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11.08.2021 | 05:22

Nel ASA, First Hydrogen, Plug Power – Wasserstoffmarkt wartet auf Impulse

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Bildquelle: pixabay.com

Seitdem die Nachhaltigkeit und der Klimaschutz immer mehr in den Fokus gerückt sind, ist auch der Hype um Wasserstoff-Aktien voll entbrannt. Diese Rallye bei nahezu allen Werten hielt bis Ende Januar an. Die Firmenbewertungen waren teilweise astronomisch hoch. Seitdem Investoren mehr auf Kennzahlen schauen, fallen die Aktienkurse der Wasserstoffunternehmen. Das maßgebliche Ziel ist es, die Kosten für den Wasserstoff zu senken. Damit wäre eine wirtschaftliche Nutzung gegeben und die Kurse von Unternehmen aus dem Wasserstoffmarkt würden wieder deutlich zulegen. Aktuell wartet der Markt auf Impulse. Es werden viele Fördergelder in Europa und den USA für die Wasserstoffentwicklung bereitgestellt. Ob es aus den Unternehmen bereits Impulse gibt, schauen wir uns heute näher an.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PURE EXTRACTION CORP. | CA74622J1012 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA – die Zahlen von Q2 werden wohl schlecht ausfallen

    Nel ASA mangelt es aktuell an Nachrichten. Seit den Quartalszahlen am 4. Mai gab es lediglich drei Meldungen. Dabei hat sich das Unternehmen zweimal einem Konsortium angeschlossen, genauer gesagt Pilotprojekten in der Stahl- und Windkraftindustrie. Diese Nachrichten sind aussichtsreich für die Zukunft. Ob diese Projekte langfristig erfolgreich sind, wird die Zeit zeigen. Am 24. Juni wurde ein Rahmenvertrag mit Howden geschlossen. Nel ASA liefert in diesem Fall Wasserstoffkompressoren für die Elektrolyseure, was für eine Umsatzsteigerung sorgen soll.

    Die Zahlen von Q1 konnten lediglich beim Umsatzwachstum überzeugen. Unter dem Strich ergab sich allerdings ein Verlust von rund 580 Mio. Norwegischen Kronen (NOK), der hauptsächlich auf die Beteiligungen zurückzuführen war. Den Aktienkurs konnte das nicht beflügeln. Auch die Meldung, dass Analysten ein Schreiben erhielten, in dem indirekt eine Warnung vor den Q2 Zahlen angekündigt wurde, lässt für die Zahlen, die am 19. August vorgelegt werden sollen, nichts Gutes erwarten.

    Hinzu kommt, dass Trevor Milton, Gründer von Nikola und aktuell angeklagt wegen mehrfachem Betrug, zwischen dem 4. und 6. August 7,5 Mio. Aktien von Nikola verkauft hat. Da in der Klage von Ungereimtheiten in fast allen Aspekten des Unternehmens die Rede ist, dürfte die Beteiligung an Nikola weiter an Wert verlieren. Die Aktie von Nel ASA hat am 5. August auch eine wichtige Unterstützung gebrochen, so dass tiefere Kurse zu erwarten sind. Vor einem Bruch der Abwärtstrendlinie sollte man von einem Investment absehen.

    First Hydrogen – Genehmigung erteilt

    Will man First Hydrogen bei seinem Broker kaufen, wird man enttäuscht. Das Unternehmen ist aktuell noch unter dem Namen Pure Extraction gelistet. Die Umbenennung in First Hydrogen ist aber bereits beschlossene Sache. Das kanadische Unternehmen ist an den Start gegangen, um einen emissionsfreien Wasserstoff-Brennstoffzellen-Van zu entwickeln. Dieses ehrgeizige Ziel soll innerhalb eines Jahres durch den Bau eines ersten Prototyps erreicht werden.

    Bereits am 11. Juni hat das Unternehmen die Zusammenarbeit mit Ballard Power Systems und AVL Powertrain U.K. angekündigt. Diese Zusammenarbeit musste noch von der TSX Venture Exchange gebilligt werden. Die Genehmigung wurde am 6. August erteilt. Darüber hinaus wurde eine Privatplatzierung über 3 Mio. Kanadische Dollar (CAD) zu je 1,25 CAD bekannt gegeben. Mit dem Geld kann die Entwicklung des Prototyps abgeschlossen werden. Die Kosten dafür wurden auf 2 Mio. CAD beziffert.

    Das Unternehmen hat sich mit dem Transport-Geschäft den richtigen Sektor ausgesucht. Experten sehen für Wasserstoff aufgrund der aktuell höheren Reichweite bessere Chancen im Lastverkehr als bei E-Autos. Zudem sind die Wasserstofftanks deutlich leichter als die Akkus von E-Autos. Mit den beiden renommierten Partnern an seiner Seite besteht die Chance für einen Investor in einem sehr frühen Stadium in die Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Vans zu investieren. Nach Bekanntwerden der Nachricht über die Genehmigung, zog die Aktie auf 1,67 CAD an.

    Plug Power – positive Aussichten trotz Verlusten

    Plug Power hat seine zweiten Quartalszahlen vergangenen Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 83% im Vorjahresvergleich und das Management hob seine Jahresprognose auf 500 Mio. USD an, womit der Umsatz gegenüber 2020 um 50% nach oben klettert. Gleichzeitig verbrennt das Unternehmen aber weiter Geld. Der Quartalsverlust belief sich auf 99,6 Mio. USD.

    Im Gegensatz zu Nel ASA besitzt Plug Power aber keine Beteiligungen, die laufend abgeschrieben werden müssen. Das Geld fließt in Projekte, die sich in der Zukunft auszahlen sollen. Es wurden verschiedene Joint-Ventures gestartet. In Frankreich beispielsweise soll die Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen verbessert werden. In den USA versucht man grünen Wasserstoff zu gewinnen und mit dem Wasserstoff-Bus Hersteller BAE Systems wurde ebenfalls eine Kooperation geschlossen.

    Die Aktie konnte sich im Gegensatz zur Konkurrenz von ihrem Jahrestief entfernen und versucht aktuell einen Aufwärtstrend zu etablieren. Das Tief von 24,75 USD sollte dabei auf Schlusskursbasis nicht unterschritten werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich die positiven Erwartungen des Managements bestätigen. Die Förderprogramme der USA im Wasserstoffbereich werden dem Unternehmen sicherlich helfen.


    Der Wasserstoff-Sektor ist ein Zukunftsmarkt. Sobald es gelingt, den Wasserstoffpreis signifikant zu senken, wird der Durchbruch gelingen. Bis dahin sollte man nur in kleinere Wasserstoffwerte wie First Hydrogen investieren, da dort die Marktbewertung noch nicht extrem gestiegen ist. Die Bodenbildung bei Nel ASA sollte man abwarten. Bei Plug Power scheint es bereits einen Boden zu geben, aber die Bewertung ist insgesamt noch zu ambitioniert.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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