. Grund für uns nochmal genauer auf die Metall- und Batteriewerte zu blicken…

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien


SunMirror AG – Schweizer Kompetenz für Metalle

WKN: A2JCKK ISIN: CH0396131929 Symbol: ROR
Die Elektrofahrzeug-Revolution kann nicht ohne Energiespeicher auskommen. Somit läutet der politische Schulterschluss für die e-Mobilität auch ein goldenes Zeitalter für die Batterierohstoffe ein, was sich am besten am Preisanstieg für wichtige Rohstoffe wie Lithium und Kobalt in den letzten Jahren zeigt. Die Marktprognosen sind weiterhin äußerst robust, in den nächsten 5 Jahren wird mit einer Verdreifachung des heutigen Bedarfs gerechnet. Darüber hinaus steigert der wachsende Bedarf an Energiespeichern, die generelle Elektrifizierung von Produkten und die unzähligen neuen batterieintensiven Anwendungen das Interesse an diesen Rohstoffen beträchtlich.

Rückverfolgbarkeit ist ein Schlüsselwort in den Projekten der SunMirror AG. Die Möglichkeit, abgebautes Material von der Mine über die Aufbereitungsanlage, die Raffinerie, die Chemiefabrik und schließlich zur Batteriefabrik bis hin zur Automontage zurückverfolgen zu können, ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil in der Qualitätssicherung. So hat SunMirror in den letzten Jahren ein australisches Explorations-Portfolio von begehrten Mineralien aufgebaut, die vom Boom bei Elektrofahrzeugen, erneuerbaren Energien und anderen Zukunftstechnologien profitieren werden. Es sind dies v.a. Lithium, Kobalt, Nickel, Vanadium und Zinn natürlich taucht dabei auch Gold und Nickel auf.

Die Schweizer werden im laufenden Jahr daher einige Anstrengungen in der Exploration unternehmen, hierfür sollen demnächst zusätzliche 70 Mio. CHF eingeworben werden. Die SunMirror-Aktie wurde im Dezember 2020 erstmals gelistet und konnte sich sehr schnell im Kurs verdoppeln. Mit 2 Mio. Aktien beträgt die Marktkapitalisierung bei einem Kurs von 152 EUR gut 300 Mio. EUR. Die Segel stehen somit voll im Wind und je stärker die Branche an Fahrt gewinnt, desto besser wird sich der Rohstofflieferant aus Zug weiterentwickeln können.

Varta AG – Die neue Generation Batterie ist in der Entwicklung

WKN: A0TGJ5 ISIN: DE000A0TGJ55 Symbol: VAR1
Die neue Fahrzeug-Batterie von Varta mit dem Serienkürzel 21700 macht Furore. Analysten werten die Aussagen von Varta zur Bekanntgabe ihrer Jahreszahlen derzeit aus und versuchen das neue Zukunftsthema entsprechend in ihr Modell zu integrieren. Dabei kommen sie zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Die Einschätzung des Analystenhauses Stifel kann dabei in dem Hin und Her des Kurses kaum Unterstützung verleihen. Zwar hat Stifel das Kursziel für Varta gestern von 92 auf 107 EUR angehoben, die Einstufung aber weiter auf "Sell" belassen und das trotz der verlautbarten Strategieumstellung in Richtung Autobatterie.

Das neue Aggregat könnte vor allem bei Fahrzeugen im Premiumsegment zum Einsatz kommen, hieß es aus Ellwangen. Bislang fehlen aber auch noch konkrete Hinweise zum Baufortschritt und die so wichtige Serienreife für die Automobilindustrie. Alles noch sehr vage und daher auch ein Risiko für die durchaus hoch bewertete Varta-Aktie. Bleiben sie auf der Hut, denn die 135 EUR-Marke rückt schon wieder in weite Ferne.

Akasol AG – Hochleistungsbatterien aus Darmstadt

WKN: A2JNWZ ISIN: DE000A2JNWZ9 Symbol: ASL
Ein weiterer Player am Markt ist die Akasol AG, ein führender Entwickler und Hersteller von überwiegend flüssiggekühlten, aufladbaren Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batteriesystemen für eine weite Palette von Anwendungen, wie beispielsweise für Busse, Nutz- und Schienenfahrzeuge, Schiffe und stationäre Applikationen. Das Unternehmen wurde 1990 als gemeinnütziger Verein Akasol e.V. gegründet und hat heute seinen Sitz in Darmstadt.

Die dortige Anlage verfügt aktuell über eine Produktions-Gesamtkapazität von bis zu 300 MWh im Jahr, die bis Ende 2021 auf bis zu 800 MWh ausgebaut werden wird. Dies entspricht Europas größter Lithium-Ionen-Batteriesystem-Produktionsanlage für Nutzfahrzeuge, die derzeit pro Jahr je nach Größe komplette Systeme für bis zu 3.000 vollelektrische Busse oder 6.000 mittelgroße Nutzfahrzeuge produzieren kann. Das ist eine erhebliche Kapazität, welche aktuell noch nicht abgerufen wird.

Akasol hat sich in den letzten Jahren zu einem strategischen Batterielieferanten für führende Hersteller in seinen Zielindustrien entwickelt, darunter Nutzfahrzeug- und Technologieproduzenten wie Alstom, Bombardier oder Rolls-Royce Power Systems. Akasol ist seit Juli 2019 an der Börse und konnte sich seit seinem Märztief bei rund 30 EUR mehr als vervierfachen, ein ziemlich großer Schluck aus der Pulle wie wir meinen.

IBU-tec AG – Auf die Inhaltsstoffe kommt es an

WKN: A0XYHT ISIN: DE000A0XYHT5 Symbol: IBU
Wer eine Batterie bauen will, braucht nicht nur Rohstoffe, sondern auch aufbereitete Metalle und Zusatzstoffe. Die IBU-tec Gruppe bietet eigene Produkte in den Bereichen Batteriematerialen und Spezialchemie sowie Entwicklungs- und Produktionsdienstleistungen an. Dazu gehören neben den hochwertigen Stoffen auch zinnorganische und kundenspezifische Katalysatoren, sowie mikro- und nanoskalige Metalloxide in Pulverform oder als Suspension. IBU-tec deckt dabei den Komplettservice von der Material- und Prozessentwicklung, über das Scale-up bis zur Lohnproduktion ab. Zusätzlich bietet man seinen Kunden auch Leistungen im Engineering und Spezialanlagenbau an.

Im Rahmen der Strategie „IBU 2025“ will IBU-tec in eine ganz neue Dimension in Bezug auf Umsatz und Ergebnis aufsteigen und erwartet in den kommenden Jahren ein Wachstum von durchschnittlich 20 bis 25% pro Jahr. Für das Geschäftsjahr 2025 wird mit Umsätzen von 80 bis über 100 Mio. EUR geplant, bei einer Steigerung der EBITDA-Marge auf mehr als 20%. Besonders interessant: Im Kernsegment Batteriematerialien rechnet Vorstand Weitz sogar mit mehr als einer Verzehnfachung der Umsätze im Vergleich zu 2019. Die IBU-tec Aktie wurde erst vor ein paar Monaten entdeckt und hat sich aus dem Stand vervierfacht, der Kurs sollte das neue Niveau daher erst mal verdauen.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

Mehr zum Autor


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André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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