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20.10.2022 | 04:44

Schock-Inflation, was der Geldbeutel in 2023 noch hergibt: TUI, Pathfinder Ventures, Deutsche Bank, Commerzbank

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Bildquelle: pixabay.com

Neben knapp 10% Inflationsrate, flattern nun die ersten Nebenkosten-Erhöhungen in die Briefkästen der Bürger. Wie schon befürchtet, führt die extreme Verteuerung von Energie und Strom zu einer starken Belastung der monatlichen Budgets. Ob da überhaupt noch ein Urlaub in 2023 stattfinden kann, entscheidet sich durch die Länge des Russland-Konflikts, der die fossilen Energiepreise bislang in der Höhe hält. Wie Anleger unschwer erkennen können, tragen die hohen Öl- und Gaspreise zu negativen Effekten in fast allen Sektoren bei, speziell im Winter dürfte sich die Versorgungslage in Mitteleuropa als sehr angespannt darstellen. Auf welche Aktien sollten sie nun achten?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: PATHFINDER VENTURES INC | CA70323P1071 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

Inhaltsverzeichnis:


    TUI – Wie wird der Reisesommer im Jahr 2023?

    Der größte europäische Reiseanbieter TUI hängt mit seiner Geschäftsentwicklung klar an den verfügbaren Einkommen der Bevölkerung. Beim normalen Verbraucher schlagen hohe Preise für lebenswichtige Güter sowie Strom und Wärme extrem ins Kontor. Laut Statista beträgt das durchschnittliche Nettoeinkommen eines ledigen Arbeitnehmers in Deutschland ca. 25.500 EUR pro Jahr oder umgerechnet 2.125 EUR im Monat. Sollten bei den kräftigen Mietanstiegen der letzten Jahre nun auch noch die Nebenkosten mit plus 100 bis 300% zu verkraften sein, dürften die Konsum- und Reisebudgets extrem unter Druck kommen.

    Nach einer langanhaltenden Pandemie, strengen Einreisebestimmungen und Hygienekontrollen ist das Reisen mittlerweile fast wieder so möglich wie im Jahr 2019. TUI ist als großer Individual-Reiseanbieter aber auf die Kaufkraft und Ausgabenlust der Menschen angewiesen. Nur bei guter Stimmung und verfügbarer Mittel werden Urlaube gebucht. Steigen die Haushaltskosten aber weiter, dürften viele Reisepläne doch wieder kurzfristig aufgegeben werden. Laut aktuellen Umfragen von YouGov wollen 92% der Deutschen auch in 2023 verreisen. Dieses Ergebnis als gegeben unterstellt, würde TUI wahrscheinlich ein gutes Reisejahr bevorstehen.

    Die TUI-Aktie hat bereits einige Kapitalerhöhungen hinter sich gebracht, der Kurs fiel aber immer weiter Richtung Süden. Mittlerweile unterschreitet der Wert des Eigenkapitals die aktuelle Verschuldung deutlich, TUI ist daher auf einen positiven Free Cashflow angewiesen, um seine Verschuldung sukzessive zu senken. Derzeit befindet sich der Kurs mit 1,43 EUR nur knapp über dem Allzeit-Tief von 1,17 EUR. Die Investmentbank Berenberg hatte TUI zuletzt auf „Sell“ abgestuft. Ob die „Wärme-Flüchtlinge“ im kommenden Winter die Bilanz auf Trab bringen, bleibt höchstspekulativ!

    Pathfinder Venture – So einfach kann Erholung sein

    Eine interessante Reise-Aktie befindet sich mit Pathfinder Ventures in Kanada und Frankfurt auf dem Kurszettel. Der Campingplatz-Betreiber hat ein spezielles Geschäftskonzept für das familienorientierte Reisen in die Natur entwickelt, der Trend nach Erholung mit zusätzlichen Annehmlichkeiten findet derzeit immer mehr Anhänger. Sehr zufrieden ist das Management mit den Buchungen zum letzten Thanksgiving-Wochenende. Im Mittel hatte sich die Auslastung in allen Liegenschaften auf erfreuliche 73% nach oben entwickelt, was einer 18%igen Steigerung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Pathfinder Camp Resorts in Fort Langley und Agassiz-Harrison waren vom 7. bis 9. Oktober sogar zu 93% bzw. 81% ausgelastet. Hier sorgt das richtige Konzept für eine hohe Auslastung.

    "Der Trend und die Nachfrage nach Freizeitaktivitäten in der Natur nehmen zu, denn die Menschen suchen nach Aktivitäten im Freien. Wie die Belegungszahlen zeigen, verzeichnet die Wohnmobil- und Campingbranche in British Columbia ein starkes Wachstum. Die Kunden kommen früher im Jahr zum Campen und bleiben bis in die Herbstmonate hinein", sagte der CEO und Gründer Joe Bleackley. Durch die Verlängerungsmöglichkeiten in den Winter hinein ist sogar festzustellen, dass immer mehr Menschen dauerhaft in ihr Wohnmobil umziehen. Für solche Bedarfe hat Pathfinder spezielle Versorgungskonzepte entwickelt und die Nachfrage für dieses Angebot ist stark steigend. Pathfinder prüft daher derzeit bestimmte Standorte, die sich für längerfristige Wohnmobilaufenthalte eignen.

    Pathfinder geht strategisch neue Wege, um die Urlaubs- und Erholungssuchenden an sich zu binden. Digitale Buchungsplattformen, moderne Reservierungssysteme und Entertainment-Angebote für Jung und Alt wurden quasi über Nacht an historisch gewachsenen Standorten installiert. Die robuste Nachfrage nach entschleunigten Urlaubskonzepten dürfte das Geschäft bei Pathfinder in Zukunft weiter antreiben, auch die Expansionsmöglichkeiten über British Columbia hinaus sind einzigartig.

    Deutsche Bank versus Commerzbank – Die Kreditbücher dürften unter Druck kommen

    Nicht nur Privathaushalte leiden unter den dramatischen Kostenanstiegen. Über 97% der Firmen in Deutschland werden dem Mittelstand zugerechnet. Sie beschäftigen mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer im Land und erwirtschaften rund ein Drittel des Umsatzes aller Unternehmen. Doch die Inflation hinterlässt Spuren. Ein mittelständischer Betrieb muss heute mit völlig veränderten Inputkosten kalkulieren, die sich nur selten in Verkaufspreise ummünzen lassen. Beispiele gibt es unzählige: Manch alteingesessener Bäckereibetrieb denkt über die Schließung nach, weil ein 70%-iger Preisanstieg bei Backwaren nicht mehr an die Kundschaft weitergegeben werden kann. Wie traurig!

    Am schlimmsten trifft es energie- und stromlastige Produktionsbetriebe, die eh schon seit Monaten unter den belasteten Lieferketten leiden und durch wenig Überwälzungsmöglichkeiten auf der Absatzseite in die Verlustzone bugsiert werden. Die sich nun anbahnende Konjunkturkrise lenkt den Blick auf die Bilanzen der großen deutschen Geschäftsbanken. Bei der Deutschen Bank stieg der Vorsteuergewinn im 2. Quartal auf ein 12-Jahreshoch von 1,5 Mrd. EUR, die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich hingegen nur moderat auf 233 nach 75 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Bei der Commerzbank legte das operative Ergebnis im zweiten Quartal von 32 auf 746 Mio. EUR zu, aus dem Mittelstandsbereich mBank wurden 103 Mio. EUR dazu gesteuert. Für das dritte Quartal rechnet die mBank zusätzlich mit Belastungen von 210 bis 290 Mio. EUR für „Credit Holidays“ und rund 30 Mio. EUR für die Aufstockung eines Fonds für in Zahlungsschwierigkeiten geratene Kreditnehmer.

    Beide Banken haben vorbehaltlich eines nicht eintretenden Gasnotstands in Deutschland an ihren leicht positiven Ausblicken für 2022 festgehalten, die Aktienkurse steigen derzeit gegen den allgemeinen Ausverkaufstrend und verabschieden sich deutlich von den Tiefs im Juli. Offensichtlich werden derzeit die Chancen höher bewertet, als mögliche Risiken am Horizont.


    Die Börse bietet mit den jüngsten Korrekturen eine Reihe von Einstiegsmöglichkeiten. Finanzwerte stehen und fallen mit der Konjunktur, die bislang noch robust erscheint. Bei der Reisebranche bleibt das Geschäftsmodell Trumpf. Pathfinder Ventures kann ein interessantes Konzept pro Mensch und Natur vorweisen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    BioNTech hat mit Zahlen überzeugt und auch der Chart sieht wieder gut aus. Bei Porsche läuft es rund. Allerdings sehen nicht alle Analysten weiteres Kurspotenzial und die Kursziele gehen auseinander. Allerdings winkt der Aufstieg in den DAX. Auch Pathfinder Ventures profitiert von einer überraschend hohen Nachfrage. Das Angebot der Wintercamping-Resorts ist praktisch ausverkauft. Doch zunächst zu BioNTech. Nachdem Wettbewerber Moderna in der vergangenen Woche eher enttäuscht hatte, konnten die Quartalszahlen der Mainzer-Biotechschmiede überzeugen. Und aufgrund der vollen Pipeline können Anleger einen regen Newsflow im kommenden Jahr erwarten. Analysten sind bullish.

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