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11.11.2021 | 05:10

Paypal, wallstreet:online, Palantir – Zu hoch geflogen

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Bildquelle: pixabay.com

Die Berichtssaison zum dritten Quartal neigt sich dem Ende zu. Aktuell berichten vor allem Technologieunternehmen zum abgeschlossenen Vierteljahr. Obwohl viele die intern gesteckten Ziele sowie die Prognosen der Analysten erreichen, reagieren die Marktteilnehmer infolge der seit Monaten überhöhten Bewertungen mit Kursverlusten. Durch das eher schwächere zweite Quartal stehen die meisten Online-Broker bereits am Ende ihrer Korrekturphase und könnten mit einem weiter haussierenden Aktienmarkt eine neue Welle nach oben starten.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038


Wallstreet:Online – Das Beste von allem

Das beste aus allen Welten bietet der Smartbroker der wallstreet:online AG. Smartbroker ist ein Hybrid-Broker, zum einen weil die Gebühren nahe an die der Neobroker herankommen, zum anderen bieten die Berliner im Gegensatz zu den hochgejubelten Neuankömmlingen der Branche mehr als einen Handelsplatz an. Zudem liegt der Vorteil im durchschnittlichen Depotvolumen eines Kunden. Während ein Anleger beim Smartbroker im Schnitt mehr als 33.000 EUR liegen hat, hinken die Neobroker mit Kundendepots im Bereich zwischen 3.000 EUR und 5.000 EUR weit hinterher. Überdies besitzt die wallstreet:online noch weitere, bereits seit den frühen 2000er Jahren gewachsene Vorteile.

Mit den seit Jahren gewachsenen Portalen wie wallstreet-online.de, boersenNews.de, FinanzNachrichten.de und ARIVA.de stehen mehr als 500.000 registrierte Nutzer bereit, künftig über den Hauptstadt-Broker zu handeln. Eine engere Verzahnung will CEO Matthias Hach in Zukunft weiter beschleunigen und dadurch die Handelsaktivität steigern. Zudem wird eine neue Smartphone-App im ersten Quartal 2022 erwartet, die den Neobrokern Konkurrenz bieten soll. Neben der Optimierung der Smartbroker-Plattform planen die Berliner die Erweiterung der bestehenden KWG-Lizenz. Ziel ist es, das Finanzdienstleistungsgeschäft weiter auszubauen und dafür die Lizenz von Wertpapierhandelsbank auf Wertpapierinstitut zu erweitern.

Die Aktie der Berliner kam in den vergangenen Wochen im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur etwas unter die Räder. Nach Höchstständen im Juni bei knapp 30 EUR, fiel das Papier kurzfristig unter die Marke von 20 EUR. Langfristig besitzt wallstreet:online aufgrund der Kombination von Community und Broker ein klares Alleinstellungsmerkmal.

Palantir – Erneut abgestraft

Es scheint zur Gewohnheit zu werden, dass der Datenanalysespezialist nach Verkündung der Zahlen abgestraft wird. Auch diesmal folgte ein Kursrutsch der Palantir-Aktie in Höhe von rund 10%. Damit kommt der Kurs nahe an den markanten Widerstandsbereich bei 24,00 USD. Bei einem Durchbruch nach unten könnte sich der Wert wieder in seine Seitwärtsrange in einer Spanne zwischen 20 USD und 24 USD eingliedern, die er erst vor kurzem nach oben verlassen hatte.

Dabei lagen die Zahlen des Big Data-Unternehmens durchaus im Bereich oder leicht über den Erwartungen der Analysten. Besonders das von CEO Alex Karp versprochene Umsatzwachstum von 36% auf 392,15 Mio. USD wurde gehalten. Zum Vorquartal bedeutete dies sogar einen Anstieg um fast 50%. Gegenüber dem Vorjahresquartal konnte auch die operative Marge nach 25% auf nun 30% verbessert werden. Somit betrug das operative Ergebnis 91,94 Mio. EUR. Das Nettoergebnis verbesserte sich auf -102,14 Mio. USD nach 853,32 Mio. USD im Vergleichszeitraum des Jahres 2020, was ein Ergebnis je Aktie von -0,05 USD zur Folge hat.

Für das laufende Jahr 2021 rechnet Palantir mit einem Wachstum von rund 40% auf rund 1,725 Mrd. USD. Somit sieht es so aus, dass das Versprechen des CEO weiterhin Bestand hat. Nach den Zahlen meldete sich Star-Fondsmanagerin Cathie Woods zu Wort. Der bekennende Fan des Datenanalyse-Unternehmens kauft wieder einmal den Dip. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft Ark Invest erwarb am Dienstag nach Meldungen 1,48 Mio. Aktien im Wert von schätzungsweise 35,98 Mio. USD.

PayPal-Abschlag nach den Zahlen

Ein ähnliches Muster wie bei Palantir fand auch nach der Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal beim Bezahldienstleister PayPal statt. Trotz solidem Zahlenwerk stürzte das Papier rund 5% in die Tiefe. Ähnlich wie bei Palantir, dessen Marktkapitalisierung bei enormen 48,62 Mrd. USD liegt, sieht man auch die Aktie von PayPal mit 241,35 Mrd. USD mehr als ambitioniert bewertet. Rein technisch drängt sich im Augenblick bei 204,35 USD kein Investment auf. Vielmehr läuft die Aktie Gefahr, noch einmal in den Bereich um 175 USD zurückzufallen.

Richtet man seinen Blick auf die Zahlen, konnte der Umsatz zwar gesteigert werden, das Tempo ließ aber nach dem Boom während der Corona-Lockdowns deutlich nach. Im dritten Quartal kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 13% auf 6,2 Mrd. USD. Der Gewinn stieg um 6% auf 1,1 Mrd. USD. Mit 1,11 USD je Aktie lag das Unternehmen über den Konsensschätzungen der Analysten, die mit 1,07 USD rechneten. Beim Ausblick musste Paypal jedoch seine avisierten Ziele kürzen. Für einen nachbörslichen Anstieg sorgte dafür die Meldung, dass eine Kooperation zwischen Amazon und Venmo angestrebt wird. So soll der E-Commerce-Riese Zahlungen über die Paypal-Tochter ab dem nächsten Jahr erlauben.


Die Zahlen der Technologie-Unternehmen Palantir und PayPal kamen trotz des Treffens der Prognosen aufgrund der hohen Bewertung schlecht an, die Aktien korrigierten stark. Eine Bereinigung hat auch die Aktie von wallstreet:online hinter sich. Auf aktuellem Niveau ist das Unternehmen wegen seines USPs jedoch interessant.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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