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21.07.2021 | 05:40

QMines, Varta, Siemens Energy – Wer profitiert vom Kupfermangel?

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Bildquelle: pixabay.com

Der Kupferpreis hat sich im letzten Jahr deutlich nach oben bewegt. Das liegt einerseits an der steigenden Nachfrage durch die Nachhaltigkeitsthemen wie Erneuerbare Energien, E-Mobility und der weltweiten Elektrifizierung. Auf der anderen Seite ist das Metall wirklich rar geworden. Wurden 2008 noch 60 rentable Kupferprojekte gestartet, waren es 2020 nur noch 36, und das bei sinkenden Abbauwerten. Wurden 2015 noch 0,65% Kupfer pro Tonne gefördert sinkt dieser Wert bis 2025 auf 0,55%. Auch bestehende große Kupferminen benötigen in den kommenden Jahren Milliardenbeträge um ihr Produktionslevel aufrecht zu erhalten. Diese Mehrkosten werden an die Verbraucher weitergegeben. Wir beleuchten heute drei Unternehmen, die entweder Kupfer produzieren oder benötigen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: QMines | AU0000141533 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0


QMines – gute Nachrichten zum Mount Chalmers Projekt

Am 12. Juli wurde die Aktie des Kupfer- und Goldexplorers QMines vom Handel ausgesetzt. Am 13. Juli veröffentlichte das Unternehmen die sehr guten Ergebnisse der Diamantbohrungen auf dem historischen Mount Chalmers Projektgebiet. Die Bohrungen haben gezeigt, dass das Gebiet mehr als Kupfer, Gold und Silber enthält. Es wurden zusätzlich bis zu 16,8% Zink und 8,3% Blei entdeckt. Insgesamt wurden 11 Diamant-Bohrungen niedergebracht mit einer Gesamtlänge von 1.587m. Die Spitzenwerte beliefen sich auf 5,21% Kupfer, 9,31 Gramm pro Tonne (g/t) Gold und 23 g/t Silber.

Mit den Resultaten wurden die im Mai verkündeten Kupfer- und Goldwerte noch einmal getoppt. Durch die Neuentdeckung von Zink und Blei muss das Ressourcenmodell aktualisiert werden. Zeitgleich wurden bereits sechs Löcher des Reverse-Circulation(RC)-Bohrprogramms abgeschlossen. Insgesamt sind 30 Löcher mit einer Gesamtbohrlänge von 30.000m geplant. Wenn die Ergebnisse dieses Bohrprogramms vorliegen, will das Unternehmen ein Ressourcenupdate herausgeben. Gerade der Zinnpreis ist, wie auch der vieler andere Rohstoffe, im letzten Jahr deutlich gestiegen.

Neben dem Hauptprojekt Mt. Chalmers besitzt das Unternehmen noch drei weitere Projekte in Queensland, Australien. Das Silverwood Projekt liegt im gleichen Gebiet wie die Mount Morgan Goldmine. Dort gab es historischen Bergbau, genau wie beim Warroo Projekt, das eine historische Kupfer und Goldmine beherbergte. Das Gebiet des Herries Range Projekts ist 330km² groß und aussichtsreich hinsichtlich Goldlagerstätten.

Nach den Bohrergebnissen im Mai stieg der Kurs um 60%. Nach dem jüngsten Update zeigt sich der Aktienkurs überraschend zurückhaltend. Durch die eingenommenen 11,5 Mio. australischen Dollar (AUD) hat das Unternehmen genug Kapital, um die Projekte zu erforschen und so die Ressourcen zu erweitern. Durch die Ausweitung des Rohstoffportfolios auf dem Gebiet des Hauptprojekt bietet das Unternehmen nun noch mehr Potential. Interessierte Anleger sollten per Limit kaufen.

Varta – Warten auf die Zahlen

Für den Bau eines E-Auto Akkus, der 400kg wiegt, benötigt man etwa 22kg Kupfer. Varta hat V4Drive entwickelt, eine Lithium-Ionen-Rundzelle, die innerhalb von 6min geladen werden kann und trotzdem viel Leistung hat. Das ist einer der Gründe, warum die Partnerschaft mit Porsche geschlossen werde konnte. Es gibt Gerüchte, dass auf dem Mercedes Strategy Update zum Thema „electric drive“ am 22. Juli eine Überraschung warten könnte. Fakt ist, dass Daimler noch keinen Partner aus dem Batteriebereich vorweisen kann.

In Nördlingen wurde Ende Juni eine neue Lithium-Ionen-Zellenfabrik eröffnet. Durch die Erweiterung stieg die Produktionsfläche um 15.000qm auf insgesamt 60.000qm. So wurde die Infrastruktur für weiteres Unternehmenswachstum geschaffen. Ansonsten ist die Nachrichtenlage bei Varta recht dünn. Marktbeobachter erwarten, dass die Prognose für das laufende Jahr erhöht wird. Die nächsten Zahlen sind für den 13. August angekündigt. Dabei soll der Umsatz um etwa 70 Mio. EUR steigen auf 940 Mio. EUR und beim EBITA wird ein ca. 30%iges Wachstum erwartet.

Die Aktie bewegt sich, abgesehen von dem Ausbruch Ende Januar, seit September letzten Jahres seitwärts. Bei 139 EUR ist immer wieder Schluss, obwohl sich das Unternehmen positiv entwickelt. Kaum scheint der Ausbruch gelungen, wird die Aktie wieder unter die Marke gedrückt. Zuletzt hatte der schwächelnde Dax daran sicherlich auch seinen Anteil. Die Phantasie, die um die Varta-Aktie sicherlich berechtigt ist, ist bisher noch nicht eingepreist.

Siemens Energy – Windkraft Desaster

Siemens Energys (SE) spanische Windkraft Tochter Siemens Gamesa schreibt Verluste, und das nötigte das Management dazu, eine Gewinnwarnung auszugeben. Vergangenen Donnerstag fiel die Aktie um über 10%. Der Konzern wollte ursprünglich ein EBITDA zwischen 3 und 5% erreichen. Lediglich die Prognose beim Umsatzwachstum will das Unternehmen aufrechterhalten.

Gamesas Projekte leiden unter steigenden Rohstoffpreisen bei Kupfer und Stahl und zusätzlich an operativen Schwierigkeiten. Es ist nicht das erste Mal, dass der große Hoffnungsträger des Konzerns Schwierigkeiten bei seinen Projekten hat. Anscheinend hat die Tochter sich nicht gegen steigende Rohstoffpreise abgesichert und Gespräche mit den Kunden über Preiserhöhungen sind naturgemäß schwierig.

Charttechnisch hat die Aktie alle Unterstützungen gebrochen, so dass ein Test des Tiefs von Ende Oktober bei 18,38 EUR durchaus möglich ist. Zudem ist fraglich, ob noch eine Dividende gezahlt werden kann. Seit der Gewinnwarnung haben auch einige Analysten ihre Einschätzungen nach unten korrigiert. Positiv ist, dass die Auftragsbücher voll sind. Man muss nur aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.


Produzenten bzw. Besitzer von Kupfer, wie QMines, sind langfristig Gewinner der Rohstoffknappheit. Der Markt wird durch immer mehr Verbrauch bei der Elektrifizierung weiter angeheizt. Varta benötigt auch Kupfer, kann aber dank der Innovation ihrer Batterien die Preise voraussichtlich an die Kunden weitergeben. Bei Siemens Energy sollte man die Projekte gegen steigende Rohstoffpreise versichern, aber noch kämpfen viele Windkrafthersteller mit dem Sprung in die Profitabilität.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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