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29.10.2021 | 05:08

Kleos Space, Lufthansa, TeamViewer – Spannende Entwicklungen!

  • Raumfahrt
Bildquelle: pixabay.com

Der Kapitalmarkt lebt von Vielfalt. Börse handelt Zukunft und ist nie eine Einbahnstraße, das Pendel – so schmerzlich es auch manchmal ist – schwingt in beide Richtungen. Unternehmenswachstum ist genauso Treibstoff für Kurse wie Euphorie und Panik. Bei den folgenden Gesellschaften hat sich in der jüngsten Vergangenheit einiges getan. Wer wird bis Ende des Jahres am besten performen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: KLEOS SPACE CDI/1/1 | AU0000015588 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

Inhaltsverzeichnis:


    Kleos Space – Es läuft wie am Schnürchen

    Der Satellitenbetreiber Kleos Space meldete jüngst vier weitere RF-Aufklärungssatelliten bestellt zu haben. Der Start ist für Mitte 2022 geplant. Ziel ist es, die Datenerfassung und die Wiederholungszeiten zu verbessern. Das niederländische Unternehmen Innovative Solutions in Space (ISISPACE) baut das vierte Satellitenbündel, die so genannte Observer Mission, für die ein Start bei SpaceX gebucht wurde.

    ISISPACE und Spaceflight unterstützten bereits den zweiten Satellitencluster von Kleos Space, der am 29. Juni von SpaceX mit der Falcon 9 Transporter-2-Mission in eine sonnensynchrone Umlaufbahn gelangte. Auch das dritte, aktuell ebenfalls bei ISISPACE im Bau befindliche Cluster soll bereits im Januar 2022 an Bord einer Falcon 9-Rakete starten. Ähnlich wie beim zweiten und dritten Cluster sollen die Observer Mission-Satelliten weitere 119 Millionen Quadratkilometer an Datenerfassungskapazität pro Tag liefern.

    Die Kosten für den Bau und den Start des vierten Clusters belaufen sich nach Angaben von Kleos Space auf rund 4,5 Mio. AUD australische Dollar. In den letzten Monaten hatte das Unternehmen bereits eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Insgesamt plant die Gesellschaft mit bis zu 20 Satellitenclustern zur Erkennung und Geolokalisierung von Funkübertragungen für Anwendungen, die von der Bekämpfung von Piraterie und Menschenschmuggel bis zur illegalen Fischerei reichen. Nach eigenen Angaben steht das Unternehmen kurz vor dem Abschluss von 170 "qualifizierten Verträgen" für seine Dienste, darunter 48 "unterzeichnete Evaluierungsverträge mit Kunden, die eine kostenlose Testphase zur Evaluierung von Datenprodukten vor der Umsatzgenerierung beinhalten".

    "Jeder neue Start ermöglicht es uns, die Erfassung von Satellitendaten zu verbessern und die Anzahl der Überprüfungen von Schlüsselgebieten, die für unsere Kunden von Interesse sind, zu erhöhen“, hieß es in einer Unternehmensmeldung. Mit Hilfe der präzisen Satellitenortung können Gefahren frühzeitig erkannt und vermieden werden. Dies ist natürlich nur eine Anwendungsmöglichkeit für den Service des Unternehmens. Staaten, Privatunternehmen aber auch NGOs gehören zum Kundenstamm. Je nach Datenanforderungen bietet Kleos Space seine Dienste als as-a-Service mit unterschiedlichen Abomodellen an. Da die Eintrittsbarrieren für andere mögliche Akteure in einen solch technologisch komplexen Markt sehr hoch sind, dürfte der Aktienkurs der innovativen Gesellschaft mittelfristig zulegen.

    Deutsche Lufthansa – Licht am Ende des Tunnels?

    Zweifelsohne wurde die Reise- und Luftfahrtbranche hart durch Corona getroffen. Der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig, zeigte sich zuletzt jedoch sehr optimistisch: „Aber das Licht am Ende des Tunnels wird heller." Darauf deute die steigende Nachfrage für das Sommerreisegeschäft 2022 hin, wovon zuletzt die großen Reiseveranstalter berichteten. Das sind auch gute News für die Aktie des deutschen Kranichs.

    Die Aktie hat seit März rund 40% nachgegeben. Die Gesellschaft ist aktuell mit rund 6,8 Mrd. EUR bewertet. Analysten prognostizieren im laufenden Geschäftsjahr im Schnitt einen happigen Verlust in Höhe von 2,3 Mrd. EUR. 2022 soll mit 60 Mio. EUR wieder der Sprung in die Gewinnzone gelingen. Mehrheitlich halten Analysten den Titel mit einem Aufwärtspotenzial von lediglich 6% für ausgereizt und stufen die Anteilsscheine als Halteposition ein.

    TeamViewer – Auf der Suche nach neuem Vertrauen

    Im Zuge der letzten der Prognosesenkung nach einem überraschend schlechten Quartal kamen die Anteilsscheine des lange als Corona-Gewinner gehandelten Unternehmens mächtig unter Druck. Schon länger wurde der Anbieter von Fernwartungs- und Homeofficesoftware durch den Abschluss millionenschwerer Sponsorenverträge, insbesondere mit Manchester United, kritisiert. Kürzlich gaben die Deutschen bekannt, dass der Finanzvorstand mit dem Auslaufen seines Vertrags im Jahr 2022 das Unternehmen verlassen werde. Damit zieht die Gesellschaft erste Konsequenzen. Der Vertrag mit dem CEO wurde dagegen vorzeitig bis 2024 verlängert. Zudem wird TeamViewer die Führungsriege von drei auf vier Personen erweitern.

    Damit wird der Managementfokus auch den Bereich Vertrieb umfassen. Aufsichtsratschef Abraham Peled unterstrich in einer Unternehmensmitteilung seinen Wunsch: „Eine der Top-Prioritäten des Führungsteams wird es sein, das Vertrauen des Kapitalmarkts zurückzugewinnen." Dies wird sicherlich eine längere und komplizierte Reise. Etliche Analysten senkten ihre Kursziele für den Titel. Teilweise zweifeln die Experten sogar an der Story. Aktuell ist die Gesellschaft mit 2,6 Mrd. EUR bewertet.


    Bei Kleos Space läuft es rund. Nach und nach werden die Satellitencluster erweitert. Aufgrund der hohen Markteintrittsbarrieren und dem sich abzeichnenden Wachstum ist die Aktie spannend. TeamViewer befindet sich dagegen nicht mehr auf der Sonnenseite und muss das Investorenvertrauen wieder zurückgewinnen. Mit einer Normalisierung der Reisetätigkeit auf ein Vor-Corona-Niveau, sollte die Lufthansa-Aktie zumindest mittelfristig wieder zulegen können.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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