Menü

25.08.2021 | 05:08

Saturn Oil + Gas, Gazprom, K+S – Aufgepasst: Hier gibt es einstellige KGVs!

  • Öl
  • Gas
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Es existieren mehrere Kennzahlen, um sich bei der Aktienanalyse schnell einen Eindruck davon zu machen, ob ein Titel günstig oder teuer ist. Die Liste der Einschränkungen, warum dies nicht mehr als eine Daumenregel ist, ist lang. Den folgenden substanzstarken Unternehmen mit gut laufendem operativen Geschäft bescheinigen Analysten eine sehr niedrige Bewertung mit einstelligen KGVs. Welche Aktie verfügt über das größte Potenzial?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: SATURN OIL+GAS O.N. | CA80412L1076 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888


SATURN OIL + GAS INC – Quartalszahlen voraus

Der kanadische Öl- und Gas-Produzent ist mit der in diesem Sommer vollzogenen Akquisition der Oxbow-Liegenschaft im Südosten von Saskatchewan in eine neue Liga aufgestiegen. Die Anlagen von Oxbow produzieren derzeit fast 6.700 BOE täglich. Damit vervielfacht Saturn seinen Output. Vorteilhaft ist zudem eine umfangreiche vorhandene Infrastruktur auf dem Areal und die direkte Pipeline-Anbindung an das weltweite Vertriebsnetz. Die Oxbow-Liegenschaft umfasst 11.484 qkm Land mit über 1.000 produzierenden Quellen, 2.500km angeschlossene Pipelines und 244 bohrfertige Bohrlöcher. Der Kaufpreis der Liegenschaft sollte sich spätestens in zwei Jahren amortisiert haben.

Mit großer Spannung erwarten Anleger die nächsten Quartalszahlen von Saturn. Am 30. August werden die Eckdaten für das zweite, am 29. November die für das dritte Quartal veröffentlicht. Die Q2-Daten werden durch Einmaleffekte in Folge der Akquisition und Kapitalmaßnahme negativ verzerrt sein, ab Q3 dürften Anleger dann einen schärferen Blick auf die Profitabilität der Gesellschaft erlangen.

Zudem wird es spannend, wenn sich das Management in den nächsten Quartalen zur weiteren Perspektive äußert. Stehen weitere Übernahmen an? Derzeit ist die Gesellschaft mit 65 Mio. CAD sehr niedrig bewertet. Die Analysten von GBC prognostizieren für 2022 und 2023 ein KGV von jeweils 1 für den Titel! Als Kursziel formulieren die Experten 0,46 CAD, womit sich die Anteilsscheine mehr als verdreifachen sollten.

GAZPROM PJSC ADR – Auf das große Bild kommt es an

Etwas irritierend ist die Nachrichtenlage in Bezug auf Nord Stream 2. Nachdem sich die USA mehrere Jahre vehement gegen die Pipeline ausgesprochen hatte, gab es im Juli eine positive Überraschung. Die Bundesregierung und die US-Regierung verkündeten einen Durchbruch. Zuletzt gab es verschiedene Medienberichte, wonach die Bauarbeiten für die Pipeline noch in diesem Monat abgeschlossen sein sollten.

Nun hat die US-Regierung jüngst neue gegen Russland gerichtete Sanktionen wegen der Ostsee-Pipeline verhängt. Wie das amerikanische Außenministerium vergangenen Freitag mitteilte, werden in einem neuen Bericht an den Kongress zwei Russen und ein russisches Schiff aufgeführt, die am Bau der Pipeline von Russland nach Deutschland beteiligt sind.

Dieses erneute Störfeuer wird aber nichts daran ändern, dass die Pipeline in absehbarer Zeit in Betrieb genommen werden wird. Dadurch kann der Weltmarkführer im Erdgasgeschäft in Zukunft die Marktposition in Europa deutlich ausbauen. Ohnehin haben sich die Rohstoffpreise in den letzten Monaten auf ein attraktives Niveau bewegt, auch wenn die Volatilität steigt. Der Konzern weist aktuell eine Marktkapitalisierung von 95 Mrd. USD auf. Das 2022er KGV liegt lediglich bei 4 und damit nicht genug – Aktionären winkt auch noch eine Dividendenrendite von 11%.

K+S AG – Wettbewerbssituation und Kalipreise im Fokus

Der Düngemittelkonzern konnte im Rahmen der Veröffentlichung der endgültigen Q2-Daten keinen nochmals verbesserten Ausblick geben. Das führte dann zu Gewinnmitnahmen, die den Aktienkurs seitdem um rund 15% gedrückt haben. Der Konzern hatte bereits aufgrund steigender Nachfrage und hoher Kalipreise vor einiger Zeit die Guidance für das laufende Geschäftsjahr erhöht.

Bemerkenswert ist die Entschuldung und die bilanzielle Stärkung, die durch den Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts mit der Vereinnahmung von 2,6 Mrd. EUR erzielt wurde. Das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum operativen Gewinn ist nun auf den Faktor 2 gesunken, ein moderates Niveau. Zudem ist die Eigenkapitalquote deutlich auf komfortable 48% angestiegen.

Momentan reagiert die Aktie aber eher auf das Preisumfeld bei Kali und die Wettbewerbssituation. In den letzten Handelstagen konnten die hohen Kalipreise in Brasilien die Aktie beflügeln. Zuvor verunsicherte die Ankündigung des Rohstoffriesen BHP, sich nach der Trennung von seinem Öl- und Gasgeschäft stärker auf den Bereich Kali zu konzentrieren. Jedoch dauert der Aufbau von Kapazitäten mehrere Jahre. Somit sollte es K+S mittelfristig möglich sein, ordentliche Gewinne einzufahren. Auf Basis der durchschnittlichen Analystenschätzungen liegt das 2022er KGV des Titels bei 8.


Alle drei beschriebenen Gesellschaften weisen eine geringe Unternehmensbewertung auf. Gazprom besitzt als Weltmarktführer eine überragende Position, politische Risiken sind jedoch nicht wegzudiskutieren. Ein KGV von 4 und eine Dividendenrendite von 11% sind sehr verlockend. K+S besitzt in einem Wachstumsmarkt eine gute Position, zudem hat sich die Bilanzsituation extrem verbessert. Die attraktivste Aktie ist unserer Meinung nach Saturn Oil + Gas. Noch verkennt die Börse den wahren Unternehmenswert, der durch die jüngste Akquisition entstanden ist.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von Stefan Feulner vom 17.09.2021 | 05:10

LVMH, Diamcor, BYD – Konsum ohne Limit

  • Luxusgüter
  • Rohstoffe

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer weiter auseinander. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Mehr als 13 Mio. Menschen, rund 16% der Bevölkerung, lagen unter der Armutsgrenze und mussten sich von 781 EUR oder weniger ernähren. Dagegen ist die Zahl der Millionäre in der Bundesrepublik von 1,47 Mio. auf nunmehr 1,54 Mio. weiter gestiegen. Durch den sprunghaften Anstieg der Neureichen steigt auch der Konsum und der Kauf von Luxusgütern. Teure Autos, Uhren oder Diamanten sind schließlich wichtig für das Prestige, um seinen „Reichtum“ zeigen zu können.

Zum Kommentar

Kommentar von Stefan Feulner vom 16.09.2021 | 05:10

Fuellcell Energy, Saturn Oil + Gas, Gazprom - Die Renaissance der fossilen Brennstoffe

  • Energie
  • Öl

Keine Frage, Deutschland hat beim Klimaschutz schon viel erreicht. 2020 kamen etwa 45% des Stroms aus Erneuerbaren Energien. Das Ziel, 2045 treibhausgasneutral zu werden, ist jedoch noch in weiter Ferne. Damit dieser Plan Wirklichkeit wird, muss die Windkraft noch erheblich ausgebaut werden. Dass es in den nächsten Jahren nicht ohne fossile Brennstoffe geht, zeigt die erste Hälfte des laufenden Jahres. Über 56% der gesamten in Deutschland erzeugten Strommenge von 258,9 Mrd. kWh stammte nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts aus konventionellen Quellen wie Kohle, Erdgas oder Kernenergie.

Zum Kommentar

Kommentar von Carsten Mainitz vom 16.09.2021 | 05:08

Triumph Gold, First Majestic, Varta– Inflation wird schlimmer, als wir denken – So sichern Sie Ihr Vermögen!

  • Gold
  • Silber
  • Kupfer
  • Rohstoffe

Die Inflation in den USA hat im August leicht vom Juli-Wert von 5,4% auf 5,3% nachgegeben. Dies ist dennoch ein hoher Wert. Hieraus eine Trendwende abzuleiten, wäre verfrüht. Weitaus dramatischer sind die Teuerungsraten der Großhandelspreise in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte, stiegen diese im August gegenüber dem Vorjahr um 12,3% an. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 1974, während der ersten Ölkrise. Um das eigene Vermögen zu schützen, sollten Anleger in Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Rohstoffe bzw. Edelmetalle investieren. Wer bietet das beste Chance-Risiko-Verhältnis?

Zum Kommentar