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12.10.2021 | 05:10

Nio, Defense Metals, Plug Power – Das wird kritisch

  • Rohstoffe
  • Seltene Erden
Bildquelle: pixabay.com

Die immer enger gesteckten Klimaziele auf der einen, die Verfügbarkeit von kritischen Mineralien für eine sichere und schnelle Energiewende auf der anderen Seite. Das Missverhältnis zwischen knappem Angebot und stetig steigender Nachfrage geht immer weiter auseinander. Es droht über lange Jahre eine extreme Knappheit und ein krachendes Scheitern der groß angekündigten Klimawende. Den wenigen Produzenten der strategischen Materialien, dürfte dagegen eine blendende Zukunft bevorstehen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020


NIO – enormes Wachstum

Die Elektroautobranche wächst rasant und dadurch auch der Bedarf nach Mineralien wie Kupfer, Lithium, Nickel, Kobalt sowie seltenen Erden. Seltene Erden sind zwar global reichlich vorhanden, jedoch ist der Konzentrationsgrad im Boden niedrig und die Trennung von anderen Elementen benötigt spezielle und teure Technologien. Benötigt werden diese unter anderem bei der Produktion von Permanentmagneten, die dann wiederum in Elektromotoren verbaut werden.

Wie stark die Nachfrage nach kritischen Elementen wächst, lässt sich zum Beispiel an den Absatzzahlen des chinesischen Elektroautobauers NIO erkennen. Allein im September brachte das produktionsstärkste Mobilitätsstartup Chinas 10.628 Elektrofahrzeuge an die Kunden, was einer Steigerung von 126% gegenüber dem September des Jahres 2020 gleichkommt. Auf das Quartal betrachtet konnte NIO seine Auslieferungen gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres verdoppeln.

Nicht umsonst sieht die US-Investmentbank Goldman Sachs rosige Zeiten auf das chinesische Unternehmen zukommen. Das Urteil der Analysten wurde von „neutral“ auf „buy“ erhöht, das Kursziel sehen die Experten bei 56 USD. Auf Basis des aktuellen Kursniveaus bei 36,40 USD bietet sich demnach eine Chance von über 50%.

Defense Metals – Option gegen die Knappheit

Rund 80% des Bedarfs an seltenen Erden importieren die Vereinigten Staaten aus China, die europäische Industrie ordert sogar 98% ihres Bedarfs vom Reich der Mitte. Die Abhängigkeit ist enorm. Zudem bedroht der immer noch laufende Handelskonflikt die weiteren Lieferketten. Dagegen sind reine seltene Erdprojekte außerhalb Chinas rar. Dies rief bereits die Regierungen der westlichen Industrienationen auf den Plan, um durch Subventionen und Steuererleichterungen die Produktion ex-China anzukurbeln. Um mit einem neuen Projekt in Produktion zu gehen, vergehen jedoch zwischen fünf bis zehn Jahre.

Ein weit fortgeschrittenes Projekt betreibt Defense Metals in British Columbia. Das 1.708 Hektar große Konzessionsgebiet Wicheeda, an dem die Kanadier eine Option auf den Erwerb für 100% der Lagerstätte in der Tasche haben, besitzt angezeigte Mineralressourcen von 4.890.000t leichte Seltenerdelemente und abgeleitete Mineralressourcen von 12.100.000t mit durchschnittlich 2,90% Leichte Seltenerdelemente.

Jüngst wurde vermeldet, dass im Zuge der diesjährigen Bohrkampagne Mitte September bereits 1.500m in acht Diamantbohrlöchern abgeschlossen wurden. Um den Abschluss des Programms zur Erweiterung und Abgrenzung der SEE-Ressourcen noch zu forcieren, wurde nun ein zweites Diamantbohrgerät hinzugezogen. Somit dürften die Explorationsziele für das Jahresprogramm schneller erreicht werden, als zuvor prognostiziert. Ursprünglich wird eine Finalisierung bis Ende November erwartet.

Die Anleger zeigten sich von den positiven Fortschritten beeindruckt. So stieg der Kurs von Defense Metals in den vergangenen Wochen in Frankfurt auf knapp 0,20 EUR. Sollte der Widerstand auf dem aktuellen Niveau nachhaltig durchbrochen werden, ist das nächste charttechnische Hindernis im Bereich um 0,25 EUR zu finden. Der Börsenwert liegt beim seltenen Erden-Play trotz des Anstiegs jedoch immer noch bei überschaubaren 15,23 Mio. EUR.

Plug Power – Wichtiger Schritt

Ein Hoffnungsträger für die Energiewende ist der US-amerikanische Brennstoffzellen-Produzent Plug Power. Etwas skeptischer sehen dies die Analysten der britischen Barclays-Bank, die das Urteil für den Wert zwar von „underweight“ auf „equalweight“ nach oben schraubten. Als Kursziel sehen die Experten jedoch lediglich 27 USD, aktuell notiert Plug Power bereits mit 27,18 USD marginal darüber.

Strategisch konnten die US-Amerikaner mit der Gründung eines Joint Ventures zum Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft in Asien punkten. Demnach wurde mit der SK E&S, Teil der südkoreanischen SK Group, eine Partnerschaft bekanntgegeben, wonach die beiden Parteien den Aufbau auf den asiatischen Märkten beschleunigen wollen. Über das Joint Venture sollen Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme, Wasserstofftankstellen, Elektrolyseure und grüner Wasserstoff auf dem koreanischen und auf anderen asiatischen Märkten angeboten werden.

Auf aktuellem Niveau findet eine Konsolidierung statt. Ein Ausbruch über die Marke von 28,20 USD würde das Chartbild extrem aufhellen.


Die ehrgeizigen Ziele der Politik im Hinblick auf die Klimawende sind ohne strategische Rohstoffe kaum zu bewältigen. Seltene Erdmetalle kommen zu 80% aus China, die Nachfrage übersteigt bereits jetzt das Angebot. Das kanadische Unternehmen Defense Metals befindet sich bereits in fortgeschrittenem Stadium und dürfte langfristig von der Knappheit profitieren. Auf derzeitigem Niveau ebenfalls interessant sind Nio und Plug Power.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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