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21.12.2023 | 06:10

Nel ASA, dynaCERT, BYD - Grüner Fahren, die neue Ära der Verkehrstechnologie

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Bildquelle: pixabay.com

Die Reduzierung von Emissionen beim Fahren ist entscheidend im Kampf gegen den Klimawandel und die Luftverschmutzung. Große Dieselmotoren in LKWs, Bussen und industriellen Anwendungen tragen erheblich zum Ausstoßen von Stickoxiden (NOx) und Feinstaub bei. Wasserstoff- und Elektroantriebe gelten als vielversprechende Lösungen für eine emissionsarme Zukunft, wobei jede Technologie spezifische Vor- und Nachteile besitzt. Eine koexistierende Anwendung beider Systeme könnte die optimale Reduzierung von Emissionen ermöglichen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die Infrastrukturen aufzubauen dauert Jahre. Um die Emissionen schon heute zu reduzieren, gibt es bereits jetzt verfügbare Technologien. Wir sehen uns ein Unternehmen aus jedem Bereich an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA – schwieriges Umfeld

    Nel ASA, ein norwegisches Unternehmen und führender Anbieter von Lösungen zur Produktion, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, sieht sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Anfang 2021 war Wasserstoff das Hype-Thema schlechthin. Obwohl sich kaum etwas an den Aussichten für die Wasserstofftechnologie geändert hat, sind mittlerweile einige Unternehmen in eine Schieflage geraten. Unter anderem auch Nel ASA. Denn in Zeiten von steigenden Zinsen ist es nicht mehr so leicht, Geld aufzutreiben. Dies wird benötigt, um fortschrittliche Elektrolyseure zu entwickeln.

    Während das Elektrolyseur Geschäft noch relativ gut läuft, sieht es im Bereich der Wasserstoff-Tankstellen deutlich schlechter aus. Der Bereich ist hochdefizitär. Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb sind rar, und wenn dann in Logistikzentren zu finden. LKWs und leichte Nutzfahrzeuge befinden sich gerade erst in der Entwicklung. Auch in Sachen Wirtschaftlichkeit hinkt grüner Wasserstoff den fossilen Brennstoffen hinterher. Nel ASA ist auch von der allgemeinen Wirtschaftslage und speziellen Branchenproblemen betroffen. Schwankende Energiepreise, Unsicherheiten auf den globalen Märkten und das langsame Tempo politischer Entscheidungen in Bezug auf Klimaschutzmaßnahmen hemmen die Unternehmensentwicklung.

    Das spiegelt auch die Unternehmensmeldung vom 12. Dezember wider, nach der der Kunde HyCC aufgrund von regulatorischen Verzögerungen und Marktbedingungen seine 40-MW Bestellung über Elektrolyseure storniert hat. Der Auftrag hatte ein Volumen von ca. 12 Mio. EUR. Seit Jahresbeginn hat die Aktie noch einmal rund 50 % ihres Wertes eingebüßt. Das ist einer der Gründe warum das Unternehmen aus dem Stoxx Europe 600 fliegt. Dadurch kommt es erneut zu Druck in der Aktie, denn die Fonds, die in den Index investieren, müssen sich von den Papieren trennen. Aktuell steht die Aktie bei 6,99 NOK.

    dynaCERT – die Verra Zertifizierung wird alles ändern

    dynaCERT bietet mit seiner HydraGEN™ Technologie schon heute die Möglichkeit, die Emissionen von Dieselmotoren deutlich zu reduzieren. Das patentierte System produziert Wasserstoff und Sauerstoff auf Abruf und optimiert die Verbrennung im Motor. Dadurch werden Emissionen und der Kraftstoffverbrauch verringert. Gleichzeitig bringt der Motor bessere Leistung und das Motoröl ist länger nutzbar. Durch die Einsparungen amortisiert sich die Anschaffung innerhalb von weniger als einem Jahr. Zusätzlich besteht in naher Zukunft die Möglichkeit CO2-Gutschriften zu erhalten. Der Zertifizierungsprozess mit Verra nähert sich dem Ende.

    Es fehlte noch ein Bewertungsbericht bezüglich der Methodik zur Verbesserung der Effizienz von Fahrzeugen und Verbrennungsmethoden. Damit wurde Earthood Services beauftragt, die den Bericht am 27. November fertiggestellt haben. Daraus geht hervor, dass nunmehr alle von Verra geforderten Anforderungen von HydraGEN™ und der Software HydraLytica™ erfüllt werden. Sobald die offizielle Bestätigung von Verra erteilt wird, gibt es CO2-Zertifikate, die zwischen dynaCERT und den Kunden geteilt werden. Je Tonne eingespartem CO2 erhält man derzeit ca. 75 USD. Die Zertifizierung wäre sowohl ein Meilenstein als auch ein echtes Verkaufsargument und würde die Firma zu einer Gelddruckmaschine machen.

    Positive Rückmeldungen gab es auch vom französischen Vertriebspartner IPMD SAS, die die Technologie auf der Fachmesse Solutrans in Lyon vorgestellt haben. Dort fand die Technologie großen Anklang bei Transportunternehmen und Mobilitätsexperten. Finanziell ist das Unternehmen gut aufgestellt. Am 5. Dezember wurde die erste Tranche der Privatplatzierung über 2,9 Mio. CAD abgeschlossen. Das Geld ist als Betriebskapital, zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten und einer Beteiligung an Cipher Neutron eingeplant. Man sieht schon jetzt eine Belebung der Umsätze in der Aktie. Das kann steuerliche Gründe haben, aber es gibt offensichtlich einige Marktteilnehmer die schon vor der Verra Meldung investiert sein wollen. Aktuell kostet ein Anteilsschein 0,165 CAD.

    BYD – erneuter Rekord

    Im November stellte BYD einmal mehr einen Rekord bei den abgesetzten New Energy Vehicles auf. Insgesamt wurden 301.903 Fahrzeuge verkauft, was einem Plus von 31 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit ist man seinem Ziel von 3 Mio. Fahrzeugen in 2023 sehr nah gekommen. Aktuell wurden 2,68 Mio. Einheiten an den Mann gebracht. Im Vergleich zum Oktober wurden aber kaum mehr Fahrzeuge verkauft. Die Preisnachlässe, die für den Kurssturz bei der Aktie gesorgt haben, bleiben auch im Dezember bestehen. In Deutschland soll die Förderung für Elektroautos zeitnah auslaufen. Für BYD ist der Absatzmarkt aktuell noch nicht von Interesse.

    Für die Internationalisierung hat sich der Konzern andere Märkte ausgeguckt. Unter anderem Japan. Dort will man bis 2025 jährlich rund 30.000 Elektrofahrzeuge platzieren, in über 100 Filialen. In Japan liegt Nissan mit seinen batteriebetriebenen Fahrzeugen vorne. Hier soll das Modell Dolphin für Aufruhr sorgen. Das Modell kostet 10 % weniger als das vergleichbare Nissan Modell und bietet 20 % mehr Reichweite dank der Blade Batterien. Für Europa und die USA, in denen aktuell die bekannten Automobilproduzenten noch die Nase vorne haben, wächst die Spannung.

    Experten sehen beispielsweise die deutsche Automobilindustrie 10 Jahre hinter China, was die Entwicklung der Elektrofahrzeuge angeht. Nicht umsonst hat die EU die Prüfung von staatlichen Subventionen für Elektroautos eingeleitet. Die USA sorgen sich über die Pläne von BYD in Mexiko eine Fabrik zu errichten, weil man aufgrund des Freihandelsabkommens die hohen Zölle nicht durchsetzen könnte. Die Aktie nähert sich der wichtigen Supportmarke bei 23 EUR. Darunter gibt es bei 22,65 EUR weiteren Support. Aktuell handelt die Aktie bei 23,24 EUR.


    Das Emissionsproblem wird zu einem großen Teil von der Mobilität verursacht. Hier will man versuchen, die Emissionen zu verringern, um seine Klimaziele zu erreichen. Derzeit haben die Verbrenner aber noch die Nase vorne. Der Aufbau der Infrastruktur wird noch lange dauern. Wasserstofffahrzeuge sind erst in der Entwicklung. Bei Nel ASA reicht das Geld noch, aber wenn die Norweger nicht bald anfangen Geld zu verdienen, werden über kurz oder lang die Lichter ausgehen. dynaCERT profitiert von den Verzögerungen, weil die HydraGEN™ Technologie es schon heute ermöglicht, Emissionen und Geld zu sparen. Kommen die CO2-Gutschriften, muss die Aktie neu bewertet werden. BYD eilt noch immer von Rekord zu Rekord. Gelingt die Internationalisierung, wird das auch in Zukunft weitergehen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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