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03.07.2023 | 06:00

Nel ASA, dynaCERT, Nikola – Klimawandel mit Wasserstoff stoppen

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Bildquelle: pixabay.com

Klimaschutz ist ein wichtiges Thema unserer Zeit. Eine der größten Herausforderungen bei der Bekämpfung des Klimawandels besteht darin, die Emissionen aus dem Transportwesen zu reduzieren. Obwohl viele Maßnahmen ergriffen werden, um den Ausstoß von Treibhausgasemissionen zu verringern, sind sie noch immer einer der Hauptverursacher des globalen Klimawandels. Eine mögliche Lösung für dieses Problem kann in der Nutzung von Wasserstoff als Kraftstoff für Fahrzeuge liegen. Wir werfen daher zu Beginn einen Blick auf Nel ASA als Produzenten und sehen uns dann zwei Unternehmen an, die Lösungen für die Transportbranche bereithalten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NIKOLA CORP. | US6541101050

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA – Großauftrag für Wasserstoff Tankstellen

    Nel ASA gehört im europäischen Raum zu den bekanntesten Wasserstoffaktien. Von 2017 bis Anfang 2021 ging es für den Wert an der Börse fast ausschließlich nach oben. Im Anschluss ging es in der Spitze um mehr als 70 % nach unten. Die Bewertung war einfach zu hoch für ein Unternehmen, dass noch immer Verluste schreibt. Die Voraussetzungen haben sich aber seit Ausbruch des Ukraine Konflikts und den verstärkten Klimaschutzbemühungen der westlichen Länder stark verbessert und somit sind die Weichen für den Durchbruch der Technologie gestellt. Das Unternehmen hat sich auf Elektrolyseure und Wasserstoff-Tankstellen spezialisiert.

    Für letztere erhielt Nel ASA am 29. Juni einen Auftrag im Wert von 24 Mio. USD. Insgesamt 16 Tankstellen sollen in Kalifornien aufgestellt werden. Die 1. Lieferung ist für das 4. Quartal vorgesehen. Weitere Aufträge sind möglich. Dieses Projekt zeigt aber auch die Schwierigkeiten mit denen die Wasserstoffanbieter zu kämpfen haben. Die Betankungsanlagen wurden schon vor über einem halben Jahr reserviert. Bis zu den Aufträgen vergehen teilweise mehrere Monate. Für das Unternehmen hat der Auftrag dennoch eine positive Signalwirkung. Zuletzt hatte das Segment Fueling deutlich geschwächelt.

    Unter dem Strich sind die Auftragsbücher voll wie noch nie. Das ist durchaus positiv. Andererseits muss man auf absehbare Zeit in die Gewinnzone kommen, bevor einem das Geld ausgeht. Hier ist Nel ASA deutlich besser aufgestellt als Plug Power. Die Analysten der Aktie sind sich uneinig wie es weitergeht. Zuletzt gab es aber Kaufempfehlungen von Bernstein Research und der Royal Bank of Canada (RBC). Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt bei etwa 16 NOK. Am vergangenen Freitag ging die Aktie mit 12,59 NOK aus dem Handel.

    dynaCERT – Großauftrag nur ein erster Schritt

    Noch fehlt es an Infrastruktur und auch der Preis für grünen Wasserstoff ist zu hoch, als dass ein Umschwung hin zu Wasserstoffantrieben ohne Probleme möglich wäre. Trotzdem steht die Dekarbonisierung im Mittelpunkt vieler Unternehmensstrategien. dynaCert bietet hier eine patentierte Lösung namens HydraGEN™ an. Diese Technologie ist für alle Arten von Dieselmotoren gedacht und kann jederzeit nachgerüstet werden. Aufgrund der Optimierung der Verbrennung durch Sauerstoff und Wasserstoff werden sowohl die Emissionen als auch der Verbrauch der Motoren gesenkt. Diese Einsparungen sollen in Zukunft mit CO2-Zertifikaten belohnt werden. Eine entsprechende Zertifizierung durch VERRA soll nach Unternehmensangaben kurz bevorstehen.

    Nachdem die Corona Pandemie den Vertrieb deutlich beeinträchtigt hat, kommt der Absatz nun langsam ins Rollen. Ende Mai wurde ein erster Großauftrag über 3.000 HydraGEN™ Einheiten vermeldet. Damit generiert das Unternehmen laut researchanalyst.com rund 12 Mio. CAD Umsatz. Fortschritte gibt es auch aus der Kooperation mit Cipher Neutron, mit denen man zusammen unter anderem AAM-Elektrolyseure entwickelt. Nachdem man auf der Canadian Hydrogen Convention seinen 5-Kilowatt-AEM Elektrolyseur vorgestellt hat, wurde am 13. Juni eine Kooperation mit Ionomr Innovations geschlossen. Gemeinsam will man Nordamerikas ersten 250 KW AEM-Elektrolyseur entwickeln.

    Am 21. Juni wurde eine Absichtserklärung mit Technomak Process Systems unterzeichnet. Cipher Neutron soll seine AEM Wasserstoff Elektrolyseure für die On- und Offshore Windkraftanlagen von Technomak und deren globalen Kunden herstellen. Da dynaCERT Rechte an der AEM Green Hydrogen Technology hält, wird man ebenfalls von der Zusammenarbeit profitieren. Jean-Pierre Colin, Executive Vice President und Direktor von dynaCERT, sagte: „dynaCERT freut sich, Technomak und Cipher Neutron bei der globalen Vermarktung von AEM Green Hydrogen Electrolysers zu unterstützen.“ Die Aktie, die nach dem Großauftrag einen deutlichen Sprung bis auf 0,315 CAD gemacht hatte, konsolidiert seitdem und ist aktuell für 0,22 CAD zu haben.

    Nikola – Fokus auf Nordamerika

    Als Nikola 2015 von Trevor Milton gegründet wurde, lautete das Ziel alternative Antriebssysteme für LKWs zu entwickeln. Als Brennstoff sollte dabei Strom und Wasserstoff dienen. Doch es wurde mehr versprochen, als gehalten werden konnte. Trotzdem wurde das Unternehmen am 9. Mai 2020 mit rund 30 Mrd. USD bewertet. Das Allzeithoch liegt seitdem bei 93,99 USD. Seitdem ist es abwärtsgegangen. Der Chef Milton warf 2020 das Handtuch und musste sich vor Gericht rechtfertigen. Mittlerweile hat das Unternehmen sowohl LKWs mit Elektro- als auch Wasserstoffantrieb.

    Im 1. Quartal wurden Bestellungen für 140 Wasserstoff-Lastwagen entgegengenommen und 33 Elektro-LKWs verkauft. Damit wurden 11,1 Mio. USD Umsatz erzielt. Unter dem Strich wurde je Aktie 0,26 USD verloren. Das Unternehmen befindet sich nach wie vor in einer schwierigen finanziellen Lage, da der Betrieb auf lange Sicht so nicht aufrechterhalten werden kann. Zuletzt wurden weitere Aktien ausgegeben, um die Liquidität zu erhöhen. Neben dem Abfluss an liquiden Mitteln drücken kurzfristige Verbindlichkeiten. Nicht umsonst hat das Unternehmen Stellen abgebaut, um Kosten einzusparen.

    So erklärt sich auch, dass Nikola seine Anteile am Joint-Venture Nikola Iveco Europe an Iveco verkauft hat. Dafür erhielt das Unternehmen 35 Mio. USD, eine Lizenz für die Iveco S-Way-Technologie inklusive der benötigten Komponenten sowie Anteile am geistigen Eigentum an der gemeinsam entwickelten E-Achse. Gelingt es dem Unternehmen durch Fokussierung auf Nordamerika und Kosteneinsparungen in die Gewinnzone zu kommen, könnte es weitergehen. Der einstige High-Flyer hat es immerhin geschafft, sein Listing an der NASDAQ zu sichern, da der Kurs sich mit 1,38 USD schon länger über der geforderten 1 USD-Marke befindet. Nur risikobewusste Anleger sollten hier einsteigen.


    Das Vorhaben das Transportwesen auf nachhaltige Antriebssysteme umzustellen ist aller Ehren wert. Aber der Weg ist noch weit. Nel ASA generiert mit seinen Elektrolyseuren grünen Wasserstoff und stellt eine Tankstellen Infrastruktur bereit. Bis es soweit ist können umweltbewusste Unternehmen ihre Emissionen mit der dynaCERT-Technologie HydraGEN™ senken und möglicherweise bald sogar CO2-Zertifikate erhalten. Nikola setzt schon lange auf alternative Antriebe. Allerdings ist die finanzielle Lage angespannt. Hier ist Vorsicht geboten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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