Menü schließen




17.07.2024 | 06:00

Nel ASA, dynaCERT, Plug Power – Wasserstoff: Vervielfacher oder Untergang?

  • Nel ASA
  • dynaCERT
  • Plug Power
  • Elektrolyseure
  • grüner Wasserstoff
  • Wasserstoff-Tankstelle
  • Kraftstoffeinsparung
  • CO2-Zertifikate
  • CO2-Gutschriften
  • Verra
  • Emissionszertifikate
Bildquelle: pixabay.com

Die Wasserstofftechnologie könnte nicht nur die Energiezukunft revolutionieren, sondern auch erhebliche Chancen für Anleger bieten. Wasserstoffaktien stehen derzeit im Rampenlicht und versprechen potenziell hohe Renditen. Unternehmen, die sich auf die Produktion, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff spezialisieren, könnten zu den großen Gewinnern der Energiewende zählen. Viele dieser Firmen sind noch in den frühen Entwicklungsstadien, was hohe Wachstumschancen bedeutet, aber auch entsprechende Risiken birgt. Die Frage lautet: Kann man sich mit Wasserstoffunternehmen mögliche Vervielfacher ins Depot holen, oder droht ein Totalverlust? Wir sehen uns drei Unternehmen an, die mit Wasserstoff ihr Geld verdienen wollen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA – Fokus auf das Elektrolyseurgeschäft

    In Deutschland wurden beträchtliche Investitionen für Wasserstoffprojekte bekannt gegeben. Diese sollen die Grünerzeugung und -nutzung von Wasserstoff fördern. Die Bundesregierung stellt 4,6 Mrd. EUR für 23 Projekte bereit, um eine nachhaltige Wirtschaft zu etablieren. Insgesamt werden bis 2030 rund 7,9 Mrd. EUR an Investitionen in den Wasserstoffsektor erwartet. Die Wasserstoffinfrastruktur wird als entscheidend angesehen, um Industrie und Energie zu dekarbonisieren. Davon sollte der bekannteste europäische Wasserstoffplayer Nel ASA profitieren können. An Rückenwind fehlt es der Wasserstoffindustrie nicht.

    Das Unternehmen hat seine defizitäre Tankstellensparte unter dem Namen Cavendish Hydrogen ASA ausgegliedert und an der Osloer Börse notieren lassen. Für je 50 Nel ASA Aktien gab es 1 Aktie von Cavendish Hydrogen. Die Hoffnung der Anleger ruht nun auf dieser neuen Marke. Das Unternehmen strebt an, Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge zu eliminieren, wie auf der Unternehmenswebseite betont wird. Trotz eines aktuellen Marktwerts von 60,8 Mio. EUR und eines Auftragsbestandes von 28 Mio. EUR verzeichnete Cavendish im 1. Quartal einen Verlust von 6 Mio. EUR. Ein geringer Kassenbestand deutet auf eine möglicherweise bevorstehende Kapitalerhöhung hin.

    Nach der Abspaltung der Tankstellensparte konzentriert sich Nel ASA nun voll und ganz auf die Entwicklung und Produktion von Elektrolyseuren. Das norwegische Unternehmen hat kürzlich einen bedeutenden Folgeauftrag aus Europa im Wert von über 7 Mio. EUR erhalten. Nel setzt auf eine Verbesserung bestehender Technologien und investiert gleichzeitig stark in die nächste Generation von PEM- und druckfesten alkalischen Elektrolyseuren. Heute, am 17. Juli, will der Konzern seine Zahlen zum 2. Quartal vorlegen. Das dürfte für Bewegung in der Aktie sorgen, die aktuell bei 7,00 NOK handelt.

    dynaCERT – baut Wasserstoff-Engagement aus

    dynaCERT hat am 11. Juni bekannt gegeben, dass sie 15 % an Cipher Neutron erworben (7.178.000 Aktien) haben. Diese Akquisition stärkt dynaCERTs strategische Position im schnell wachsenden Green-Hydrogen-Sektor. Cipher Neutron, ein Branchenführer in AEM-Elektrolysetechnologie, gilt als wegweisend durch umweltfreundliche und kostengünstige Innovationen. Durch die Beteiligung an Cipher Neutron positioniert sich dynaCERT optimal für den bis 2030 prognostizierten, über 500 Mrd. USD schweren, Green-Hydrogen-Markt. Doch nicht nur durch Beteiligungen setzt dynaCERT auf Wasserstoff, sondern auch mit ihrer hauseigenen HydraGEN™-Technologie.

    Dieses System kommt bei Dieselmotoren zum Einsatz und erzeugt Wasserstoff und Sauerstoff aus destilliertem Wasser, welche dann dem Luftansaugsystem von Verbrennungsmotoren zugeführt werden. Dies führt zu einer verbesserten Leistung, höherem Drehmoment, geringerem Kraftstoffverbrauch und reduzierten Emissionen wie CO2, CO, NOx und Partikeln. Durch die CO2-Einsparungen hat sich das Unternehmen für die Verra Zertifizierung Verified Carbon Standard (VCS) beworben. Hier ist das Unternehmen in der letzten Phase angelangt, wie man auf der Webseite von Verra einsehen kann. Damit sollte die Bekanntgabe nur noch eine Frage der Zeit sein.

    Die generierten CO2-Zertifikate würden dann zwischen den Kunden und dynaCERT geteilt. Das wäre ein weiteres Verkaufsargument und könnte zu einer ähnlichen Geschichte wie die der Trailer-Skirts führen. Nachdem verbrieft war, dass man mit den Verkleidungen an LKWs 1 % Sprit sparen kann, wurden mittlerweile 90 % der Trucks damit ausgestattet. Zum Vergleich: Die HydraGEN™-Technologie kann bis zu 10 % Kraftstoff einsparen. Um eine entsprechende Nachfrage zu bedienen, hat das Unternehmen zuletzt noch einmal 3 Mio. CAD über eine Privatplatzierung eingenommen. Damit steht ausreichend Working Capital zur Verfügung. Die Aktie konnte zuletzt schon bis auf 0,29 CAD ansteigen und ist jüngst bis auf 0,20 CAD gefallen.

    Plug Power – ab 2025 positive Gewinnmarge?

    Plug Power hat kürzlich seine finanzielle Lage verbessert, dank eines bedingten Darlehensversprechens des US-Energieministeriums (DOE) in Höhe von 1,66 Mrd. USD. Dieses bedeutende finanzielle Engagement könnte das Unternehmen bei der Skalierung seiner grünen Wasserstoffproduktionen erheblich unterstützen und die Ambitionen in verschiedenen Sektoren fördern. Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung ist die Aussicht auf bis zu 6 zusätzliche Produktionsanlagen in den USA, was das Wachstum in Bereichen wie Materialhandling, Transport und Industrieanwendungen beschleunigen soll. Allerdings ist Vorsicht geboten: Plug Power muss mehrere technische, rechtliche und finanzielle Bedingungen erfüllen, um die Darlehensgarantie zu sichern.

    Diese Hürden bringen erhebliche Unsicherheiten mit sich. Hinzu kommt die politische Landschaft der USA, die durch eine mögliche Rückkehr der Trump-Administration noch instabiler werden könnte, was wiederum negative Auswirkungen auf die langfristigen Aussichten und die DOE-Garantie haben könnte. Doch schon jetzt sicherte sich das Unternehmen die Bundessteuergutschrift für saubere Wasserstoffproduktion in Georgia, um die Kraftstoffkosten zu senken und ab 2025 positive Gewinnmargen zu erzielen. Diese Unterstützung wird Plug Power dabei helfen, seine Wasserstoffproduktionskapazitäten auszubauen und technologische Fortschritte voranzutreiben. Die Steuergutschrift von bis zu 3,00 USD pro kg für in den USA produzierten sauberen Wasserstoff soll die Wettbewerbsfähigkeit von wasserstoffbasierten Technologien verbessern.

    Zuletzt gab der Konzern bekannt, dass man weltweit über 95 MW an Elektrolyseurkapazität installiert und in Betrieb genommen hat, wobei die Wasserstoffproduktion auf 5 Kontinenten sowohl für den internen Gebrauch als auch an externen Kundenstandorten erfolgt. Zusätzlich wurden in den letzten 2 Jahren 13 Wasserstoff-Tankstellen in Europa errichtet. Diese betreibt das Unternehmen, um Materialtransport und Mobilität für Kunden wie Amazon, Stef und andere zu unterstützen. Der Aufbau der Infrastruktur spielt eine Schlüsselrolle beim Ausrollen der wasserstoffbetriebenen Technologie. Die Aktie hat sich nach einem 3-fachen Test rund um die 2,30 USD nach oben bewegt und ist momentan für 3,21 USD zu haben.


    Nel ASA, dynaCERT und Plug Power zeigen Fortschritte in der Wasserstofftechnologie. Nel ASA fokussiert sich auf Elektrolyseure und gibt heute seine Quartalszahlen bekannt. dynaCERT investiert in Cipher Neutron und wartet auf die Verra Zertifizierung, was der HydraGEN™-Technologie und dem Unternehmen einen Schub geben würde. Plug Power erhielt eine bedeutende Darlehensgarantie und profitiert von Steuergutschriften für saubere Wasserstoffproduktion. Diese Unternehmen sind gut positioniert und haben die Chance, ein Vervielfacher zu werden. Trotzdem müssen Anleger eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken vornehmen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 05.05.2026 | 05:30

    Milliardenmarkt im Schatten der E-Mobilität – Plug Power, dynaCERT und Daimler Truck heben den Schatz

    • Plug Power
    • dynaCERT
    • Daimler Truck
    • Elektrolyseure
    • grüner Wasserstoff
    • Dieselmotoren
    • Nachrüstsystem
    • CO2-Zertifikate
    • Emissionen
    • Elektro-LKW
    • Wasserstoff-LKW

    Geopolitische Spannungen legen die Risiken fossiler Abhängigkeiten offen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Logistik und Schwerverkehr, wirtschaftlich zu dekarbonisieren. Während die E-Mobilität bei PKWs punktet, bleiben Langstrecke und Bauflotten eine Herausforderung. Reichweite, Taktung und Altbestände zwingen zum Umdenken. Genau hier entsteht ein Markt für sofort wirksame Nachrüstlösungen, Wasserstoffintegration und effizientere Antriebe. Kurzfristig greifbare CO2- und Kostenvorteile gewinnen Vorrang vor reiner Zukunftsvision. Plug Power, dynaCERT und Daimler Truck adressieren dieses Spannungsfeld mit ganz unterschiedlichen, aber komplementären Ansätzen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 05.05.2026 | 05:00

    Die Methan-Ökonomie – wie Klimagas zum Investment-Case wird: Chevron, BP und Problemlöser Zefiro Methane

    • Ölquellen
    • Methan
    • Regulatorik
    • Klimagas
    • Emissionszertifikate

    Der US-Energiesektor ist im Wandel. Über ein Jahrhundert lang prägten Unternehmen wie Chevron die US-Industrie und förderten im großen Stil Öl. Doch dieser beispiellose Aufstieg hat ökologische Spuren hinterlassen: Unzählige Bohrlöcher in den USA sind verwaist und stoßen trotzdem noch immer kontinuierlich Methan aus. Dabei handelt es sich um ein Treibhausgas, das über einen Zeitraum von zwanzig Jahren eine etwa 80-mal höhere Erwärmungswirkung als CO2 hat. Inzwischen reagiert die Politik und fordert ein Ende dieser Methan-Katastrophe. Während Branchengrößen wie Chevron zunehmend unter Druck stehen, Methan-Emissionen zu stoppen, löst Zefiro Methane das Problem an der Wurzel und schließt verwaiste Ölquellen. Da die Arbeiten herausfordernd sind und Zefiro langjährige Erfahrung einbringen kann, ist das Unternehmen für viele Partner aus der Industrie die erste Anlaufstelle. Wie nötig das Engagement von Zefiro ist, zeigt der aktuelle Bericht „Global Methane Tracker 2026“ der Internationalen Energieagentur (IEA), der feststellt, dass das Schließen aller Methanlecks bis zu 200 Mrd. Kubikmeter Erdgas verfügbar machen könnte, die bislang in die Atmosphäre entweichen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 01.05.2026 | 04:45

    Zwischen KI-Boom und Batterie-Revolution: HPQ Silicon, Siltronic und Aixtron auf der Gewinnerseite!

    • Silizium-Anoden
    • Batterietechnologie
    • Batterien
    • Drohnen
    • Innovationen
    • grüner Wasserstoff

    Die nächste Tech-Welle an der Börse rollt und sie könnte ausgerechnet aus einem unscheinbaren Rohstoff entstehen: Silizium. Silizium ist ein zentraler Bestandteil zahlreicher Zukunftsindustrien, von Solarzellen über Halbleiter bis hin zu Batterien für Elektrofahrzeuge. Während der KI-Boom die Nachfrage nach Hochleistungs-Chips explodieren lässt und damit den Bedarf an Wafern antreibt, geraten gleichzeitig neue Batterietechnologien mit Silizium-Anoden in den Fokus der Anleger. Erste Durchbrüche versprechen deutlich höhere Energiedichten und könnten die Elektromobilität, Drohnen und KI-Anwendungen auf ein neues Level heben. Hier kommt das kanadische Unternehmen HPQ Silicon mit seinen innovativen Lösungen ins Spiel.

    Zum Kommentar