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09.03.2022 | 05:08

Kleos Space, Palantir, Deutsche Bank – Daten wie Gold

  • Daten
  • Geodaten
  • Raumfahrt
  • Sicherheit
Bildquelle: pixabay.com

Die Nervosität aufgrund der dramatischen Lage in der Ukraine überträgt sich auch auf die globalen Kapitalmärkte. Der deutsche Leitindex DAX sackte zwischenzeitlich auf ein neues Jahrestief auf 12.431,50 Punkte ab. Dagegen haussierte die Krisenwährung Gold und setzte ein erstes Ausrufezeichen über der Marke von 2.000 USD je Unze. Gefragt sind auch Datenanbieter wie Kleos Space und Palantir, die mit ihrer Software Gotham Analysen unter anderem für die US-Streitkräfte liefern.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: KLEOS SPACE CDI/1/1 | AU0000015588 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008

Inhaltsverzeichnis:


    Kleos Space – Drittes Cluster bereit

    Das Data-as-a-Service Unternehmen Kleos Space mit Hauptsitz in Luxemburg sucht die Erde nach Hochfrequenzsignalen für die Geolokalisierung mithilfe Nanosatelliten ab, verarbeitet diese mit ihrer KI-gestützten Technologie und erstellt fertige Datenpakete, die an staatliche und kommerzielle Analytik- und Intelligence-Einrichtungen global geliefert werden, um die Sicherheit auf den Weltmeeren zu verbessern und gezielt gegen Menschenhandel, Schmuggel, Piraterie oder Grenzverletzungen vorzugehen. Kunden von Kleos Space, inzwischen über 50, sind neben Regierungen und Behörden auch Versicherungen, Küstenwachen oder Reedereien.

    Nachdem der Start des dritten Clusters, das aus vier Satelliten besteht, verschoben wurde, sollen die Kleos Patrol Mission (KSF2) - Satelliten für einen weiteren Anlauf mit der SpaceX Transporter-4-Mission umprogrammiert werden. Mit dem Start in eine sonnensynchrone Umlaufbahn werden die Patrol Mission-Satelliten die Datenerfassungskapazität erheblich steigern. Zudem konnte mit dem an der NASDAQ notierten Geodatenanalyse-Unternehmen Satellogic eine Partnerschaft geschlossen werden, um staatliche und kommerzielle Ausschreibungen zu verfolgen. Satellogic ist ein führender Anbieter von hochauflösenden Satellitenbildern für Regierungen und kommerzielle Kunden auf der ganzen Welt und verfügt derzeit über 17 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn. Seine hochauflösende Hochfrequenz-Erdbeobachtungsplattform verbessert den Zugang und die Erschwinglichkeit von Geodaten für Mainstream-Anwendungen.

    Eric von Eckartsberg, Chief Revenue Officer von Kleos, sagte: „Satellogic ist ein komplementärer Anbieter von Geodaten und Analysen, und wir nutzen unsere kombinierten Produkte und Technologien, um groß angelegte staatliche und kommerzielle Ausschreibungen zu gewinnen.“ Mit der Advanced Ground Information Systems Inc. konnte zudem ein Vertrag zur Datenanalyse geschlossen werden. AGIS arbeitet für die US-Behörden und das US-Militär und wird die Geolokalisierungsdaten von Kleos in ihre eigenen Kontrollsysteme integrieren.

    Die Aktie von Kleos Space konnte sich dem schwachen Gesamtmarkt entziehen und bildet aktuell im Bereich von 0,59 AUD, umgerechnet 0,40 EUR, einen Boden aus. Da Datenanalysen aktuell besonders vom Militär stark nachgefragt werden dürften, wäre es nicht überraschend, wenn Kleos Space spätestens nach dem Launch des dritten Clusters abhebt.

    Palantir – Vom Westen gefragt

    Bereits heftig korrigiert hatte die Aktie vom Big-Data-Unternehmen Palantir in den vergangenen Monaten. So ging es seit dem Zwischenhoch im vergangenen September bei 29,19 USD bis zum Tief bei 9,74 USD, was auch eine starke Unterstützungslinie darstellt, steil bergab. Seitdem versuchen die Anteilsscheine des Unternehmens aus Denver eine Bodenbildung. Rückenwind bekommt Palantir aktuell ausgerechnet aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation. CEO Alex Karp warb anlässlich der stattgefundenen Münchner Sicherheitskonferenz für die Einführung von KI-Technologie im europäischen Militär. Dies wäre laut Karp der Faktor, um die Grundwerte der Staaten zukünftig verteidigen zu können.

    Aufträge im Volumen von 34 Mio. USD erhielt Palantir einmal mehr von der US-Army, um die Weiterentwicklung der Army Intelligence Data Platform (AIDP), ein auf KI-gestütztes Gefechtsführungs-Analysesystem, zu unterstützen. Das US-Militär setzt die Plattform ein, um Vorhersagen zu treffen, wo Milizen oder gegnerische Armeen zum Beispiel Bodenminen platzieren, um die Wagenkonvois der US-Streitkräfte anzugreifen.

    Auch die Reise in die bayerische Landeshauptstadt scheint sich gelohnt zu haben. Das bayerische Landeskriminalamt will künftig ein Analysesystem der deutschen Tochter des US-Datenunternehmens Palantir nutzen. Palantir Technologies GmbH habe den Zuschlag für das „Verfahrensübergreifende Recherche- und Analysesystem (VeRA)" des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) bekommen, teilte das BLKA am Montag mit. Bayern könnte Vorreiter für andere Bundesländer sein.

    Deutsche Bank – Hart getroffen

    Was nach den zuletzt vermeldeten positiven Zahlen im Hinblick auf einen möglichen charttechnischen Wendepunkt noch positiv aussah, wurde durch den Ukraine-Konflikt und den Einmarsch der russischen Streitkräfte jäh gestoppt. Seit Tagen gehören Titel von Finanzinstituten zu den Hauptverlierern am Markt. Mit dem erfolgreichen Verteidigen der Unterstützungslinie von 8 EUR und einer folgenden Reversal-Kerze konnte der Rückgang zumindest kurzfristig gestoppt werden.

    Sorgen bereitete Anlegern vor allem das Engagement in Russland und der Ukraine. Die Deutsche Bank hat rund 1.500 Technologie-Mitarbeiter in Russland. Das sind etwa 10% der weltweiten Tech-Beschäftigten. Das Finanzinstitut hatte bereits kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mitgeteilt, dass sich die Bank auf verschiedene Szenarien vorbereitet und Notfallpläne erstellt habe.


    Nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts sind die Aktienmärkte weiterhin im freien Fall. Sowohl Palantir als auch Kleos Space zeigen relative Stärke und können mit ihren Datenanalyse-Systemen von der aktuellen Situation sogar profitieren. Dagegen zählen Finanztitel wie die Deutsche Bank weiterhin zu den Verlierern und sollten aktuell lediglich beobachtet werden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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