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23.07.2024 | 05:10

Bloom Energy, First Hydrogen, Nel Asa - Beste Voraussetzungen für den Rebound

  • Wasserstoff
  • Brennstoffzellen
  • Transport
Bildquelle: pixabay.com

Nicht nur Deutschland arbeitet am Aufbau eines tragfähigen Wasserstoffmarkts. Um die Wirtschaft klimaneutral umzubauen, stellte Wirtschaftsminister Robert Habeck jüngst Fördermittel für Projekte in Höhe von 4,6 Mrd. EUR in Aussicht. Für die Zukunft soll grüner Wasserstoff ein entscheidender Energieträger sein. Für das Zielbild 2030 geht die Bundesregierung von einem Wasserstoffbedarf in Höhe von jährlich 95 bis 130 TWh in Deutschland aus, um die Dekarbonisierung in der Industrie zu unterstützen. Diese Entwicklung spiegelt sich aktuell nicht bei börsennotierten Unternehmen wider, wodurch sich langfristig neue Investmentchancen ergeben dürfen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BLOOM ENERGY A DL-_0001 | US0937121079 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042

Inhaltsverzeichnis:


    Bloom Energy – Wichtige Hürde genommen

    Entgegen dem allgemeinen Markttrend, Unternehmen des Wasserstoff- und Brennstoffzellensektors notieren nahe ihrer Jahrestiefs, konnte Bloom Energy seit seinen Jahrestiefstständen Ende Februar rund 68 % zulegen. Zudem wurde der langfristige Abwärtstrend, der seit Februar 2021 ausgebildet wurde, nachhaltig durchbrochen. Aktuell wurde der Re-Test in Richtung der Ausbruchslinie bei 12,90 USD erfolgreich abgewendet. Der Trendfolgeindikator MACD sowie der RSI befinden sich weiterhin auf „Kaufen“. Nächste Ziele wären das Jahreshoch bei 18,14 USD. Bei erfolgreichem Überwinden wäre der Weg in Richtung des Hochs aus dem Januar 2023 bei 26,55 USD frei.

    Einen Sprung von rund 13 % konnte Bloom Energy, das sich auf die Weiterentwicklung von Energietechnologien konzentriert, insbesondere durch ihre Festoxid-Brennstoffzellenprodukte, die als Bloom Energy Server bekannt sind, durch eine einschneidende Kooperation mit Core Weave, Inc. feiern. Core Weave ist auf spezifische Cloud-Lösungen spezialisiert und wird von Bloom Energy Brennstoffzellen einsetzen, um vor Ort Strom in einem Hochleistungsrechenzentrum zu produzieren.

    Das neue Rechenzentrum, ausgestattet mit fortschrittlichen Kühlsystemen, soll eine hohe Leistungsdichte erreichen. Dies wird Core Weave ermöglichen, hochleistungsfähige und effiziente Cloud-Lösungen für Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Die Inbetriebnahme der Brennstoffzellen von Bloom ist für das dritte Quartal 2025 geplant.

    First Hydrogen – Weiter auf Expansionskurs

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort befindet sich der Wasserstoffinnovator First Hydrogen. Obwohl sich die Errungenschaften der vergangenen Monate nicht im Geringsten im Aktienkurs widerspiegeln. Denn gerade, nachdem First Hydrogen weitere Testfahrten seiner mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebenen leichten Nutzfahrzeuge mit dem Onlineriesen Amazon abgeschlossen hatte, kam das Go des Premierministers des Vereinigten Königreiches, Sir Keir Starmer, eine auf erneuerbare Energien und grüne Initiativen ausgerichtete Agenda umzusetzen.

    So will die neue Regierung 500 Mio. GBP in die Förderung der Entwicklung des UK-Sektors für grünen Wasserstoff pumpen, um die Kapazitäten des Landes für die Produktion zu erhöhen und das Vereinigte Königreich als führendes Land in der globalen Wasserstoffwirtschaft zu positionieren.

    Bei den Tests unter realen Straßenbedingungen erreichten die Fahrzeuge von First Hydrogen Rekordreichweiten von 630 km mit nur einer Tankfüllung. Zudem wurde analysiert, dass beim Betrieb unter kälteren Temperaturen praktisch kein Abfall der Fahrzeugleistung vonstatten geht.
    Durch die erfolgreich durchgeführten Tests mit Großflottenbetreibern wie Rivus, SSE PLC sowie dem Gasversorgungsnetz Wales & West Utilities bekundeten Unternehmen aus Kanada großes Interesse an den Nutzfahrzeugen. Die Folge daraus ist, dass First Hydrogen zusätzliche Demo-FCEVs entwickelt, um die Expansion nach Nordamerika voranzutreiben.

    Für die Expansionsstrategie wurde eine Wandelanleihe über insgesamt 2,7 Mio. CAD mit einer Verzinsung von 8 % aufgelegt, wobei die erste Tranche über 540.000 CAD bereits platziert wurde.

    Nel Asa – Neue Tiefststände drohen

    Lange Zeit galten die Norweger als Aushängeschild der europäischen Wasserstoffindustrie. Doch seit dem Börsenhype, Nel Asa notierte Anfang 2021 bei sage und schreibe 4,20 USD, ist nicht mehr viel übriggeblieben. Seitdem verlor das Unternehmen, das Elektrolyseure sowie Wasserstofftankstellen entwickelt und produziert, über 87 % an Börsenwert. Und nach Verkündung der Zahlen zum zweiten Quartal droht sogar ein Rutsch auf neue Jahrestiefs bei 0,41 USD.

    Nel Asa verzeichnete zwar eine Reduzierung seines Verlustes von 228 Mio. NOK auf 118 Mio. NOK. Dies ist jedoch auf eine Abschreibung der veräußerten Beteiligung an Everfuel in Höhe von 166 Mio. NOK zurückzuführen. Ohne diesen Faktor hätte sich der Quartalsverlust nahezu verdoppelt. Zudem fiel der Umsatz von 371 Mio. NOK auf 332 Mio. NOK. Das Minus beim EBITDA erhöhte sich von 69 Mio. NOK auf 79 Mio. NOK.

    Bis Ende 2025 sollen endgültige Investitionsentscheidungen für zahlreiche Elektrolyseurprojekte von Nel Asa gefällt werden. Weiterhin soll die vollautomatische Produktionsanlage in Herøya in Norwegen ein Aushängeschild in der Produktion von Elektrolyseuren werden. Um künftiges Wachstum zu fördern und die Kosten durch Skalierung, Volumen und Automatisierung zu reduzieren, plant Nel Asa außerdem, seine Produktionskapazitäten in Europa und Nordamerika auszubauen.


    Die Wasserstoffindustrie ist weiter in Bewegung und wird durch die Politik massiv gefördert. Dennoch bleiben Unternehmen wie Nel Asa weiter hinter den Erwartungen. Bloom Energy konnte seinen langfristigen Abwärtstrend brechen. First Hydrogen befindet auf Expansionskurs Richtung Nordamerika.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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