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16.03.2022 | 04:44

Rheinmetall, Nordex, Kodiak Copper: Aktien-Sensation bei Kupfer und Nickel!

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Bildquelle: pixabay.com

Zu Beginn dieser Woche musste die London Metall Exchange (LME) den Terminmarkt auf Nickel aussetzen, denn die Margin-Calls überforderten einige Marktteilnehmer. Immerhin waren die Terminpreise innerhalb von zwei Wochen von 25.000 auf 100.000 USD explodiert. Damit ist das wichtige Industriemetall so teuer wie noch nie. Die LME wird den Nickelhandel heute wieder aufnehmen, man darf gespannt sein, wo der Short-Squeeze den Preis dann hintreibt. Mittlerweile dürften sich auch die wenigen Produzenten des Metalls auf den Weg gemacht haben, ihre geschürfte Ware bestens an den Mann zu bringen. Ähnliche Knappheiten existieren mittlerweile im elektrischen Leitermetall Kupfer und einigen anderen Batterie- und Hightechmetallen. Wir stellen ein paar interessante Investments vor.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: KODIAK COPPER CORP. | CA50012K1066 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    Nickel und Kupfer werden zur Mangelware

    Wie die LME gestern mitteilte, gibt es nun Ober- und Untergrenzen für die Preise von Nickel und anderen Basismetallen. Die Banken einigten sich auch auf ein Stillhalteabkommen mit Tsingshan, dessen Short-Eindeckung dazu beitrug, den Nickelpreis so in die Höhe zu treiben. Grund für die Panik sind die Sanktionen gegen Russland, die auch die Produktion dortiger Unternehmen wie Norilsk Nickel, dem größten Nickel und Palladium-Produzenten der Welt, nachhaltig einschränken. Beide Metalle werden dingend im Automobilbau gebraucht und laufen nun stark in die Unterversorgung. Das gleiche Szenario gilt für Kupfer, denn wichtige Kabelbaum-Produzenten befinden sich in der Ukraine. Kupfer selbst befindet sich schon seit drei Jahren in einer Knappheitssituation, einige Automobilproduzenten müssen nun krisenbedingt die Bänder anhalten, da sowohl der Rohstoff als auch die Zwischen-Erzeugnisse fehlen.

    Kodiak Copper – Frische Bohrergebnisse und eine Kapitalerhöhung

    Der Spotpreis des begehrten Metalls CU stieg in 2022 bereits von 9.500 auf knapp 11.000 USD und konsolidierte in den letzten Tagen bis rund 9.900 USD. Die erste Krisen-Hysterie scheint vorüber, die langfristigen Knappheitsprobleme dürften aber bestehen bleiben. Da es sehr wenige förderfähige Minen gibt, richtet der Markt seine Aufmerksamkeit auf interessante Liegenschaften, die in den nächsten Jahren in Produktion gehen können.

    Ein Projekt, das sich sehr gut nach vorne entwickelt, ist im Besitz von Kodiak Copper, einem Explorer aus British Columbia. Seine Liegenschaft MPD befindet sich im Süden von British Columbia, in unmittelbarer Nähe zu bekannten Minen wie Copper Mountain, Highland Valley und New Afton. Daneben besitzt Kodiak auch das Kupfer-Molybdän-Silber-Porphyr-Projekt Mohave in Arizona, in der Nähe der Weltklasse-Mine Bagdad.

    Das Unternehmen hat kürzlich neue Bohrergebnisse für das MPD Projekt geliefert und eine größere Finanzierung angekündigt. Die Ergebnisse von fünf weiteren Bohrlöchern, die im Jahr 2021 in der Gate-Zone gebohrt wurden, weisen weiterhin beträchtliche Kupfer-Gold-Gehalte über größere Abschnitte auf und definieren eine breite mineralisierte Hülle, die eine hochgradige zentrale Zone umgibt. Die neuen Bohrungen haben Mineralisationen auch nach nach Osten und in die Tiefe bestätigt. Das Porphyrziel in der Zone Gate ist weiterhin in mehrere Richtungen erweiterungsfähig.

    Claudia Tornquist, Präsident und CEO von Kodiak: "Die Tatsache, dass dies nur eines von mehreren Zielgebieten für weitere Bohrungen darstellt, unterstreicht das Potenzial, die mineralisierte Hülle bei Gate noch erheblich zu erweitern. Wir werden die systematischen Bohrungen in der Zone Gate fortsetzen und freuen uns darauf, denselben Ansatz, der zu dieser Entdeckung geführt hat, auch zur Erschließung des Potenzials mehrerer anderer Ziele bei MPD im Jahr 2022 anzuwenden."

    Zur Finanzierung der 2022er Bohrvorhaben wurde die kürzlich angekündigte Privatplatzierung im Umfang deutlich erweitert. Das Unternehmen wird nun 3.875.000 Charity-Flow-Through-Stammaktien in einer Privatplatzierung zu einem Preis von 2,08 CAD pro Aktie emittieren, was Kodiak einen Bruttoerlös von insgesamt 8,06 Mio. CAD beschert. Zusätzlich werden konventionelle Flow-Through-Aktien zu 1,92 CAD über einen Betrag von 500.000 CAD angeboten.

    Nach sofortigem Anstieg um 17% bei Verkündung der Finanzierung, reagierte die Kodiak-Aktie in folgenden Tagen schwächer auf die anstehende Verwässerung. Die Projekte sind aber nun sehr gut durchfinanziert und unverändert aussichtsreich. Die Marktkapitalisierung ist nun bei rund 90 Mio. CAD angekommen, im letzten Jahr waren es noch knapp 60 Mio. CAD. Eine tolle Performance für investierte Anleger. Bleiben sie daher investiert und legen sie in der aktuellen Korrektur ein paar Stücke dazu. Kupfer bleibt ein Dauer-Thema.

    Rheinmetall und Nordex – Wenn sie nur liefern könnten

    Just als der russische Einmarsch in die Ukraine begann, kannten die Aktien der beiden Unternehmen Rheinmetall und Nordex nur noch eine Richtung: Gen Norden! Sie stiegen damit gegen den allgemein schwachen Trend an der Börse, der vor allem Industrie- und Hightechwerte erfasste. Die Betrachtungsweise fußt zum einen auf dem Argument der zu erwartenden Rüstungsaufträge für Rheinmetall und zum anderen am beschleunigten Ausbau alternativer Energien in Hinblick auf die extreme Verteuerung fossiler Energieträger. Das ist allerdings u.E. etwas zu kurzfristig gedacht, denn die Knappheiten bei wichtigen Metallen und Kernbestandteilen von Hightechgeräten betreffen die beiden Profiteure gleichermaßen. Hinzu kommt die schier endlos werdende Belastung der Lieferketten, die sich durch Sanktionen, Werksschließungen und Flugverbote noch ausdehnen wird.

    Im Fall von Rheinmetall sehen wir in dem 100 Mrd. EUR Investitionsbudget für die Bundeswehr und den vielen europäischen Bestellungen durchaus ein mittelfristiges Aufwertungsszenario, das bei stark erhöhten Auftragseingang auch deutlich mehr Gewinn erzeugen wird. Gleichzeitig gilt aber wie auch bei Nordex: Allein die Auftragsflut ist es nicht, die das Zahlenwerk kurzfristig verbessert. Beide Werte hängen an der Verfügbarkeit von Rohmaterialien, die sie in ihren Industrieprozessen erst veredeln müssen, um das gewünschte Produkt an den Kunden ausliefern zu können. An dieser Tatsache hegen wir momentan extreme Zweifel, denn auch den notwendigen Personalaufbau stemmt man nicht innerhalb von wenigen Wochen.

    Im Falle von Rheinmetall betrug der Anstieg gute 50%, bei Nordex ist es etwas weniger. Der findige Investor der ersten Minute freut sich über die richtige Entscheidung zu Kriegsbeginn und macht jetzt Kasse. Sowohl Rheinmetall als auch Nordex verlieren aktuell stark an Momentum und sind für die nähere Zukunft sehr korrekturanfällig. Mittel- bis langfristig kann ein Long-Investment dennoch aufgehen, dafür muss die Börse aber erst in den Normalmodus zurückfinden.


    Volatilität und Unsicherheit prägen das Aktiengeschäft. Die Knappheit an Rohstoffen wird der Showstopper für viele Industrie-Unternehmen. Bei einigen Automobilproduzenten stehen die Bänder schon still. Insbesondere die Hightech-Spezialisten Rheinmetall und Nordex sind zuletzt besonders stark gestiegen, hier sollten die Gewinne mitgenommen werden. Ein Teil der Erlöse kann getrost bei Kodiak Copper investiert werden, denn hier stimmt das langfristige Setup.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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