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11.08.2022 | 08:36

Pathfinder Ventures, TUI, Lufthansa - Welche Tourismus Aktien lohnen sich?

  • Tourismus
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Bildquelle: pixabay.com

Die Tourismus Branche machte bedingt durch die Pandemie in den letzten Jahren Verluste. Ob durch fehlendes Personal, wie bei der Lufthansa und Flughäfen, dem daraus resultierenden Chaos durch gecancelte Flüge und stundenlanges Warten der Fluggäste am Check-In. In den Aktien wird diese Volatilität ersichtlich. Angenehm positiv hingegen bewegt sich das Wachstum von Pathfinder Ventures, einem kanadischen Unternehmen für Wohnmobil-Campingplätze an den schönsten Orten unter der Ahorn-Flagge. Pathfinder Ventures modernisiert die Anlagen und wächst durch Zukauf weiterer Anlagen, die schon jetzt gut besucht sind. Wir blicken ins Detail...

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: PATHFINDER VENTURES INC | CA70323P1071 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125

Inhaltsverzeichnis:


    Pathfinder Ventures ein Stück Natur im Portfolio

    In den Sommermonaten packt uns die Reiselust. Es geht an sonnige Strände, in beeindruckende Berglandschaften zum Wandern oder direkt mit dem Campervan auf Entdeckungstour. Fast vergessen erscheinen die Reisebeschränkungen und Lockdowns aus den vergangenen Pandemie-Jahren. Doch noch ist es nicht ausgestanden. Familien haben es gerade in puncto Urlaubsplanung nicht leicht: soll es das All-Inclusive Hotel mit Wasserrutsche in der Türkei werden? Oder ein Ferienhaus, an das man dann den ganzen Urlaub gebunden ist? Oft bleiben dann die Wünsche der Eltern auf der Strecke.

    Eine gelungene Alternative bietet Pathfinder Ventures. Das kanadische Unternehmen hat eine skalierbare Nische für sich entdeckt: die nachhaltige Modernisierung von Natur-Ressorts für Wohnmobile und Campervans mit Abstellmöglichkeit zur Überwinterung ungenutzter Vans.

    Im Gegensatz zu deutschen Campingplätzen bietet ein Ressort bei Pathfinder genug Privatsphäre, um in seinem mobilen Heim auf vier Rädern ein paar Tage zu entspannen und die Umgebung mit der Familie zu erkunden. Ob Angeln und Baden im See oder die Wälder erkunden rund ums Gelände, Familien können sich wirklich erholen und bei Bedarf zu einem weiteren Ressort fahren und erneut die Natur genießen.

    CEO Joe Bleackley hat Großes vor: mit Pathfinder Ventures Inc. entwickelt er ein Netzwerk an markengeschützten, gehobenen und familienfreundlichen Wohnmobilparks und Campingplätzen unter dem Namen "Pathfinder Camp Resorts". Also mehr Glamping statt Camping. Damit trifft er mehr als nur einen Nerv der Zeit. Angesichts der Inflationsrate bedarf es einiger Strategien, um einen erholsamen Urlaub im Rahmen des hauseigenen Budgets auf die Beine zu stellen.

    Für Investoren, die Lust auf Wachstum haben und vielleicht selbst zu den Campervan-Abenteurern gehören, bietet das Unternehmen ein spannendes Investment. Gegenüber alteingesessenen Aktien aus der Reise- und Tourismus-Branche kann Pathfinder Ventures mehr als mithalten. Hier investieren Aktionäre in Pioniergeist, strukturierten Geschäftsausbau und in ein Team, was sich mit Herz und Verstand der Mission verschrieben hat: Die Market Cap liegt derzeit bei 5,8 Mio CAD mit 55,9 Mio Aktien im Umlauf. Drei Wohnmobil-Ressorts befinden sich bereits im operativen Management, eines wird gerade modernisiert und für nächstes Jahr sind drei zielgerichtete Akquisitionen geplant. Zum Verständnis der Opportunität: es gibt 4.500 Wohnmobilparks und Campingplätze in Kanada, 15.000 in den USA. Mehr als 80% der privaten Parks sind im Familienbesitz. Die jetzige Generation Wohnmobil-Urlauber fordert moderne Dienstleistungen und Annehmlichkeiten wie Wi-Fi, Restaurants vor Ort, etc.

    TUI - Flughafenchaos führt Aktie in den Sinkflug

    Für viele Urlauber startet die Ferienzeit mit dem Abflughafen. Doch durch die Corona-Pandemie sind zahlreiche Personalstellen unbesetzt. Es kommt zu Chaos-artigen Szenen, da Flieger verpasst werden durch stundenlange Verzögerungen am Check-In Schalter. Die Urlaubslaune ist so sehr auf dem Tiefpunkt, da kann es eigentlich nur besser werden. Durch diese horrenden Qualitätseinbußen musste auch die TUI Aktie Federn lassen. Der teure Zusatzaufwand durch Flugausfälle, vor allem in Großbritannien, hat den Touristikkonzern den ersten Quartalsgewinn nach der Corona-Krise gekostet. “Die Störungen des Flughafen-Betriebs sind jetzt hoffentlich vorbei”, sagt TUI-Finanzchef Sebastian Ebel, der zukünftige CEO. Laut Unternehmensangaben vom Mittwoch haben die aktuellen Buchungen mit 11,5 Millionen Gästen bereits 90% des Niveaus von 2019 erreicht.

    Starke Einbußen durchlebte das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren. Durch politisch evidenzlose Maßnahmen wurde der Passagierverkehr stark eingeschränkt. Selbst die Bundesregierung musste eingreifen, um den angeschlagenen Konzern vor dem Untergang zu retten. Das Flugchaos in Großbritannien schlug mit Sonderkosten von 75 Mio. EUR zu Buche, was sich auf das operative Gesamtergebnis auswirkte: Das lag mit 27 Mio. EUR im Minus.

    Aus Investorensicht beeinflussen die Folgen der Corona-Maßnahmen nach wie vor Touristik-Unternehmen, die ihr Geschäft größtenteils mit Flug- und Schiffsverkehrreisen gestalten. Ob erneute Ausbrüche von mutierten Viren, Lücken in Logistikketten oder seit ein paar Monaten die enorm gestiegenen Energiepreise. Die kommenden Monate sehen für das Hannoveraner Unternehmen weniger rosig aus. Auch wenn der zukünftige CEO Optimismus verbreitet. Was bleibt ihm auch anderes übrig?

    Lufthansa - Bodenpersonal sorgt für steigende Lohnkosten

    Wer in Airlines wie die Lufthansa investiert, setzt auf ein Commodity Business. An Fluglinien ist nichts einzigartig und unverwechselbar - auch wenn uns beauftragte Markenmacher etwas anderes vorgaukeln. Fluggesellschaften benötigen für ihren komplexen Betrieb auch viele Arbeitskräfte, sodass die Lohnkosten eine starke Komponente der relativ festen Kosten sind, welche monatlich anfallen.

    So hat die Lufthansa diese Woche erneut mit dem Betriebsrat Verdi verhandeln müssen. “Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit dem Betriebsrat eine gute Lösung für unsere Mitarbeiter zu finden", sagte Michael Niggemann, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der Deutschen Lufthansa AG.

    Das Bodenpersonal vom Gepäck-Mitarbeiter über den Fluglotsen bis hin zu den Damen am Check-In hatte gemeutert. Aufgrund der starken Personalausfälle kam es zu hohen Überlastungen und Totalausfällen im laufenden Betrieb. Durch die nun ausgehandelten Gehaltssteigerungen, besonders für die unteren und mittleren Einkommensgruppen, gerechnet über die nächsten 18 Monate, sichert sich die Lufthansa laut Arbeitsdirektor die Attraktivität als Arbeitgeber. Für Investoren mit Weitsicht ist die Nachricht allerdings eher unbefriedigend.

    Wer als Mitarbeiter rechnen kann, wie hoch die aktuelle Inflationsrate in Deutschland ist - rund 8% - kann auch keine allzu großen Luftsprünge machen. Eine exemplarische Erhöhung bei einer monatlichen Brutto-Grundvergütung innerhalb der 18-monatigen Laufzeit liegt bei 19,2%. Auch sprach Niggemann von einer Erhöhung der monatlichen Grundvergütung um 2,5%, mindestens aber 125 EUR ab 1. Januar 2023.

    Die Volatilität der Ölpreise ist eine weitere Herausforderung, mit der die Fluggesellschaften konfrontiert werden. Diese Schwankungen stellen ein großes Problem dar, da die Kosten für Treibstoff stark variieren können. Laut Reuters äußerten sich Fluggesellschaften auf der International Air Transport Association in Doha besorgt über den gleichzeitigen Anstieg des Ölpreises und des US-Dollars. Denn: Der Ölpreis und der US-Dollar befinden sich in einem umgekehrten Verhältnis zueinander, was bedeutet, dass wenn einer von ihnen steigt, der andere fällt. Dies hilft, finanzielle Auswirkungen auf Fluggesellschaften ausgleichen, die in anderen Währungen operieren.

    Diese Korrelation hat sich jedoch in den letzten Monaten aufgelöst, da der Krieg in der Ukraine zu einem Anstieg der Ölpreise geführt hat. Die USA sind Nettoexporteur von Öl und die Zinserhöhungen dienten lediglich dazu, die Inflation einzudämmen. Investitionen in Fluggesellschaften bleiben ein hochvolatiles Invest.


    Durch die länderübergreifenden Corona-Ristriktionen verlor die Touristik-Branche in den letzten Jahren massiv an Umsatz. Fehlendes Personal sorgt für Chaos in den Prozessabläufen. Das wiederum verschreckt die Gäste. Sowohl Inflation als auch hohe Energiepreise machen sich bei Verbrauchern bemerkbar, die als Familie den nächsten Urlaub buchen möchten. Angenehm entspannt hingegen verläuft das Wachstum von Pathfinder Ventures. Als kanadisches Unternehmen modernisiert es Wohnmobil-Campingplätze und bietet zusätzlich Überwinterungsstellplätze. Bei 4.500 Plätzen allein in Kanada steht dem jungen Unternehmen noch einiges an Wachstum ins Haus.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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