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02.08.2023 | 04:44

Künstliche Intelligenz - Jetzt geht´s richtig los! Palantir, Lufthansa, TUI, Viva Gold – Diese Aktien starten durch!

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Bildquelle: pixabay.com

Nach umfangreichen Klima-Blockaden an den Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf und München meldete sich auch der Umweltminister der Grünen, Robert Habeck zu Wort: „Die Aktivisten, die jetzt lauter Menschen die Reise in den Urlaub verbauen, schaden dem Anliegen Klimaschutz massiv.“ Ganz richtig! Sie gefährden auch maßgeblich den Verkehr und verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Kosten durch Verspätungen und Ausfälle. Damit könnte nun bald Schluss sein, denn die betroffenen Betreiber der Flughäfen stellen Strafanzeige. Sollten endlich wirkliche Sanktionen mit Freiheitsentzug verfügt werden, würde das Thema endlich in Angriff genommen werden und der Staat kann seine Handlungsfähigkeit neu unter Beweis stellen. Denn viele Bürger zweifeln mittlerweile an der Umsetzung wichtiger öffentlicher Ziele, für die ein teurer Staatsapparat nun mal zuständig ist. Auf was sollten Anleger achten?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VIVA GOLD CORP. | CA92852M1077 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088

Inhaltsverzeichnis:


    Palantir – Künstliche Intelligenz für den Friedenserhalt

    Einige Unternehmen haben sich auf die Fahnen geschrieben, Staaten bei ihren Bemühungen in Sachen Sicherheit und Freiheit zu unterstützen. Dabei kommt vermehrt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Denn wie bei allen datenbezogenen Dienstleistungen können intelligente Auswertungssysteme für die Aufklärung und die Komprimierung wichtiger Daten dienlich sein. Ob zur Terrorismus-Bekämpfung, gegen den Drogenhandel oder andere unerwünschte Tatbestände eingesetzt, Künstliche Intelligenz (KI) kann regelmäßig auftretende Handlungen analysieren, komprimieren und auswerten. Im Endeffekt geht es um Handlungsempfehlungen für Entscheider, die in schwierigen Situationen auf „Big Data“ zurückgreifen, um ihre Maßnahmen mit Statistiken zu unterlegen oder um sie ggf. zu legitimieren.

    Das US-Unternehmen Palantir Technologies ist der Hersteller der Software „Gotham“. Die Beschreibung dieser Datenbank- und Ermittlungssoftware klingt genauso einleuchtend wie gefährlich. Die Softwarelösung ist dazu in der Lage, riesige Mengen an Daten zu strukturieren, zu analysieren, Zusammenhänge herauszuarbeiten und diese entsprechend der Vorgaben zu visualisieren. Sie markiert für Behörden eine Zeitwende in der Ermittlungstätigkeit. Palantir reiht sich mit seiner Technologie in der Relevanz neuer Systeme gleich hinter Microsoft und Nvidia ein.

    Mittlerweile vertrauen auch die US-Regierung, die ukrainische Militärführung und mehrere zivile Konzerne auf die Schlagkraft der kalifornischen Datenanalytiker. Kein Wunder, dass die Aktie in 2023 durch die Decke geht, denn die aktuellen Anwendungsfelder schießen täglich aus dem Boden.
    Die Experten auf Refinitiv Eikon trauen der Aktie in den nächsten 12 Monaten dennoch nicht mehr viel zu. Das Konsensus-Kursziel lautet 11,50 USD – nur Wedbush Securities setzt die Marke auf 25 USD. Achtung: Die Palantir-Aktie hat sich seit Jahresanfang von 6 auf über 19 USD mehr als verdreifacht. Gewinnmitnahmen könnten auch mal stärker ausfallen.

    Viva Gold – Gute Bohrergebnisse in Nevada

    Gold war in unsicheren Zeiten mit geopolitischen Verwerfungen immer ein probates Mittel, um geschaffene Werte in eine neue Ordnung zu überführen. In den letzten beiden Weltkriegen spielte es jeweils eine besondere Rolle in der Finanzierung der Staaten. Im 1. Quartal 2023 fallen Singapur und China mit 68,7 bzw. 57,9 Tonnen Neuerwerb auf dem Goldmarkt auf. Auch die Türkei baut 30,2 Tonnen auf, der Aggressor Russland sowie die Staaten Usbekistan und Kasachstan haben zwischen 6,2 und 19,6 Tonnen verkauft. So die Bilanz der Notenbanken.

    Natürlich gibt es auch für Goldreserven unter der Erde eine spezielle Nachfrage. Hier liegt der Charme in der zukünftigen Verfügbarkeit, die dann gezogen werden kann, wenn es nötig wird. Der Goldpreis hat in den letzten Monaten ordentlich konsolidiert und steht jetzt mit 1.950 USD wieder knapp unter der 2.000 USD-Marke. Rentable Minen produzieren derzeit im Bereich von 950 bis 1100 USD. Der top aufgestellte kanadische Explorer Viva Gold besitzt ein 4.250 ha großes Grundstück in Nevada. Es liegt innerhalb der historisch bekannten Walker Lane, in der sich auch Kinross, Coeur Mining, Augusta und Centerra betätigen.

    Das Tonopah-Projekt ist mit einer positiven vorläufigen Wirtschaftlichkeitsbewertung ausgestattet, die einen potenziellen Tagebaubetrieb mit Goldgewinnung durch Haufenlaugung und eine in der Grube eingeschlossene gemessene und angezeigte Ressource mit 394.000 Unzen zu 0,78 Gramm Gold AU/t erlaubt. Weitere 206.000 Unzen sind in einer abgeleiteten Ressource zu 0,87 g AU/t angezeigt. Jüngste Bohrungen lieferten eine Vererzung von 1,9 g auf einer Länge von 59 Metern. Das Management wird die Arbeiten fortsetzten und erwartet weitere gute Ergebnisse. Viva Gold hat 106,7 Millionen Aktien emittiert, damit beträgt der Marktwert bei 0,15 CAD gerademal 16 Mio. CAD. Das Management besitzt 2,3 %, weitere Großanleger kommen auf 57 % der umlaufenden Aktien. Der Wert liegt sehr gut im Markt und ist für die ausgewiesenen Reserven nicht teuer.

    Die Viva Gold-Aktie kann mit +55 % im Vergleich zu anderen Turnaround-Werten in 2023 gut mithalten. Shooting-Star Palantir brilliert mit über +90 % in 12 Monaten, dafür liegt die abgestrafte TUI immer noch mit -21 % im Hintertreffen. Die Lage bessert sich aber sukzessive. Quelle: Refinitiv Eikon 01.08.2023

    TUI und Lufthansa – Die Haupturlaubszeit macht Laune

    Richtig in Schwung gekommen sind die beiden Reise- und Touristik-Unternehmen Lufthansa und TUI. Nach umfangreichen Staatshilfen zur Bewältigung der Corona-Lasten haben nun beide ihre Schulden beglichen. Analytisch stehen die Unternehmen natürlich unterschiedlich gut da.

    Beim Blick auf die TUI-Bilanz ragen immer noch gewaltige Gesamtverbindlichkeiten von 13 Mrd. EUR hervor, das Eigenkapital war in 2022 nach einem vorübergehenden Minus wieder auf über 560 Mio. EUR geklettert. Die jüngste Kapitalerhöhung geschah zu einem Allzeittief, schickte die Aktie aber danach erfolgreich nach oben. Immerhin trauen die Analysten den Hannoveranern wieder Gewinne in der Größenordnung von 0,77 EUR je Aktie zu. Damit stellt sich das KGV auf niedrige 8,5 für 2023, im Jahr 2025 sollen sogar 1,26 EUR je Aktie verdient werden. Vermutlich markierte der Bezugskurs der letzten Kapitalerhöhung das Ende des dunklen Kapitels des Reise-Giganten. Auch der Chart sieht gut aus, wenn die 7,00 EUR-Marke nicht mehr verloren geht. Analysten auf Refinitiv Eikon trauen der TUI-Aktie immerhin einen 12-Monats-Anstieg von 30 % auf 9,25 EUR zu.

    Bei der Lufthansa sind 19 von 21 Analysten positiv gestimmt und setzen den Erwartungswert auf 12,25 EUR. Bei erwarteten Ergebnissen je Aktie von 1,30 und 1,58 für die Jahre 2023 bzw. 2025 stellen sich die KGVs auf 7,1 und 5,8. Der Luftfahrt-konzern ist nur mit rund 5 Mrd. EUR verschuldet und macht knapp 40 Mrd. EUR Umsatz, rund doppelt so viel wie TUI. Wer im Sektor investiert sein möchte, nimmt daher eher den Standardwert und schläft ruhiger. Beide Unternehmen müssen in 2023/24 aber zeigen, dass sie die 30-40 % höheren Preise auch von ihrer Kundschaft einholen können. Denn die Nachhol-Effekte aus der Pandemie währen nicht ewig.


    Die Aktienmärkte haussieren täglich aufs Neue. Mittlerweile wird erwartet, dass die Notenbanken bald wieder an Zinssenkungen denken. Die Inflationszahlen geben dazu Hoffnung, dennoch bleiben die Kapitalmarktzinsen hoch. Ein ausgewogenes Depot kann allseits gefragte Technologiewerte wie Palantir enthalten, diese Aktie ist aber analytisch teuer. Im aktuellen Umfeld günstig erscheinen derzeit TUI, Lufthansa und Viva Gold.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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