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23.06.2021 | 05:08

Standard Lithium, Osino Resources, Ballard Power – Diese Aktien gehen durch die Decke

  • Gold
  • Lithium
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Bildquelle: pixabay.com

Denken deutsche Investoren an kanadische Aktien, so fallen ihnen meistens zwei Themen ein: Rohstoffe und Cannabis. Tatsächlich haben viele Unternehmen aus diesen beiden Branchen ihren Sitz in einer der kanadischen Städte Montreal, Vancouver oder Toronto. Der kanadische Aktienmarkt steht für 5% der weltweiten Börsenkapitalisierung, das Land weist dagegen lediglich einen Anteil von 0,5% der Weltbevölkerung auf. Aber auch abseits der beiden genannten Branchen existieren interessante Investments. Wer macht das Rennen?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA68828L1004 , CA8536061010 , CA0585861085


Standard Lithium –Lanxess mit rund 5% beteiligt

Kürzlich konnte das in Vancouver beheimatete Technologie- und Lithium-Entwicklungsunternehmen Standard Lithium verkünden, dass ihr Projektpartner, der deutsche Spezialchemiekonzern Lanxess, sein Wandlungsrecht aus einer 2019 begebenen Anleihe ausgeübt hat und nun Eigentümer von rund 6,3 Mio. Aktien sowie rund 3,1 Mio. Optionen ist. Damit sind die Deutschen, die mit dem Unternehmen Standard Lithium am amerikanischen Standort El Dorado, Arkansas, ein Pilotprojekt zur Gewinnung des insbesondere für die Elektromobilität dringend benötigten Rohstoffs Lithium aus Sole („Brine“) entwickeln, zukünftig mit rund 5% an dem Unternehmen beteiligt (ohne Optionen).

Zwar hatte sich Lanxess bei der Vorstellung der Quartalszahlen im Mai noch ein stückweit unzufrieden mit dem Fortschritt des Projekts gezeigt, die Ausübung des Wandlungsrechts dürfte jedoch als ein starker Beweis dafür gewertet werden, dass Lanxess zuversichtlich ist, die letzten Probleme beim Betrieb der Anlage in den Griff zu bekommen. Lanxess produziert am Standort El Dorado mit rund 500 Mitarbeitern bereits auf drei Anlagen Brom-Produkte. Quasi als Beiprodukt kann die Lithium-Gewinnung aus der Sole betrieben werden, die in der Größenordnung von mehreren Millionen Litern täglich gefördert wird.

Anleger goutierten die Nachrichten mit starken Kursgewinnen und einem neuen Allzeithoch der Standard Lithium-Aktie. Ob sich ein Einstieg zum aktuellen Kurs noch lohnt, ist natürlich eine Glaubensfrage. Wer der Expertise von Lanxess vertraut, kann sicherlich mit einer funktionierenden Regelproduktion und weiter steigenden Kursen rechnen. Aktienanalysten zeigen sich dazu noch uneins. Während die einen aktuell noch ein Kurspotenzial der Kanadier von rund 10% ausmachen, stufen die anderen die Aktie bereits als überbewertet ein. Wir denken, risikofreudige Anleger können einen Einstieg angesichts der Expertise des Projektpartners sowie im Vergleich zu anderen, sich gegenwärtig im Aufbau befindlichen Lithiumprojekten, auch zum gegenwärtigen Kurs noch wagen.

Osino Resources – zwei neue mineralisierte Zonen bei Twin-Hills in Namibia identifiziert

Osino Resources Corp. ist ein kanadischer Explorer, der sich mit der Identifizierung und Verifizierung weltweiter Goldvorkommen beschäftigt. Das aktuelle Hauptprojekt Twin-Hills liegt im Damara-Sedimentgürtel in Namibia, einem wirtschaftlich und politisch stabilen Land mit langer Bergbautradition und vorteilhafter Jurisdiktion. In dieser, auch als 'Namibischer Goldgürtel' bezeichneten Region, hatte übrigens ein Team rund um den aktuellen CEO von Osino, Heye Daun, in der Vergangenheit die in direkter Nachbarschaft liegende Otjikoto-Mine exploriert, entwickelt und an das Unternehmen B2Gold verkauft. Letzteres betreibt die Mine heute äußerst profitabel.

Die 2020 bei einer IP-Untersuchung (induzierte Polarisation) identifizierten 14 Brownfield-Ziele konnten nun endlich durch neue Bohrungen getestet werden. Dabei zeigten vier Bohrungen signifikante Goldmineralisierungen von 0,79 g/t bis zu 1,96 g/t. Zwei dieser Bohrungen markierten damit neue mineralisierte Zonen: „Clouds North“ sowie „THW Terminal 1“. Im Zuge des auf 25.000m Bohrlänge ausgelegten Brownfield-Programms wurden seit März bereits 63 Bohrlöcher mit einer Bohrlänge von 18.549m abgeschlossen, etwas mehr als 20 Bohrlöcher stehen noch aus. Diese sind als Diamantbohrungen ausgelegt und sollen ihren Abschluss im August finden. Da die Untersuchung der Bohrkerne im Schnitt etwa zwei Monate dauert, geht Osino von neuen Ergebnissen erst im Oktober aus.

Das Unternehmen hofft, die erste Ressourcenschätzung vom 21. April über 430.000 Unzen mit 1,00 g/t Gold (angezeigt) bzw. 1,47 Mio. Unzen mit 1,08 g/t Gold (abgeleitet) noch deutlich erweitern zu können. Analysten zeigen sich von den bisherigen Ergebnissen jedenfalls beeindruckt. Das mittlere Kursziel für die auch in Frankfurt gehandelte Aktie liegt bei rund 2,60 CAD, dies entspräche in etwa einer Kursverdopplung. Es ist davon auszugehen, dass bei einer höheren Ressourcenschätzung im Herbst diese Erwartungen noch einmal nach oben korrigiert werden. Anleger sollten somit die Gunst der Stunde nutzen und damit beginnen, eine Position aufzubauen.

Ballard Power Systems – Wettbewerbsvorteil mit langlebigeren Brennstoffzellen durch neue Kooperation

Dass sich der Wandel zur Elektromobilität momentan fast ausschließlich auf batteriegetriebene Fahrzeuge konzentriert und wasserstoffbasierte Lösungen aktuell das Nachsehen haben, hängt mit zwei Faktoren zusammen, die sich auch gegenseitig beeinflussen: zum einen fehlt eine flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur, zum anderen ist die einzige, derzeit ausgereifte Technologie für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, nämlich die Brennstoffzelle, aufgrund der benötigten Materialien wie bspw. Platin wahnsinnig teuer. Da würde es schon helfen, wenn man die Lebensdauer der Brennstoffzellen verlängern könnte. Genau diesen Wettbewerbsvorteil hat sich der kanadische Brennstoffzellenspezialist Ballard Power Systems nun gesichert.

Durch die Kooperation mit dem amerikanischen Industrieunternehmen W.L. Gore & Associates kann Ballard nun mittels langjähriger Lieferverträge auf eine neuartige Membran zurückgreifen, welche die Lebensdauer der Zellen signifikant verlängert. Auch weitere Maßnahmen zur Steigerung des Wirkungsgrades sind geplant. Die Partner haben in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet und kennen sich daher gut. Für Anleger dürfte dies eine lang ersehnte positive Nachricht sein, hatte doch das Papier in den vergangenen sechs Monaten im Zuge der allgemeinen Konsolidierung bei Wasserstoffwerten eine harte Korrektur von fast 60% hinnehmen müssen. Die Talsohle könnte damit erreicht sein. Analysten jedenfalls sehen für die Anteilsscheine aktuell im Mittel ein Upside von über 20%.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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