Menü schließen




14.09.2022 | 05:10

Rheinmetall, Defense Metals, MP Materials – Der Trend bleibt bestehen

  • Inflation
  • Rohstoffe
  • Seltene Erden
Bildquelle: Defense Metals Corp.

Und wieder einmal wird die kürzlich gestartete Aufwärtsbewegung an den Börsen durch neue Inflationsdaten aus den USA jäh beendet. Die Verbraucherpreise stiegen im vergangenen Monat um 8,3%, die Kernrate um 6,3%. Damit lagen die Werte erneut über den Schätzungen der Ökonomen, was weitere Zinserhöhungen mehr als wahrscheinlich macht. Die höheren Zinsen sind eine weitere Belastung für die Wirtschaft. Hinzu kommen durch die hohe Nachfrage weiter anziehende Preise bei dringend benötigten Rohstoffen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: MP MATERIALS CORP | US5533681012 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – Anschlusskäufe fehlen

    Aus charttechnischer Sicht trübt sich das Bild für den Haus- und Hoflieferanten der Deutschen Bundeswehr weiter ein. Das vor zwei Wochen markierte Zwischentief bei 146,20 EUR kommt wieder näher. Nach einem kurzen Aufbäumen bis an die Marke von 160 EUR fehlten die Anschlusskäufe, die Rheinmetall-Aktie prallte an der 200-Tagelinie ab und bewegte sich seither Richtung Süden. Mit dem Bruch des wichtigen Unterstützungsbereichs bei 146,20 EUR sind nach dem fulminanten Aufschwung Ende Februar aufgrund des Ausbruchs des Ukraine-Konflikts keine weiteren größeren Unterstützungen auszumachen. Tatsächlich droht dem Wert dadurch das Schließen der Kurslücke bei 107,20 EUR.

    Auch aus fundamentaler Sicht halten sich die Neuigkeiten für positive Kursbewegungen ebenfalls in Grenzen. So hat Rheinmetall nach eigenen Angaben 16 Marder-Schützenpanzer aus alten, ausgemusterten Bundeswehrbeständen weitestgehend wiederhergestellt. Sie seien auslieferfähig, doch bislang gibt es nach Aussagen keine Ausfuhrgenehmigung durch die Bundesregierung, teilte das Unternehmen auf Anfrage von NDR und ARD-Hauptstadtstudio mit. Mit der Aufbereitung 14 weiterer Marder habe Rheinmetall bereits begonnen. Bei Bedarf könnten noch 70 weitere Fahrzeuge aus Altbeständen wieder nutzbar gemacht werden.

    MP Materials – Westlicher Profiteur der hohen Nachfrage

    Durch die weiter steigenden Zinsen droht die Angst vor einer globalen Rezession, somit sinkt die Nachfrage nach vielen Gütern. Dies betrifft jedoch weniger die kritischen Rohstoffe, die unabdingbar zum Erreichen der Klimaziele sind. Neben Rohstoffen wie Lithium, Kobalt oder Nickel sind Seltene Erden essenziell, ohne die weder ein Elektroautomobil noch eine Windkraftanlage funktionieren würde. Allein bis zu 4kg des Metalls befinden sich in einem herkömmlichen Elektroauto, für einen effizienteren Generator eines Windrades fallen rund 217,52 kg pro MW auf Dysprosium, Neodym und Terbium an. Neben dem Sektor der Erneuerbaren Energien nimmt auch der Bedarf der Rüstungsindustrie stetig zu. Neodym-Eisen-Bor-Magneten gelten als die stärksten Dauermagneten der Welt und sind in vielen militärischen Waffensystemen enthalten, zum Beispiel in präzisionsgelenkten Waffen, Satelliten- und Tarnkappentechnologien sowie in unbemannten Fahrzeugen und modernen Kommunikationssystemen.

    Dabei kommt bei seltenen Erdmetallen ein weiteres Problem, hinzu, dass der westlichen Welt zukünftig im wahrsten Sinne des Wortes auf die Füße fallen könnte. Denn durch eine mögliche Eskalation des Taiwan-Konflikts könnte es, ähnlich wie gerade in Russland zu sehen, zu Sanktionen gegen die größte asiatische Volkswirtschaft kommen, was fatale Folgen für die westlichen Lieferketten hätte. China besitzt quasi ein Monopol auf die Wertschöpfungskette bei seltenen Erdmetallen. Zwar fiel der Anteil der jährlichen Produktion von 92% im Jahr 2010 auf aktuell noch 60%, die weitere Bearbeitung mit dem Abbau und der Aufbereitung eines Seltenerdkonzentrats, das Schmelzen und die Trennung von Seltenerdoxiden sowie die Raffination zur Produktion von Seltenerdmetallen- und Legierungen werden fast komplett von China abgedeckt. Seit Jahren versucht der Westen, speziell die USA, das Risiko mit Milliardensubventionen zu minimieren, aktuell ist die Abhängigkeit jedoch noch enorm. Mit der Mountain-Pass Mine gibt es lediglich eine westliche Alternative, die rund 15% des globalen Marktvolumens pro Jahr produziert.

    Defense Metals – Die große Wachstumschance

    Die Mountain-Pass-Mine, die von MP Materials mit Sitz in Las Vegas in den USA betrieben wird, ist wie berichtet bereits in Produktion und wiegt an der Börse 5,86 Mrd. USD schwer. Dagegen ist das kanadische Unternehmen Defense Metals, das 100% des Wicheeda-Projekts in Kanada besitzt, mit einem Börsenwert von 38,38 Mio. CAD ein Leichtgewicht, jedoch sind die Ähnlichkeiten zum großen Bruder mehr als ähnlich. Die 4244 ha große Liegenschaft liegt rund 80 km nordöstlich der Stadt Prince George, einem Zentrum des Bergbaus im kanadischen British Columbia und ist strategisch günstig an einer wichtigen Forststraße gelegen, die an einen Highway anschließt.

    Neben der erstklassigen Infrastruktur weist Wicheeda starke Ähnlichkeiten in der Metallurgie mit der bisher rentablen Mountain-Pass-Mine auf. Es besitzt nach der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (Preliminary Economic Assessment, PEA) das Potenzial, eine der bedeutendsten globalen Lagerstätten für Seltene Erdmetalle zu werden. Eine wirtschaftliche Metallurgie setzt voraus, dass die Mineralien und die darin enthaltenen Seltenen Erden chemisch und physikalisch so beschaffen sind, dass sie durch günstige Aufbereitungstechniken leicht entfernt werden können. So gelten Bastnäsit und Monazit als am günstigsten zu verarbeiten. Zudem müssen diese Seltene-Erden-Mineralien als grobe, gut kristallisierte Körner im Gestein vorhanden sein. Als die Mountain Pass-Mine 1950 entdeckt wurde, wurde grobkristalliner Bastnäsit und Parisit entdeckt, der sich leicht freilegen ließ und somit zum bevorzugten Seltene Erdmetall aufstieg. Auch die Wicheeda-Lagerstätte besitzt die gleichen grobkristallinen Metalle, die kostengünstig mit den herkömmlichen Methoden verarbeitet werden können.

    Kürzlich wurde eine Mineralexplorationsvereinbarung mit der McLeod Lake Indian Band unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst die unmittelbaren Interessen der Vertragsparteien hinsichtlich der Mineralexplorationsarbeiten auf dem Projektgebiet und bietet einen Kommunikations- und Kooperationsrahmen für die anstehenden Tätigkeiten. Die Vereinbarung versorgt die McLeod Lake Indian Band nicht nur mit wichtigen Informationen darüber, wie diese Arbeiten erfolgen werden, sondern bietet der Gemeinschaft auch wirtschaftliche Chancen. Außerdem stellt sie einen Strategieplan für die potenzielle zukünftige kommerzielle Beteiligung dar, sobald die Explorationsarbeiten Fortschritte machen.

    Die Aktie von Defense Metals korrigierte im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur seit Anfang März um rund 40% und bietet aufgrund des erwarteten zukünftigen Nachfrageüberhangs bei seltenen Erdmetallen exzellente Wachstumschancen.


    Die Inflationsdaten zeigen weitere Zinserhöhungen an, die Börsen gehen erneut in den Keller. Durch weitere Zinsschritte kommt dagegen eine globale Rezession immer näher. Im Gegensatz zu anderen Gütern dürfte die Nachfrage bei seltenen Erdmetallen aufgrund der Klimawende und der Aufrüstung der westlichen Welt weiterwachsen. MP-Materials betreibt die bisher einzige produzierende Mine in Nordamerika. Mit Defense Metals betreibt ein weiterer aussichtsreicher Player sein Wicheeda-Projekt, das der Mountain Pass-Mine sehr ähnelt und dadurch gehöriges Potenzial besitzt.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 05.10.2022 | 04:44

    E-Mobilität und Wasserstoff: BYD, Almonty Industries, Thyssen, Nel ASA – Jetzt geht es richtig los!

    • GreenTech
    • E-Mobilität
    • Wasserstoff
    • Rohstoffe

    In der aktuellen geopolitischen Konstellation zeigt die globalisierte Welt ihre wirklichen Schwächen. Für das rohstoffabhängige Europa und insbesondere Deutschland stellt sich die Lage sogar als mittelfristiger Showstopper für die Industrie dar, denn im nahenden Winter muss von Seite der Regierungen entschieden werden, wo die verbleibenden Gasreserven entnommen werden dürfen. Wenn aber zu wenig da ist, fällt die Entscheidung wohl in Richtung Bevölkerung, die Industrie muss dann nach Alternativen suchen. Trotz des teuren Stroms scheint die E-Mobilität ihren Weg zu gehen und auch der Wasserstoff kommt langsam ins Laufen. Was bedeutet dies für einzelne Aktien?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 26.09.2022 | 05:10

    Hypoport, Saturn Oil + Gas, Deutsche Bank – Knallharte Ansagen der Analysten

    • Analyse
    • Märkte
    • Rohstoffe

    Aufgrund der Unsicherheiten in der Weltwirtschaft mit Rezessionsängsten und gesprengten Lieferketten, gepaart mit einer ausufernden Inflation, wird es für Unternehmen immer schwieriger, ihre Prognosen aufrecht zu halten. Jüngstes Beispiel ist der Batteriehersteller Varta, der seine Schätzungen für das Gesamtjahr aufgrund gestiegener Produktionskosten ganz zurückzog. Die Analysten reagierten mit Herabstufungen. Im Gegensatz dazu ist das Gros der Finanzexperten trotz der letzten Korrekturen besonders für den Rohstoffsektor langfristig optimistisch gestimmt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 22.09.2022 | 04:44

    Uniper und Kion im Schockzustand, Teilmobilisierung bei BASF und Meta Materials

    • Chemie
    • Hightech
    • E-Mobilität
    • Rohstoffe

    Zum ersten Mal in der jüngsten Geschichte fand ein angekündigter Auftritt Putins nicht statt. Am Morgen erschallte schließlich die Nachricht, vor der sich Russland die letzten Wochen so sehr gefürchtet hat: Putin verkündet die Teilmobilmachung. Es betrifft wohl eine zusätzliche Anzahl von 300.000 Soldaten, die nun in die Mobilisierung gehen. An der Börse haben Neuigkeiten zum Krieg offenbar nur noch Einfluss, wenn sich dahinter auch wirtschaftliche Neuigkeiten verbergen, denn der Markt legte trotz zu erwartender Eskalationen zu. Konsens scheint aber nun zu sein, dass weltweit mit einer stark verlangsamten Konjunkturentwicklung gerechnet wird. Derzeit vollziehen viele Aktien eine Anpassung an eine neue Betrachtung: Der Zins ist zurück, damit rechnen sich Kapitalisierungsmodelle gerade bei Wachstumsaktien neu. Worauf sollte nun geachtet werden?

    Zum Kommentar