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24.05.2022 | 05:10

Lufthansa, wallstreet:online, Rheinmetall – Die Stimmung hellt sich auf

  • Rezession
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Bildquelle: pixabay.com

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, warnte anlässlich des diesjährigen Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos vor einer globalen Rezession. Konkret gäbe es mit der hohen Inflation, einer Energiekrise, Lebensmittelknappheit sowie der Klimakrise vier Gefahrenherde. Im Gegensatz dazu hat sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft im Mai trotz des Ukraine-Konfliktes deutlich aufgehellt. „Die deutsche Wirtschaft erweist sich trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Krieg in der Ukraine als robust", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Anzeichen für eine Rezession sind derzeit nicht sichtbar." Beste Voraussetzungen für weiter steigende Notierungen. So stehen mehrere Indizes erneut vor markanten Kaufsignalen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetallste Schwächezeichen

    Während der breite Aktienmarkt seit der Invasion Russlands in die Knie ging, feierten Rüstungsaktien eine Börsenparty nach der anderen. Rheinmetall, Haus- und Hoflieferant der deutschen Bundeswehr, stieg dann auch nach der Ankündigung der Bundesregierung, den Wehretat um einmalig 100 Mrd. EUR aufzustocken, von rund 95 EUR auf bis zu 225 EUR Mitte April. Seither verlor der Titel etwas an relativer Stärke, die Trendfolgeindikatoren drehten und verzeichneten erste Verkaufssignale. Aktuell liegt der Titel bei 188,15 EUR. Der nächste markante Unterstützungsbereich ist die horizontale Linie im Bereich von 160,00 EUR. Langfristig dürfte, sollte die Übertreibung ein Ende finden, das aufgerissene Gap bei 107,05 EUR geschlossen werden.

    In Sachen Großaufträge fliegen den Düsseldorfern nicht nur welche aus Deutschland ins Haus. So wird Rheinmetall laut Dow Jones News einem Nato-Kunden Schutzausrüstung im Wert von rund einer Viertelmilliarde EUR liefern. Der Konzern habe mehrere Großaufträge bekommen und diese kommen auf einen Wert von fast 250 Mio. EUR brutto, teilte Rheinmetall mit. Die Auslieferung der Komponenten soll voraussichtlich ab dem Jahr 2023 beginnen und bis 2025 abgeschlossen sein. Rheinmetalls Kompetenz bei Schutztechnologien reicht von individuellen passiven ballistischen Lösungen wie Hartballistik-Einschüben für Schutzwesten bis hin zu abstandsaktiven Schutzsystemen. Diverse Analystenhäuser sehen bei der Aktie trotz des starken Anstieges weiteres Aufwärtspotenzial. Die letzte Aktualisierung gab die Schweizer Großbank UBS bekannt. Demnach sieht Analyst Sven Weier in Rheinmetall weiterhin einen „Buy“-Kandidaten und wiederholte das Kursziel von 251 EUR.

    Wallstreet:Online – Smarter Schachzug

    Der Aktienchart spiegelt dagegen bei wallstreet:online in keiner Weise die positive Entwicklung wider. Trotz wiederholten Rekordergebnissen und einer stetigen Zunahme des verwalteten Vermögens auf aktuell 9,1 Mio. EUR, beträgt die Korrektur des Aktienkurses seit dem Februar des vergangenen Jahres rund 50% auf 16,50 EUR. Auf lange Sicht dürfte sich auf diesem Niveau eine interessante Einstiegsgelegenheit bieten.

    Der testierte Konzernabschluss bestätigte nun noch einmal das starke Gesamtjahr 2021. So konnte der führende deutsche Betreiber eines Neobrokers und zugleich der mit Abstand größte verlagsunabhängige Finanzportalbetreiber die Erlöse im Gesamtjahr 2021 um 82% auf 51,4 Mio. EUR steigern. Beeindruckend ist dabei die Tatsache, dass bereits nach rund zweieinhalb Jahren Bestehen des Smartbrokers bereits rund 63% des Wachstums auf das Transaktionsgeschäft entfallen, rund 37% werden dem Portalgeschäft zugewiesen. Das bereinigte EBITDA vor den Kundengewinnungskosten lag bei 17,5 Mio. EUR.

    Der Smartbroker soll auch in Zukunft mehr und mehr zum Geschäft der Hauptstädter beitragen. Aus diesem Grund soll sich die Bedeutung der Kernmarke auch im Namen widerspiegeln. So plant die wallstreet:online AG nun eine Umfirmierung, über die auf der Hauptversammlung am 24. Juni 2022 abgestimmt werden soll. Konkret beabsichtigt die wallstreet:online AG eine Umfirmierung zur Smartbroker Holding AG beschließen zu lassen. Parallel dazu plant die Tochtergesellschaft wallstreet:online capital AG, sich in Smartbroker AG umzubenennen. Mit den neuen Namen soll der bereits vor einiger Zeit eingeschlagene Fokus auf den Bereich Finanzdienstleistungen klar zum Ausdruck gebracht werden.

    Wallstreet:Online ist auf dem absolut richtigen Weg. Kursrücksetzer sind aufgrund der Unsicherheiten an den Kapitalmärkten zwar jederzeit möglich. Auf langfristige Sicht dürfte sich die Qualität des Smartbrokers jedoch durchsetzen. Einen größeren Kick könnte der Kurs nach Launch von „Smartbroker 2.0” inklusive eigener Trading-App im 2. Halbjahr 2022 machen.

    Lufthansa AG – Kurz vor dem Abflug

    Nach dem kurzfristigen Sell-off Anfang März und Kursen um 5,25 EUR konnte sich die Lufthansa-Aktie wieder stabilisieren. Nach einem zweimonatigen Seitwärtslauf steht der Kranich kurz vor dem Überwinden der 7,00 EUR-Marke. Gelingt zudem der Bruch des seit Februar ausgebildeten Abwärtstrends bei 7,32 EUR, könnte die Reise bereits über die Marke von 8,00 EUR gehen.

    Um sein Einflussgebiet nach Süden, im Speziellen nach Italien, auszubauen, dürfte die Lufthansa ein Angebot für die Alitalia-Nachfolgerin Ita abgeben. Alleiniger Eigentümer ist der italienische Staat, der dann auch Angebote bis zum gestrigen Abend erwartete. Italien will dabei mit einer Minderheit an Bord bleiben und den Deal bis Ende Juni abschließen, hat Finanzminister Daniele Franco vor wenigen Tagen verkündet. Die sukzessive Übernahme und Integration von Gesellschaften wie Austrian, Brussels Airlines und Swiss könnte zum Vorbild für die Ita werden, ebenso könnte Rom wie Zürich weiterhin ein bedeutender Luftverkehrs-Knoten bleiben.

    "Lufthansa hat sich auf ein Drehkreuzmodell spezialisiert und auf nationale Fluggesellschaften, die ihre eigene Identität behalten", lobte jüngst der römische Flughafen-Chef Marco Troncone im "Handelsblatt.


    Während der Vizekanzler beim jüngst gestarteten World Economic Forum vor den Gefahren einer Rezession warnte, konnte sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft im Mai deutlich aufhellen, was zu steigenden Aktienkursen führte. Während Lufthansa als auch wallstreet:online aussichtsreich sind, dürfte Rheinmetall weiterhin an relativer Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt verlieren.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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