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17.02.2022 | 05:10

Nel Asa, Power Nickel, Varta – Positionieren für die Preisexplosion

  • Elektromobilität
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

In den letzten beiden Jahren der Pandemie spürten sowohl private Haushalte als auch Wirtschaftsunternehmen die Auswirkungen der gesprengten Lieferketten. Vom Chipmangel, über das Fehlen von Bauholz bis hin zum Verpackungsmaterial. Ein extremer Verbrauch findet zudem durch das ehrgeizige Erreichen der Klimaziele statt. Die Elektromobilität verschlingt enorme Ressourcen an wichtigen Rohstoffen wie Kupfer, Lithium oder Nickel. Wegen des extrem steigenden Bedarfs an Batterien dürfte die Nachfrage nach Nickel in den nächsten Jahren weiter kräftig anziehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Power Nickel Inc. | CA7393011092 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Enorme Investitionen

    Lithium, Nickel und Kobalt. Die Rohstoffe werden händeringend gebraucht, um die Elektromobilitätswende einleiten zu können. Speziell die ausreichende Versorgung mit dem Metall Nickel könnte in den nächsten Jahren kritisch werden. Davor warnt die Deutsche Rohstoffagentur (DERA). "Wir gehen davon aus, dass sich der globale Nickelbedarf, je nach Szenario, von heute rund 2,4 auf bis zu rund 3,4 Mio.t im Jahr 2025 erhöhen wird", erklärt Dr. Michael Szurlies, Nickel-Experte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). "Insgesamt steht der Nickel-Markt in Bezug auf die Nachfrage in den kommenden Jahren vor einer Zäsur, die zu einer deutlichen Verschiebung der Marktanteile innerhalb der Verwendungsbereiche führen wird."

    Der traditionsreiche Batteriekonzern Varta mit Sitz im baden-württembergischen Ellwangen, setzt mit der Forschung und Entwicklung von Hochleistungszellen vermehrt auf die Elektromobilität. Mit einem vergrößerten Forschungszentrum, das 2023 im österreichischen Graz eröffnet werden soll, soll die lange Tradition der Batterieforschung in der Steiermark durch den Aufbau eines High-End-Materialforschungszentrums für Lithium-Ionen-Zellen und zukunftsweisende neue Akkutechnologien fortgeführt werden. Insgesamt will Varta rund 33 Mio. EUR bis zum Jahr 2030 investieren.

    Kurzfristig kurstreibend war zudem ein Gerücht, wonach Varta mit Mercedes-Benz einen größeren Auftraggeber für die Lieferung von Hochleistungszellen an Land gezogen haben könnte. Im Tagesverlauf wurden die Gewinne jedoch wieder abgegeben. Der Kurs schloss bei 92,56 EUR. Die näherkommende Unterstützung bei 89,90 EUR sollte dabei nicht unterschritten werden, sonst hätte dies einen weiteren Abverkauf in Richtung der 80 EUR-Marke zur Folge.

    Power Nickel – Produzent für die Batterie-Industrie

    Im vergangenen Jahr änderte Power Nickel, vormals Chilean Metals, seinen Namen, um seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung seines James Bay High-Grade Nickel-Kupfer-Kobalt-Palladium-Projekts NISK besser hervorheben zu können. Das Grundstück NISK in Quebec, Kanada, umfasst eine große Landposition mit 20 km Streichlänge und zahlreichen hochgradigen Abschnitten. Dabei konzentrieren sich die Kanadier auf die Bestätigung und Erweiterung seiner aktuellen hochgradigen Nickel-Kupfer-PGE-Mineralisierung als historische Ressource durch die Erstellung einer neuen Mineralressourcenschätzung gemäß NI 43-101, der Identifizierung zusätzlicher hochgradiger Mineralisierungen und die Entwicklung eines Prozesses zur potenziellen Nickelsulfate für Batterien, die in der Elektrofahrzeugindustrie verwendet werden.

    3DGS empfahl ein erstes Bohrprogramm von etwa 4000m, das 15 Bohrungen mit einer Tiefe zwischen 80 und 500m beinhaltet. Im Anschluss an das Bohrprogramm wird 3DGS die NI 43-101-konforme Mineralressourcenschätzung und den technischen Bericht verfassen.

    Neben der Erschließung und Exploration des hochgradigen Nickelprojekts NISK, besitzt Power Nickel zudem noch bedeutende Vermögenswerte, die dem Aktienkurs von aktuell 0,13 EUR bei einer Marktkapitalisierung von 14,74 Mio. EUR noch deutlich Flügel verleihen könnten. So plant das Unternehmen eine Abspaltung von Consolidation Gold and Copper zu einem eigenständigen, gelisteten Unternehmen. Demnach sollen sich zukünftig 80% im Besitz von Power Nickel befinden, 20% sollen dann an die bestehenden Aktionäre von Power Nickel verteilt werden. In der separaten Unternehmung sollen dann die nicht zum Kerngeschäft gehörenden Assets, wie der 100%-Anteil am Projekt Golden Ivan im Goldenen Dreieck von British Columbia sowie Konzessionsrechte in Chile und Kanada enthalten sein.

    Aus dem Konzessionsgebiet Golden Ivan kamen kürzlich erfreuliche Untersuchungsergebnisse der Exploration aus dem Sommerprogramm. Insgesamt 17 der 210 Gesteinsproben ergaben mehr als 0,1 g/t Au, bis zu 16,2 g/t Au aus dem neu entdeckten Vorkommen Lone Goat und 15,1 g/t Au auf 0,75m aus einer Schlitzprobe im neu entdeckten Vorkommen Molly B East, zusätzlich zu bedeutenden Silber- und Basismetallwerten.

    Nel Asa – Rekordumsatz und wachsender Verlust

    Der Wechsel von fossilen Brennstoffen zu alternativen Energieträgern im Verkehrssektor ist bereits beschlossene Sache. Mit aller Macht will die EU die Elektromobilität durchsetzen. Das erste Etappenziel dabei ist, die Emissionen von PKW bis 2030 um mindestens 55%, die von Lastkraftwagen um 30% gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Bei den Personenkraftwagen setzt die Automobilwirtschaft bereits auf die Batterie, bei schweren LKW und langen Transportstrecken stößt das Konzept mit Akkus jedoch an seine Grenzen. Für den Transportsektor bietet der Einsatz der Brennstoffzellentechnologie erhebliche Vorteile gegenüber den Stromern. Wasserstoff besitzt eine hohe Energiedichte von 33,33 kWh/kg und verfügt damit über fast so viel Energie wie 3kg Benzin.

    Ein noch zu lösendes Problem ist der hohe Preis des Gases. Die Lösung für eine drastische mittelfristige Preissenkung liegt in der Produktion von grünem Wasserstoff. Dieser wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt. Einer der Marktführer ist der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel Asa, der mit den Zahlen zum vierten Quartal aufwartete. Dabei konnten die Skandinavier einen Rekordumsatz von 24,5 Mio. EUR verbuchen, der sogar die Analystenschätzungen mit 24,38 Mio. EUR leicht überbieten konnte.

    Gerissen hat Nel Asa dagegen die Erwartungen beim Ebitda. Hier betrug der Verlust 16,59 Mio. EUR, wogegen der Analystenkonsens von einem Verlust von „nur“ 10,7 Mio. EUR ausging. Der Auftragseingang wiederum liegt wiederum auf einem Rekordniveau von 41,3 Mio. EUR. Die US-Bank JPMorgan hat Nel ASA nach Zahlen auf "Underweight" mit einem Kursziel von 10 norwegischen Kronen belassen. Der Wasserstoffproduzent habe ein durchwachsenes Quartal hinter sich, schrieb Analyst Patrick Jones.


    Die Knappheit an Rohstoffen dürfte Gesellschaft und Wirtschaft auch in den nächsten Jahren begleiten. Vor allem Rohstoffe für die Energiewende wie Nickel werden zunehmend knapp. Power Nickel verfügt über ein hochgradiges Konzessionsgebiet. Varta investiert kräftig in die Batterieforschung, jedoch zeigt sich der Erfolg genauso wenig am Aktienkurs wie bei Nel Asa.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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