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13.04.2021 | 05:10

Nel ASA, dynaCERT, Everfuel – Wie geht es weiter bei Wasserstoffaktien?

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Ohne Zweifel bleibt Wasserstoff eines der interessantesten Themen am Kapitalmarkt in den nächsten Jahren. Geht es nach dem Willen der aktuellen Bundesregierung, soll Deutschland weltweit zum Vorreiter bei der Nutzung neuartiger klimafreundlicher Wasserstoff-Energie werden. So pumpt Berlin insgesamt 9 Mrd. EUR in die Zukunftsbranche. Wie geht es weiter nach der Korrektur? Drehen die stark gefallenen Werte wieder nach oben oder bauen Sie die aufgeblähten Bewertungen weiter ab? Und gibt es Alternativen?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA26780A1084 , NO0010081235 , DK0061414711


dynaCert – mehr als eine Alternative

WKN: A1KBAV ISIN: CA26780A1084 Symbol: DMJ
Rund 40% aller Klimagas-Emissionen im Verkehr kommen aus den Auspuffrohren der Lastkraftwagen. Aufgrund der Energiewende soll sich dies laut der Europäischen Union nun ändern. So müssen die LKW-Bauer die CO2-Emissionen durchschnittlich um 15%, bis 2030 gar um 30% senken, ansonsten drohen hohe Strafen. Die Folgen für die Fuhrparkbetreiber sind fatal. Hohe Strafen der Politik oder eine immense Investition in die Flotte der Zukunft? dynaCERT, ein kanadisches Unternehmen, hat das Patentrezept parat und dies in sechzehnjähriger Forschungsarbeit perfektioniert.

An Stelle den kompletten Fuhrpark zu erneuern, ist es durch das patentierte Elektrolysesystem „HydraGEN“ auf Wasserstoff-Basis möglich, Kraftstoffverbrauch und Emissionen bei großen Diesel-Motoren um bis zu 20% zu reduzieren. Neben „HydraGEN“ hat dynaCERT eine intelligente Software entwickelt, welche bereits in mehr als 400 Fahrzeugen in Probeläufen eingesetzt wird. Mit „HydraLytica“ ist es möglich, die Kraftstoffeinsparungen aufzuzeichnen und zu analysieren. Daneben kann der Fuhrparkmanager Flottenmanagement, Routenplanung, Fahrersicherheit sowie Lastmanagement kontrollieren.

Technisch wäre das Patent bereits jetzt auf alle PKWs anwendbar. Dies ist jedoch noch Zukunftsmusik. Aktuell konzentriert sich dynaCERT auf die Segmente Fuhrpark, Logistik, Baumaschinen und Dieselgeneratoren. Erfolge konnte das Unternehmen im Bereich Bergbau vermelden. So wurden mehrere HydraGEN Geräte an internationale Bergbaukonzerne ausgeliefert. Im Einsatz sind die Geräte bereits in Minen in Brasilien, Russland, China und Peru. Der positive News Flow sollte 2021 weiter anhalten. Die Aktie korrigierte von über 0,60 EUR auf aktuell 0,37 EUR und ist auf ermäßigtem Niveau langfristig interessant.

Nel ASA – Korrektur weiter am Laufen!

WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Symbol: D7G
Neuigkeiten gab es seit längerem wieder vom norwegischen Wasserstoffspezialisten. Nel ASA hat eine Rahmenvereinbarung mit dem internationalen Beratungsunternehmen John Wood Group abgeschlossen. Beide Unternehmen wollen zusammenarbeiten, um groß angelegte, komplexe grüne, erneuerbare Wasserstoffprojekte in ausgewählten Regionen global zu entwickeln und umzusetzen. Die börsennotierte John Wood Group ist ein weltweit führendes Beratungs- und Ingenieurunternehmen in den Bereichen Energie und gebaute Umwelt, das in mehr als 60 Ländern Beratungs-, und Betriebslösungen anbietet und rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Von der fundamental guten Meldung konnte der Kurs von Nel ASA nicht profitieren und fiel im gestrigen Handelsverlauf um knapp 4% auf 2,41 EUR. Charttechnisch hätte das Bild bei einem Überwinden der 2,65 EUR-Marke für Aufhellung gesorgt. Die zentrale Unterstützungszone bei 2,19 EUR sollte in den nächsten Tagen auf jeden Fall halten, sonst droht die weitere Korrektur in Richtung 2 EUR.

Everfuel – Einstieg in den Schiffverkehr

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Ebenfalls mit Neuigkeiten konnte die ehemalige dänische Tochter von Nel ASA, Everfuel, aufwarten. Das aus einem Spin-off gegründete Unternehmen unterzeichnete mit einer ungenannten deutsch-norwegischen Reederei eine Absichtserklärung für die Wasserstoffversorgung eines neuen emissionsfreien Schiffskonzepts. Dabei sollen die Dänen für die Lieferung von Wasserstoff verantwortlich sein, einschließlich Planung, Installation und Betrieb einer optimierten, skalierbaren Betankungslösung. Angestrebter Betriebsbeginn ist Anfang 2023 mit einem ersten Schiff, das voraussichtlich etwa 1.000 kg Wasserstoff pro Tag verbrauchen wird.

Mit dem Einstieg in den maritimen Bereich verrichtet Everfuel Pionierarbeit. So werden laut dem CEO von Everfuel, Jacob Krogsgaard, Schiffe hauptsächlich von Schiffsdieselmotoren angetrieben, die sehr umweltschädlich sind. Ein einziges Großcontainerschiff oder ein Passagierschiff kann so viel Schwefelemissionen in die Luft ausstoßen wie 50 Mio. Autos in einem Jahr. Die Umstellung auf emissionsfreie Lösungen soll den wichtigen Unterschied machen. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat verbindliche Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zu deren vollständigem Ausstieg bis zum Ende des Jahrhunderts beschlossen, wobei zunächst eine mindestens 50-prozentige Reduzierung der internationalen Schifffahrt bis 2050 im Vergleich zu den Werten von 2008 angestrebt wird.

Auch die Aktie von Everfuel wurde in den vergangenen Wochen von der Wasserstoff-Korrektur mitgerissen. So fiel der marktenge Wert von über 18 EUR auf 6,68 EUR im Tief. Aktuell läuft eine Gegenbewegung mit Kursen bei 9,22 EUR. Sollte der Kurs unter die 9 EUR-Marke fallen, wäre ein erneutes Testen der Tiefststände die Konsequenz.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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