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04.03.2021 | 04:50

NIO, Royal Helium, Xpeng – der erbitterte Kampf um die Rohstoffe!

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Der Marktpreis wird bestimmt von Angebot und Nachfrage. Aufgrund der globalen Klimaprogramme der Politik steigt der Druck und die Nachfrage erhöht sich in den nächsten Jahren enorm. Rohstoffe wie beispielsweise seltene Erdmetalle, Lithium, Helium, Kupfer oder sogar Silber werden zu extrem knappen Gütern. Es drohen drastische Preiserhöhungen. In den vergangenen Jahren wurde es versäumt, größere Investitionen in Rohstoffprojekte zu investieren. Um mehr Angebot zu bieten, wird es nun ein Wettlauf mit der Zeit. Profitieren werden in jedem Falle die Produzenten.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
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Royal Helium - Am Markt noch nicht wahrgenommen

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Im Gegensatz zu Wasserstoffaktien, die aktuellen Börsenstars, wird Helium-Unternehmen bisher kaum Beachtung geschenkt. Dabei wird Helium von der Politik als strategisch wichtiger Rohstoff definiert. Experten warnen durch das geringe Angebot und einer stark steigenden Nachfrage aus der bereits von einer Helium-Krise. Der Rohstoff wird vermehrt im Gesundheitssektor zum Beispiel bei Magnetresonanztomographen (MRT), in Teilchenbeschleunigern oder bei der Produktion von Quantencomputern benötigt. Auch der Bedarf aus der Raumfahrt nimmt stetig zu. Die NASA ist weltweit der größte Abnehmer für Helium. Durch weitere an den Markt strömende Unternehmen wie SpaceX wird die Nachfrage noch verstärkt.

Bereits vor Jahren hat Royal Helium das Problem der Heliumknappheit erkannt. Neben dem Status, einer der wenigen börsennotierten reinen Helium-Unternehmen zu sein, kann sich Royal Helium auch als der zweitgrößte Helium-Landbesitzer Nordamerikas nennen. Das Unternehmen besitzt im Süden von Saskatchewan in Kanada Zugang zu rund 400.000 Hektar aussichtsreicher Helium-Landfläche. Fundamental konnte das Unternehmen seit Monaten mit positiven Schlagzeilen glänzen. So wurde Ende des vergangenen Jahres eine deutlich überzeichnete Platzierung über 6,16 Mio. CAD abgeschlossen. Die Erlöse wurden sofort in das neue Bohrprogramm für das Projekt Climax gesteckt. Dazu wurde Mitte Januar ein drei Bohrungen umfassendes Programm gestartet. Das Unternehmen erwartet, dass alle drei Bohrungen bis Mitte März 2021 gebohrt, fertiggestellt und produktionsgetestet sind.

Im Gegensatz zur Produktion von Metallen wie Silber oder Gold ist es bei Helium möglich, dass man mit einem gebohrten Loch sofort in Produktion gehen kann. Diese Situation ermöglicht Royal Helium sofort Cash Flow zu produzieren. Dadurch sollen zukünftig weitere Bohrprogramme aus der Produktion bezahlt werden. Für 2021 ist das erklärte Ziel des Unternehmens, zu skalieren und deutlich mehr Bohrlöcher in die Produktion zu bringen. Die Marktkapitalisierung für das langfristig aussichtsreiche Unternehmen beträgt 26,29 Mio. EUR. Der Aktienkurs liegt bei 0,40 EUR. Der Handel findet neben Toronto auch in Deutschland statt.

NIO – mehr Lithium bitte!

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Fast dramatisch sieht die Lage bei Lithium aus. Durch die Wachstumsexplosion der Elektromobilität gehen Marktexperten davon aus, dass spätestens 2022 die Nachfrage nach Lithium das Angebot deutlich übersteigt. Neben den bekannten Elektroautoherstellern wie Tesla, BYD oder den bekannten Autobauern wie VW strömen zudem neue Player wie der Tech-Gigant Apple an den Markt, wodurch der Bedarf noch verstärkt wird. Die Volkswagen AG will beispielsweise bis 2024 insgesamt 33 Mrd. EUR in die Elektromobilität investieren. 2021, so ist das Ziel, soll der Anteil von Elektroautos am Gesamtumsatz 8% betragen. Durch die Politik, die spätestens 2030 den Umstieg von allen Verbrennern zu Elektromotoren ausgerufen hat, dürfte uns in den nächsten Jahren ein munteres Umrüsten und ein nicht gedeckter Bedarf eben an Lithium bevorstehen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass Lithium, welches man für die Batterien der neuen Automobile benötigt, fast ausschließlich in China produziert wird.

Exemplarisch für den enormen Wachstum zeigen sich die Quartalszahlen des chinesischen Autobauers NIO. Allein im vierten Quartal wurde ein Umsatz von 1,02 Mrd. USD eingefahren, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 133,2%. NIO wies ein Nettoergebnis für die Aktionäre von minus 1,49 Mrd. Yuan oder minus 228,7 Mio. US-Dollar aus, dass sich damit zum Vorjahr um 48,4% verbesserte. Allerdings lag diese Messzahl 25,6% unter dem Vorquartal. Die Aktie von NIO verlor darauf am Markt zweistellig.

Xpeng – Absatz- und Kursdelle

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Auch der Konkurent NIOs, Xpeng, vermeldete diese Woche seine Absatzzahlen. Dabei wurde im Gegensatz zum Vormonat ein starker Einbruch vermeldet. So lieferten die Chinesen insgesamt 2.223 Elektro-SUVs aus, ein Minus zum Januar von 63%. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hingegen wurde eine stattliche Umsatzexplosion von knapp 580% aufgezeigt. Laut Management sei die Umsatzdelle saisonal bedingt. Grund hierfür ist der einwöchige Neujahrsurlaub. Insgesamt erkennt Xpeng weiterhin eine starke Kundennachfrage. Weniger optimistisch sind die Anleger für die Aktie gestimmt. So verlor das Papier seit dem Hoch Mitte Januar genau 50% und notiert aktuell bei 31,50 USD.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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