Menü schließen




05.01.2022 | 05:08

Noram Lithium, Varta, Allkem – Vom wachsenden Hunger nach Lithium profitieren!

  • Lithium
  • Elektromobilität
  • Rohstoffe
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Lithium ist neben Kobalt und Mangan einer der Rohstoffe der Mobilitätswende. Das silbrig weiß-graue Leichtmetall wird zur Herstellung wiederaufladbarer Akkusmit einer sehr hohen Energiedichte benötigt, wie sie in E-Autos zum Einsatz kommen. Die Nachfrage steigt enorm, jedoch sind keine ausreichenden Produktionskapazitäten vorhanden. Durch diese Konstellation ist der Preis für batteriefähiges Lithiumkarbonat in den letzten anderthalb Jahren um das Fünffache gestiegen. Und es sieht nicht nach einer Entspannung der Lage aus. So warnt der Bergbaukonzern Rio Tinto, dass zukünftig lediglich 15% des Angebotsdefizits an batterietauglichem Lithiumkarbonat aus bestehenden Projekten gewonnen werden können. Von diesen Rahmenbedingungen werden Lithium-Produzenten und Explorer profitieren. Welche Lithium-Aktie macht das Rennen in diesem Jahr?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Noram Lithium Corp | CA65542K1030 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , Allkem Ltd. | AU0000193666

Inhaltsverzeichnis:


    Noram Lithium – Potenzieller Low Cost Producer

    Es existieren zwei Verfahren zur Lithiumgewinnung. Erstens ist das Salzlauge (Brine), die mittels einer Anordnung verschiedener Verdunstungsbecken so hoch konzentriert wird, bis am Ende mithilfe verschiedener Lösungsmittel Lithiumhydroxid oder Lithiumkarbonat abgeschieden werden kann. Zweitens ist das der Abbau von Gestein (Rock), aus dem das Lithium mittels chemischer Prozesse herausgelöst und kristallisiert wird. Während sich in der Vergangenheit letztere Methode oft als zu teuer erwies, sorgen die stark gestiegenen Lithiumpreise dafür, dass nun auch der Tagebau von Lithium wieder an Attraktivität gewinnt.

    Die langfristige Strategie der Kanadier besteht darin, eine führende Rolle bei der Erschließung von Lithiumlagerstätten als kostengünstiger Produzent und Lieferant zu übernehmen. Dafür treibt Noram sein zu 100% unternehmenseigenes Lithiumprojekt Zeus im Clayton Valley des US-Bundesstaats Nevada voran. Das Zeus-Projekt zeichnet sich durch die unmittelbare Nachbarschaft zum seit 1967 in Produktion befindlichen Lithium-Projekt Silver Peak des US-Konzerns Albemarle sowie durch die Nähe zur Tesla Gigafactory 1 für die Produktion von Lithium-Ionen Akkumulatoren für Elektroautos und stationäre Stromspeicher aus.

    Im August 2021 wurde die NI 43-101-konforme Ressourcenschätzung für Zeus aktualisiert und zeigte eine deutliche Steigerung. Die bestätigte Ressource legte um 60% auf 363 Millionen Tonnen zu mit einem Gehalt von 923 ppm Lithium. Die abgeleitete Ressource vervielfachte sich (+369%) auf 827 Mio. Tonnen mit einem Gehalt von 884 ppm Lithium. In Summe entspricht dies einem Lithiumkarbonat-Äquivalent (Lithium Carbonate Equivalent, LCE) von rund 3,89 Mio. Tonnen.

    Jüngst veröffentlichten die Kanadier die Ergebnisse einer Wirtschaftlichkeitsanalyse (PEA) des Projekts. Der errechnete Wert (NPV) des Zeus-Projekts liegt bei 1,299 Mrd. USD nach Steuern. Die Projektrendite nach Steuern beträgt 31% bei einem unterstellten Preis von 9.500 USD je Tonne LCE. Ende 2021 lag der Preis jedoch wesentlich höher mit 33.000 USD. Unterstellt man einen Preis je Tonne LCE von 14.500 USD verdoppelt sich der NPV auf 2,665 Mrd. USD! In der Studie wurde eine Jahresproduktion von 31.900 Tonnen LCE sowie eine Lebensdauer der Mine von 40 Jahren angenommen. Angesichts einer aktuellen Marktkapitalisierung von 72 Mio. CAD erscheinen die Potenziale für Noram Lithium enorm. Dies sehen auch die Analysten von Fundamental Research so und empfehlen die Anteilsscheine zum Kauf mit einem Kurspotenzial von rund 80%.

    Varta – Keine Energie

    Die letzten zwei Monate pendelt die Aktie des Batterie-Spezialisten wenig energiegeladen um die Marke von 115 EUR. Ein als schwächer erwartetes Geschäft in 2021 und zudem moderate Wachstumsziele lassen die Aktie mit einem 2022er von über 30 als teuer erscheinen. Die Analystengemeinde ist sehr gespalten. Die Einstufungen lauten in erster Linie „Halten“ und „Verkaufen“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 113 EUR.

    Zwar ist Varta immer noch Marktführer bei Mikrobatterien, aber der Wettbewerb aus Asien nimmt stark zu und dürfte mittelfristig auf die Marge drücken. Zuletzt meldete Apple eine nachlassende Nachfrage nach dem neuen iPhone 13. Varta liefert die Mikrobatterien für Airpods, Apples Kopfhörer. Vielleicht zeichnet sich hier auch eine sinkende Nachfrage ab. Die Produktion von Batterien für Elektroautos haben die Süddeutschen 2021 angekündigt. Noch ist hierzu viel zu wenig bekannt, um der Aktie aus der Lethargie zu helfen. Schließlich treten die Deutschen dann in einer ganz anderen Kategorie gegen starke und erfahrenere Globalplayer an.

    Allkem – Ab 2024 wird in Québec produziert

    Allkem ist als einer der führenden Lithium-Produzenten der Welt in einer äußerst guten Lage von weiteren Preissteigerungen des Rohstoffs zu profitieren. Die Gesellschaft veröffentlichte kürzlich die Machbarkeitsstudie und die erste Erzreserve des zu 100 % unternehmenseigenen Lithiumprojekts James Bay in Québec, Kanada. Die Machbarkeitsstudie bestätigt einen nachhaltigen, hochwertigen Hartgestein-Lithiumbetrieb unter Nutzung erneuerbarer Wasserkraft. Der errechnete Wert des Projekts konnte gegenüber der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsbewertung aus dem März 2021 etwa um den Faktor 2,5 gesteigert werden. Geplanter Baubeginn ist im dritten Quartal 2022. Anfang 2024 soll die Produktion mit einem Output von 321ktpa Spodumenkonzentrat p.a. für geplante 19 Jahre an den Start gehen.


    Noram Lithium besitzt das Potenzial zu einem kostengünstigen Lithiumproduzenten heranzureifen. Weitere Vorteile des Zeus-Projekts sind die stabile und mining-freundliche Jurisdiktion sowie die Nähe zu Teslas Gigafactory. Allkem ist ebenso ein Profiteur steigender Preise. Bei Varta stehen wir derzeit lieber an der Seitenlinie.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 29.06.2022 | 05:55

    Kaufen oder verkaufen? Nel, Zalando, Aspermont im Analystencheck

    • Wasserstoff
    • Technologie
    • Fintech
    • Onlinehandel
    • Rohstoffe

    Nach den starken Verlusten der vergangenen Monate, scheint derzeit eine Gegenbewegung zu starten. Ob eine echte Sommerrallye daraus wird, bleibt abzuwarten. Kaufen oder verkaufen ist die Frage. Bei Nel ASA sehen Analysten über 50% Kurspotenzial. Auch wenn der Wettbewerb aus China und Indien zunehmen. Auch Aspermont erscheine auf dem aktuellen Kursniveau interessant. Die jüngsten Quartalszahlen seien positiv ausgefallen und die Positionierung des SmallCap im boomenden Rohstoffsektor sei aussichtsreich. Bei Zalando reagieren Analysten auf die Gewinnwarnung. Die Kursziele werden deutlich reduziert. Dennoch raten einige zum Kauf des Online-Modehändlers, aber nicht alle.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 29.06.2022 | 05:08

    First Hydrogen, Daimler Truck, Mercedes-Benz – Sorgt das Verbrenner-Aus des EU-Parlaments für den nächsten Schub?

    • Wasserstoff
    • Mobilität
    • Elektromobilität
    • Europa
    • Investments

    Vor wenigen Tagen hat das EU-Parlament das Aus für Verbrennermotoren in Autos und kleinen Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2035 beschlossen. Nun ist noch die Zustimmung der einzelnen Mitgliedsstaaten notwendig, um die neue Richtlinie zu beschließen. Zwar gibt es aktuell noch Uneinigkeiten in der Bundesregierung, ob Deutschland dem Verbot zustimmen soll, aber auch bei einer deutschen Enthaltung kann die Richtlinie mit qualifizierter Mehrheit verbindlich beschlossen werden. Welche Auswirkungen hat ein solches Verbot?

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 27.06.2022 | 04:44

    Hier steckt die Lösung: BASF, Nordex, Barsele Minerals – Energiedesaster quer durch Europa

    • Energie
    • Chemie
    • Rohstoffe
    • Alternative Energien

    Die Energieversorgung in Europa ist aus Eigenleistung nicht zu bewerkstelligen, viele Komponenten aus dem Energiemix werden seit Jahren importiert. Deutschland ist aber einer der Spitzenreiter im Bereich alternativer Energien. In den ersten vier Monaten des Jahres 2022 wurden hierzulande 174 TWh Strom erzeugt. Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag bei hohen 52%. Mit produzierten 90 TWh sind Sonne, Wind & Co. die wichtigsten Quellen. Bei den für die Industrie wichtigen fossilen Primärenergieträgern sieht die Rechnung eher bedrückend aus. Nach der Beendigung des Steinkohleabbaus seit 2019, ist der Industriestandort Deutschland bei Erdöl und Erdgas zu 95% auf Importe aus dem Ausland angewiesen, davon kamen bislang 40% aus Russland. Aus dem aktuellen Blickwinkel ein Desaster. Auf welche Aktien sollten sie jetzt achten?

    Zum Kommentar