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23.11.2022 | 06:00

K+S, Defense Metals, RWE – Profitieren von Aktien, die Mängel bekämpfen

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Bildquelle: pixabay.com

Die ersten Lieferkettenprobleme traten während der Corona Pandemie auf. Mit Ausbruch des Ukraine Konflikts wurden weitere Mängel der westlichen Staaten offenbar. Dabei ist schon lange bekannt, dass die USA und auch Europa abhängig von Rohstoffen und Energie aus Russland und China sind. Vor allem das Reich der Mitte hat teilweise schon eine Monopolstellung bei kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden oder Wolfram. Zwischen den USA und China kommt es schon länger zu einem kleineren Handelskrieg. Russland hat sowohl Europa als auch die USA mit günstiger Energie versorgt. Jetzt in Zeiten von Spannungen treten die Abhängigkeiten offen zutage. Daher sehen wir uns heute drei Aktien an, die die Mängellage bekämpfen können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129

Inhaltsverzeichnis:


    K+S – Rekordjahr voraus

    Seit den Sanktionen gegen Belarus stieg der Kalipreis im Jahr 2021 deutlich an. Mit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine fallen zwei der vier größten Düngemittelhersteller weltweit aus. Auch die Weizenexporte aus der Ukraine sind seit Beginn des Konflikts fast zum Erliegen gekommen. Das befeuert die Nachfrage nach Düngemitteln zusätzlich. Auch wenn der Preis für Kali kurzfristig nachgegeben hat, so ziehen die Preise seit Juli wieder an. Gute Voraussetzungen für K+S, die 2021 der Gewinner des MDAX waren. Doch auch beim Kasseler Unternehmen machen sich gestiegene Kosten bemerkbar.

    Am 10. November hat das Unternehmen seine Zahlen zum 3. Quartal präsentiert. Der Umsatz für das Quartal betrug rund 1,5 Mrd. EUR, ein Anstieg von fast 100% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das EBITDA lag bei 633 Mio. EUR. Zum Vergleich 2021 lag der Wert bei lediglich 121 Mio. EUR. Der bereinigte freie Cashflow erreichte mit 580 Mio. EUR einen Rekordwert. Das Geld will K+S dazu verwenden, um eine weitere Anleihe zurückzukaufen. Die Schuldverschreibung wäre 2024 fällig und so besteht die Möglichkeit, die Zinsen in Höhe von 3,25% einzusparen. Bis Ende November haben die Besitzer der Anleihe die Möglichkeit das Angebot anzunehmen.

    Am Jahresende soll das EBITDA bei rund 2,4 Mrd. EUR liegen und würde damit den Rekord aus 2008 brechen. Doch trotz der guten Aussichten konnte die Aktie nicht zulegen. Aktuell zahlt man 20,53 EUR für eine Aktie. Die Analysten vergaben im Anschluss an die Zahlen vier Mal eine Kaufempfehlung, lediglich die UBS empfahl Halten mit einem Kursziel von 22 EUR. Die anderen Kursziele lagen zwischen 26 und 29 EUR. Experten erwarten, dass das Unternehmen seine Dividende deutlich erhöhen wird. Als Dividendenjäger kann man hier eine erste Position aufbauen.

    Defense Metals – Sieben Bohrungen, sieben Treffer

    Wie eingangs erwähnt, hat China eine Art Monopolstellung aufgebaut, was Seltene Erden angeht. Dieser Rohstoff ist als kritisch einzustufen, weil es für viele Anwendungsbereiche nur wenige Ersatzstoffe gibt. So gibt es zum Beispiel keinen Ersatz für Neodym bei der Herstellung von leistungsstarken Magneten. Diese Magneten sind unerlässlich, wenn es um die Windkraft geht, und auch die heutigen Elektrofahrzeuge benötigen Seltene Erden. Dreht uns China den Hahn zu, gibt es keine Smartphones mehr, keine LEDs und viele weitere High-Tech-Geräte. Für Entspannung angesichts dieser Abhängigkeit könnte Defense Metals sorgen, die in Kanada das 4.244ha große Wicheeda Projekt betreiben. Aus der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie geht hervor, dass das Unternehmen pro Jahr rund 24.500t des Rohstoffs produzieren könnte.

    Das zuletzt abgeschlossene Bohrprogramm brachte 18 Löcher mit einer Gesamtlänge von über 5.500m nieder. Seit Mitte Oktober gab es verschiedene Meldungen über sieben erfolgreiche Bohrungen. Dabei durchteufte jede einzelne Bohrung hochgradiges Seltene Erden-Oxid. Der Tiefstwert lag bei 1,39% und reichte in der Spitze bis zu 6,7%. Nimmt man nur die niedrigsten Werte jedes Bohrlochs, kommt man im Schnitt noch immer auf gute 2,3%. Die Ergebnisse für 11 weitere Bohrungen über 3.017m stehen noch aus und werden in den kommenden Wochen erwartet. Craig Taylor, der CEO und Director von Defense Metals, erklärte: „Wir treiben das Projekt Wicheeda weiter voran und sind sicher, dass diese Ergebnisse wesentlich zu unserem Ziel einer verbesserten Ressourcenkategorie beitragen werden, die wir für eine zukünftige vorläufige Machbarkeitsstudie (PFS) benötigen.“ Die vorläufige Machbarkeitsstudie soll noch in diesem Jahr beginnen.

    Parallel zum Bohrprogramm führt das Unternehmen Flotationstests an verschiedenen Proben durch. Die Liegenschaft lässt sich in drei unterschiedliche Lithologien unterteilen. 73% bestehen aus Dolomit-Karbonatit(DC), xenolithisches Karbonatit(XE) mit 24% und 3% Syenit. Die Rückgewinnungsraten bei DC liegen bei über 80%, XE kommt auf rund 70% und Syenit liegt bei 79%.

    Operativ läuft es gut, die Aktie konnte sich von ihren Tiefs bei 0,165 CAD lösen und läuft seit Mitte September seitwärts zwischen 0,215 CAD und 0,28 CAD. Aktuell liegt der Kurs bei 0,25 CAD in der Mitte der Range. Weitere positive Bohrergebnisse könnten für neuen Schwung sorgen und die Zahlen in der vorläufigen Machbarkeitsstudie verbessern.

    RWE – Zahlen überzeugen

    In einer Welt, in der die Energie immer knapper wird, ist RWE ein Unternehmen, das gut positioniert ist um davon zu profitieren. RWE ist eines der weltweit führenden Strom- und Gasunternehmen mit einer starken Präsenz sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen kann auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken und ist heutzutage eines der wenigen, das über die Größe und das Know-how verfügt, um die wachsende Energienachfrage zu decken. Dabei will der Konzern in Zukunft auch auf Kohle verzichten. Der Ausstieg ist für 2030 geplant.

    Am 10. November wurden die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Die Essener profitierten von einer hohen Stromnachfrage bei gleichzeitig geringen Erzeugungskapazitäten. Das EBITDA lag bei 4,1 Mrd. EUR nach 9 Monaten. Damit lag man über den Erwartungen der Analysten. Am Jahresende soll das bereinigte EBITDA zwischen 5 und 5,5 Mrd. EUR liegen. Das Unternehmen zahlt Kommunen 0,2 Cent je Kilowattstunde aus Erneuerbaren Energien. Damit will der Konzern die Gemeinden ermutigen, Erneuerbare Energien vor Ort zu installieren.

    Die Angst vor einer Übergewinnsteuer auf Erneuerbare Energien in Großbritannien scheint dagegen unbegründet zu sein. Die Auswirkungen werden sich im Rahmen halten. Ab einem Preis von 75 GBP pro Megawattstunde fällt ein höherer Steuersatz an. Nach den Quartalszahlen gab es ausnahmslos Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 49 und 54 EUR. Aktuell handelt die Aktie bei 41,44 EUR. Solange die Energiekrise anhält wird RWE auch weiterhin gut verdienen. Die Dividendenrendite liegt allerdings nur bei etwas über 2%.


    In Zeiten in denen viele Dinge knapp werden, lohnt es sich in Unternehmen zu investieren, die diese Mängel beseitigen können. Nur so kann man sich unabhängiger von China und Russland machen. K+S profitiert von den Sanktionen gegen Belarus und Russland. Gleichzeitig hilft man dabei die Nahrungsmittelproduktion sicherzustellen. Defense Metals könnte einen möglichen Mangel an Seltenen Erden zumindest teilweise beheben. Die Seltenen Erden sind enorm wichtig für die Zukunft. RWE liefert Strom und Gas. Beides ist knapp momentan und wird es wohl auf längere Zeit auch bleiben.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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