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16.01.2023 | 04:44

Last Generation in Lützerath - Greentech-Aktien springen an! Siemens Energy, Auxico Resources, JinkoSolar, Nordex im Fokus

  • GreenTech
  • Rohstoffe
  • Seltene Erden
  • Klimawende
Bildquelle: pixabay.com

Die fossile Energieversorgung wird immer unsicherer und ist ein rotes Tuch für die „Letzte Generation“. Was in Lützerath gerade passiert, könnte in Zukunft zur Blaupause für Deutschlands Energieprobleme werden. Denn der politische Wegfall des Lieferanten und Rohstoffriesen Russland, schafft gerade für Mitteleuropa eine gefährliche Unterversorgung. Durch den milden Winter sind die Gasvorräte noch üppig, doch der öffentliche Druck liegt bei der Industrie. Produktionsprozesse müssen nachhaltiger werden, auch wenn das kurzfristig durch nötige Investitionen erst einmal die Kosten erhöht. Langfristig erneuert sich die deutsche Industrielandschaft dadurch aber nachhaltig und wird wieder deutlich wettbewerbsfähiger. Welche GreenTech-Aktien sollte man im Blick haben?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , AUXICO RESOURCES CANADA | CA05334L1094 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007

Inhaltsverzeichnis:


    JinkoSolar – Analysten befeuern die Neujahrs-Rallye

    Solaranlagen bleiben im Fokus der Investitionen im Klimaschutzbereich. Zwar ist deren Herstellung nicht von CO2-Ausstössen befreit, dennoch sparen sie während ihrer Laufzeit von 20 bis 25 Jahren riesige Mengen des Treibhausgases ein. Zonen mit viel Sonnenstunden sind sie deshalb bestens geeignet, ganze Kraftwerke zu errichten. So deckt mittlerweile allein Spanien 56% der europäischen Solarstromproduktion ab, Deutschland ist mit 33% immerhin auf dem zweiten Platz.

    Die Jinko Solar Holdings Co. Ltd. ist einer der Hauptlieferanten von Panels und Wafer nach Europa. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen einen Absatz von rund 10.850 MW Solarmodule und -zellen vermelden, eine Steigerung um 3% zum Vorquartal und satte plus 117% gegenüber Vorjahr. Wegen Preisanpassungen nach oben stieg der Umsatz im Jahresvergleich sogar um knapp 128% und erreichte umgerechnet 2,74 Mrd. USD. Das bereinigte Nettoergebnis lag dabei bei 60,1 Mio. USD, nachdem im zweiten Quartal wegen COVID-Einschränkungen und Stromknappheiten noch ein Verlust angefallen war.

    Aktuell blicken die Analysten wieder positiv auf den Solar-Spezialisten. So gab es jüngst eine Aufstufung von Roth Capital von Neutral auf Buy mit einem neuen Kursziel von 70 nach 50 USD. Die Jinko-Aktie hat in 2022 bis 42 EUR konsolidiert und stieg seit Jahresbeginn um über 30% an. Die Experten taxieren das 2023er KGV im Konsens auf etwa 9, damit ist die Aktie nun nicht mehr teuer und lockt zum Einstieg.

    Auxico Resources – Eine Bezugsquelle für kritische Metalle

    In allen Green- oder Hightech-Produkten befinden sich eine gewisse Menge an Seltenen Erden. Sie sind, wie der Name schon sagt, eher selten und kommen vorwiegend in China vor, wo sie auch rentabel abgebaut werden können. Wegen der Versorgungs-Abhängigkeit zu Peking entwickeln westliche Industriestaaten aber Strategien, wie man weitere Lieferanten an den Markt heranführen könnte.

    Der kanadische Explorer Auxico Resources (AUAG) wurde 2014 gegründet und konzentriert sich auf die Produktion von kritischen Mineralien, darunter Niob, Tantal, Platingruppenmetalle (wie Platin und Iridium) und Seltene Erden. Das Unternehmen ist exklusiver Handelsvertreter für Seltene Erden-Konzentrate aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und besitzt direkt oder über Joint Ventures Mineralrechte in Kolumbien, Bolivien und Brasilien. Mit Zugang zu fast 4 Mio. Tonnen von kritischen Mineralien und Seltenen Erden verfügt Auxico über eine der größten Vorkommen außerhalb Chinas mit durchschnittlichen Gehalten an Seltenen Erden-Oxiden (TREO) von 54 bis 63%. In Brasilien besitzt man Zugang zu Zinnkonzentraten aus einer Wiederaufbereitungsanlage im brasilianischen Bundesstaat Rondonia. Das Unternehmen hat darüber hinaus eine Technologie namens Ultrasound Assisted Extraction (UAEx) lizenziert, die sich bei der Gewinnung von Seltenen Erden und anderen kritischen Mineralien als sehr erfolgreich erwiesen hat. Zusätzlich ist man 100% Eigentümer der Zamora-Liegenschaft in Mexiko. Der Besitz erstreckt sich über 15 historische Minen und Gruben mit hohen Gold- und Silbervererzungen. Innerhalb einer stärkeren Fokussierung, könnte dieses Asset für die Aktionäre gewinnbringend verkauft werden. Für die Belange der Hightech und GreenTech-Industrie könnte Auxico in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Lieferanten heranwachsen.

    Die Analysten von Hallgarten & Company haben die Liegenschaften im November 2022 einer Bewertung unterzogen und einen fairen Wert von 1,48 CAD je Aktie errechnet. Obwohl China in der Preisgestaltung für Seltene Erden noch dominierend sein dürfte, hat Auxico exzellente Chancen, sich ein großes Stück am weltweiten Kuchen zu sichern. Die Aktie von Auxico Resources (AUAG) notiert in Kanada stabil im Korridor 0,42 bis 0,47 CAD und kann auch liquide in Deutschland erworben werden. Der Unternehmenswert bemisst sich aktuell auf etwa 60 Mio. CAD, damit haben die Rohstoffspezialisten aus Montreal in der aktuellen Gemengelage noch erhebliches Potenzial.

    Die Seltenen Erden von Auxico Resources finden sich in Kolumbien. Mit hohen Vererzungen ist ein Abbau in industrieller Weise machbar. Quelle: Auxico Resources

    Siemens Energy und Nordex – Gut ins neue Jahr gestartet

    Erste Lebenszeichen gibt es auch wieder von den arg gescholtenen GreenTech-Werten Siemens Energy und Nordex. Beide Aktien hatten in den letzten 12 Monaten Verluste von 40 bis 60% erleiden müssen. Durch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Ansiedlung haben sie aktuell mit sehr differenzierten Anforderungen und Problemen zu kämpfen.

    Siemens Energy ist ein Spezialist für die nachhaltige Umstellung von Kraftwerken auf neue, umweltgerechte Standards. In der aktuellen Klimaschutz-Welle kann sich das Unternehmen derzeit nicht vor Aufträgen retten. Zuletzt erhielt man eine milliardenschwere Order vom Netzbetreiber Amprion zur Anbindung von Windparks in der deutschen Nordsee. Im Konsortium mit der spanischen Dragados Offshore wird Siemens Energy im Gegenwert von 4 Mrd. EUR Konverterstationen für zwei neue Netzanbindungssysteme errichten. Mit dem Irak ist beabsichtigt, in den nächsten 5 Jahren Projekte mit einer Kapazität von mehr als 6 GW aufzubauen, dabei geht um den Bau konventioneller Kraftwerke, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Stabilisierung des Stromnetzes. Die Aktie jubiliert und konnte allein seit Oktober 2022 rund 80% zulegen.

    Nordex hatte sich nun mehrmals frisches Kapital bei den gescholtenen Aktionären besorgt. Mit drei Gewinnwarnungen in Folge glaubt das Unternehmen nun erst wieder in 2024 richtig profitabel zu werden. Dreh- und Angelpunkt für die Profitabilität der Hamburger bleiben die hohen Kosten für die Vorprodukte, fehlendes Personal und ständige Störungen in den Lieferketten. Obwohl Nordex im November mitteilte, dass der operative Verlust in 2022 voraussichtlich vier Prozent des Umsatzes erreichen wird und damit das untere Ende der bisherigen Zielspanne, konnte sich der Kurs seither glatt verdoppeln. Die Börse setzt wie bei Siemens Energy auf eine beständige Auftragsflut, die sich zu Jahresanfang nun auch bestätigt. Die Tiefststände aus 2022 lauten auf 6,97 EUR – mit aktuell 100% höheren Kursen über 14 EUR sind die Anleger sehr optimistisch, dass Nordex seine Ertragsschwäche demnächst überwinden wird.

    Die Verfügbarkeit von strategischen Metallen könnten in Zukunft zum Dreh- und Angelpunkt der Klimawende werden. Wer GreenTech vorantreiben will, braucht eine Fülle verschiedener Rohstoffe, die es nicht überall auf dem Globus so einfach zu finden gibt. China ist hier am Drücker, die westlichen Industrie-Nationen suchen nach Alternativen. Auxico Resources könnte in 2023 stark in den Fokus von strategischen Investoren geraten, die eine größere Liberalisierung der Versorgung anstreben.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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