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26.11.2021 | 06:11

Plug Power mit Paukenschlag: Was machen Nel und First Hydrogen?

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Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff-Aktien sind wieder gefragt. Basis für die Branche ist der politische Wille, dass Wasserstoff zu einer zentralen Säule der Energiewende werden soll. Dies gilt für zahlreiche Industriestaaten und auch die neue Ampel-Koalition in Deutschland wird daran laut Koalitionsvertrag festhalten. Doch auch operativ gibt es positive News aus den Unternehmen. Nach den Plänen von ThyssenKrupp, die Wasserstoffsparte an die Börse bringen zu wollen, hat jetzt Plug Power einen Großauftrag mit Strahlkraft gemeldet. Dadurch sollten auch Wasserstoff-Aktien wie First Hydrogen und Nel neuen Auftrieb bekommen.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Fabian Lorenz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , BALLARD PWR SYS | CA0585861085


Plug Power baut 100 MW in Ägypten

Plug Power hat von einem Konsortium für grünen Wasserstoff einen Großauftrag zur Lieferung eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von 100 Megawatt erhalten. Der PEM-Elektrolyseur soll bei Inbetriebnahme der größte seiner Art weltweit sein und in Ägypten stehen. Die Anlage soll grünen Wasserstoff für die Produktion von bis zu 90.000 Tonnen grünen Ammoniak herstellen. Da Ägypten über ausreichend Erneuerbare Energien verfügt, gilt es als ein guter Standort für die Produktion von grünem Wasserstoff. Die Anlage soll bereits in rund 12 Monaten produktionsbereit sein und dann die größte grüne Wasserstoffanlage der Welt werden. Es ist für Plug Power ein äußerst prestigeträchtiger Auftrag und würde den Durchbruch im mittleren Osten bedeuten, wo sich derzeit Abu Dhabi, Dubai und Saudi-Arabien einen Wettlauf über den „größten Produzenten“ von grünem Wasserstoff liefern. Auch wenn die Aktie von Plug Power auf den Auftrag kaum reagierte, sieht der Chart vielversprechend aus.

First Hydrogen: Newcomer mit Potenzial

Die Aktie von First Hydrogen ist noch nicht angesprungen. Dabei ist das kanadische Unternehmen auf einem guten Weg. Es hat das Ziel, der führende Hersteller von emissionsfreien wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen mit großer Reichweite in Großbritannien, der EU und Nordamerika zu werden. Dafür haben sich gleich mehrere erfahrene Branchenexperten zusammengetan. Mit dem „First Hydrogen Utility Van“ befindet sich ein Fahrzeug in der Entwicklung, mit dem First Hydrogen die großen Logistiker wie Amazon, UPS oder DHL adressiert. Dabei setzt man auf eine „Best of-Strategie“. Dies bedeutet, dass bewährte Fahrgestelle eingesetzt werden, um Entwicklungsdauer und Kosten zu reduzieren. Die Bauzeit des Prototyps soll maximal 12 Monate betragen und liegt damit weit unter dem Branchendurchschnitt. Schon im zweiten Quartal wurde die Zusammenarbeit mit zwei Hochkarätern vereinbart. Ballard Power, ein globaler Anbieter von innovativer sauberer Energie mit einer Wasserstoff-Brennstoffzellenflotte, wurde für die Technologie gewonnen. Für das Design konnte mit AVL Powertrain UK, dem weltweit größten unabhängigen Unternehmen für Entwicklung, Simulation und Tests in der Automobilbranche, eine endgültige Vereinbarung geschlossen werden. Im dritten Quartal 2022 sollen zwei wasserstoffbetriebene leichte Nutzfahrzeuge zu Demonstrationszwecken ausgeliefert werden.

Darüber hinaus wird First Hydrogen auch brennstoffzellenbetriebene Systeme zur CO2-Extraktion anbieten, die es den Nutzern ermöglichen, die Systeme auch an entlegenen Orten zu betreiben – auch ohne Stromnetz. Mit 1,65 CAD notiert die Aktie noch deutlich unter ihrem Allzeithoch bei 2,30 CAD im Juni 2021. Dabei ist die Gesellschaft heute ein gutes Stück weiter als damals.

Nel: Rebound läuft

Nachdem es in den vergangenen Tagen bei der Nel-Aktie eher nach unten ging, hat die Aktie am Donnerstag zum Rebound angesetzt. Grund ist ein neuer Auftrag aus Schweden. So gab Nel bekannt, dass man einen Auftrag über einen alkalischen Wasserelektrolyseur mit einer Leistung von 20 Megawatt erhalten habe. Auftraggeber ist Ovako, ein europäischer Hersteller von Baustahl. Der Elektrolyseur soll im bestehenden Werk von Ovako in Hofors, Schweden, installiert werden. Dort wird Wasserstoff zur Erwärmung von Stahl vor dem Walzen und der Warmumformung verwendet. Der fossilfreie Wasserstoff soll die Verwendung von fossilem Propangas ersetzen, das derzeit noch zum Beheizen der Öfen im Werk verwendet wird. „Es gibt ein enormes Potenzial für die Verringerung der CO2-Emissionen von Stahlheizprozessen durch den Einsatz von grünem Wasserstoff. Es gibt zahlreiche ähnliche Standorte mit einem ebenso großen Potenzial für die Dekarbonisierung in ganz Europa und dem Rest der Welt“, sagt Jon André Løkke, CEO von Nel.


Wasserstoffaktien geben wieder Gas. Plug Power und Nel gehören zu den Branchenschwergewichten. Aber Anleger sollten sich auch Newcomer wie First Hydrogen ansehen.


Der Autor

Fabian Lorenz

Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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