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30.09.2022 | 04:44

Höher, schneller, weiter: BYD, Infinity Stone, Porsche, Varta – Das Energiewende-Aktienportfolio wird gesucht!

  • E-Mobilität
  • GreenTech
  • Energiewende
Bildquelle: pixabay.com

Das Wort Energiewende wird in der Öffentlichkeit stark strapaziert. Mehrheitlich versteht man darunter den Einsatz von GreenTech zur Erzeugung von Energie und gleichzeitiger Vermeidung gefährlicher Klimagase. Durch die Lecks in der nicht in Betrieb befindlichen Nordstream2-Pipeline entweicht leider täglich die Menge an Gas in die Atmosphäre, die der Staat Dänemark in einer ganzen Woche verbraucht. Das führt uns schmerzlich vor Augen, wie stark kriegerische Aktionen die Bemühungen zur Klimarettung konterkarieren. An der Börse gilt es, den Blick von der Aktualität zu wenden und auf eine friedlichere Zukunft zu richten, in der gute Ideen für eine nachhaltige Veränderung auch honoriert werden. Welche Aktien gehören ins Portfolio?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , Infinity Stone Ventures Corp | CA45675G1037 , PORSCHE AG | DE000PAG9113 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Der chinesische Automobil-Riese ist in Europa angekommen

    Drei Wochen vor dem Pariser Autosalon von 17.-23. Oktober stellt der chinesische Hersteller BYD („Build Your Dreams“) seine neuen Modelle für den europäischen Markt vor. Dabei ist Deutschland einer der Fokusmärkte für die kommende Offensive der bekannten China-Marke. Deutsche Autofahrer werden somit bald neue Modelle auf der Straße entdecken, deren Logo man sich erstmal einprägen muss. Wie lang das dauern wird, hängt von der Schlagzahl ab, wie BYD den europäischen Kontinent erobern will und mit welchen Rabattprogrammen man ins Marketing gehen wird.

    Aktuell ist der Zögling von Warren Buffet mitten in den Vorbereitungen für den Marktstart und es gibt schon erste Details. Gerade wurde die Website gestartet und auch die Preisrange ist bekannt. Das Einsteigermodell Atto 3 wird ab 38.000 EUR verfügbar sein, für die Limousine Han und den SUV Tang müssen mindestens 72.000 EUR auf den Tisch gelegt werden. Ab 2023 soll es auch den BYD Seal mit etwa 30.000 EUR geben, er wird wohl den Konkurrenten Tesla Model 3 und VW ID.3 das Leben schwer machen. Mal sehen, wie sich die ersten Modelle im Markt einführen lassen und wieviel sie den Platzhirschen an Marktanteilen abgraben werden.

    Indes ist die BYD-Aktie unter die Räder gekommen. Lang konnte sich der Wert im Bereich 30 bis 35 EUR behaupten, nun fiel der chinesische Publikumswert auf 25,80 EUR zurück. Die Ende August veröffentlichten Zahlen konnten die Analysten zwar noch überzeugen, nun rückt aber die technische Auffangzone 20 bis 25 EUR in den Fokus. Unser Rat: Bleiben sie beim Börsenliebling aus China noch an der Seitenlinie bis die Börsenampel wieder auf Grün wechselt.

    Infinity Stone Ventures – Kritische Metalle für die Energiewende

    Für Infinity Stones Ventures (GEMS) ist die Energiewende und die zunehmende Zahl von Elektrofahrzeugen in den nächsten Jahren eine Steilvorlage für die perspektivische Entwicklung zu einem international bekannten Rohstofftitel. Das Unternehmen aus Kanada sucht in den Provinzen Quebec und Ontario nach kritischen Metallen und konzentriert sich auf einer Fläche von 3.850 Hektar auf die Lithium-Projekte Taiga, Hellcat und Camaro. Ganz in der Nähe von Camaro befindet sich der bekannte Corvette-Lithiumtrend, der 2017 von Patriot Battery Metals entdeckt wurde.

    Den neuesten Meldungen zur Folge will Infinity nun schnell vorankommen. Mit der Axiom Exploration Group aus Saskatchewan wurden umfangreiche Explorationsprogramme für die Liegenschaften in Camaro und Hellcat vereinbart. Die dort lagernden Gesteine beinhalten lithiumhaltige Pegmatite, die mit Hilfe KI-gestützter, maschineller Auswertungsverfahren untersucht werden können. Im Fokus bleibt die aussichtsreiche LCT-Region rund um die James Bay. Auch im Besitz von Infinity befindet sich das Graphit-Projekt namens Rockstone in Ontario. Hier möchte man mit Hilfe des weltbekannten Zertifizierungs- und Testdienstleisters SGS untersuchen, inwieweit das lagernde Graphit über Flouridlaugung so gereinigt werden kann, dass am Ende ein Rohstoff mit EV-Batteriequalität (99,8 % CG-Reinheit) entsteht.

    Die aktuell vorliegende Rohstoff-Selektion ermöglicht Infinity Stone eine zukünftige Zuliefer-Position im Batteriemarkt, welche laut einer Studie von Mordor Intelligence im Prognosezeitraum 2022-2027 eine Wachstumsrate (CAGR) von 15,8 % verzeichnen wird. Speziell das Segment Autobatterien soll im Prognosezeitraum aufgrund der zunehmenden Einführung von Elektrofahrzeugen in mehreren großen und aufstrebenden Volkswirtschaften der Welt ein erhebliches Wachstum verzeichnen. Die vor kurzem von Kanzler Scholz initiierte deutsch-kanadische Energieinitiative macht es für Rohstoffunternehmen vor Ort einfacher, potentielle industrielle Abnehmer in Europa zu finden. Die Infinity Stone-Aktie bewegt sich derzeit mit guten Handelsumsätzen im breiten Korridor von 0,25 und 0,45 CAD, die aktuellen Meldungen sollten nun wieder zu steigendem Interesse führen. Denn immerhin ist der aussichtsreiche Wert aktuell nur mit rund 15 Mio. CAD bewertet.

    Porsche AG versus Varta – Kaufen oder Verkaufen?

    Die Porsche AG ist kein wirkliches Sinnbild für die Klimawende, denn diese Marke steht für klassische Sportwägen, Genuss und Freiheit. Trotzdem arbeiten die Schwaben zumindest im Produkt-Mix für ein mehr grünes Ambiente und setzen auch auf die E-Mobilität. Die Kundschaft der letzten Verbrenner aus Zuffenhausen werden wohl zu Protokoll geben, dass eine grüne Lebenseinstellung auch mit einem selten benutzten 911er aufrechterhalten kann, da doch die Einkaufsfahrten mit dem kleinen Stromer erledigt werden. Egal was für die künftige Individualmobilität in Brüssel mittelfristig entschieden wird, die mit viel Emotion aufgeladene Marke „Porsche“ wird es immer geben.

    Gestern ging die Porsche AG mit einer Erstnotiz von 84 EUR an die Börse. Der Ausgabepreis ist am oberen Ende der Zeichnungsspanne von 76,50 bis 82,50 EUR festgelegt worden. Damit spült die Erstnotiz knapp 9,4 Mrd. EUR in die Kassen des Mutterkonzerns Volkswagen. Die Marktkapitalisierung der notierten Tochter beträgt adhoc rund 75 Mrd. EUR, das ist ein Viertel mehr als die Mercedes-Aktie nach der Abspaltung der Trucksparte. Gleichzeitig repräsentiert dieser hohe Wert knapp 90% der Volkswagen AG. Kurios, was mit einer Traummarke wie Porsche für ein Börsen-Renommee zum Start aufgebracht werden kann. Ob die Aktie wirklich ein Anlagevehikel sein wird, zeigen die nächsten Wochen, denn der Freefloat ist dünn und die Anleger-Community recht speziell. In einem schwachen Umfeld gab es gegen Börsenschluss aber ersten Verkaufsdruck.

    Ebenso stark im Blickfeld bleibt die Varta-Aktie. Das Unternehmen hatte in kurzer Abfolge drei Umsatz- und Gewinnwarnungen an den Markt gegeben. Die Guidance wurde nun komplett ausgesetzt, der Börsenkurs stürzte weitere 50% ab. Hier ist Vorsicht geboten, denn der Chartverlauf lässt noch tiefere Kurse vermuten, auch wenn der Wert bereits 85% vom Top verloren hat. Aktuell wird auch noch gemeldet, dass CEO Herbert Schein eine neue Aufgabe übernimmt. Der Kurs verabschiedete sich gestern nahe dem Tagestief. Halten sie unbedingt die technische Auffangzone von 20 bis 25 EUR im Blick.


    Die Energiewende steht in engem Zusammenhang mit der E-Mobilität. Weltweit werden Mammut-Investitionen in GreenTech und Infrastruktur initiiert, um der stetigen Erwärmung entgegenzuwirken. Aktuell sind die Börsentrends auch in diesem beliebten Anlagesektor negativ. Doch je tiefer die Werte fallen, desto größer könnte die daraus resultierende Gewinnchance werden. Zum langfristigen Depotaufbau eignen sich neben den genannten Standardwerten natürlich auch Rohstoffwerte wie Infinity Stone Ventures.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Auch wenn BYD in den nächsten Jahren an die 100.000 Fahrzeuge an Sixt ausliefert, ein Garant für steigende Kurse ist das nicht. Denn der Großaktionär Warren Buffet trennt sich von seinem chinesischen Steckenpferd. Weiß er mehr? Handelt es sich um eine Portfolio-Entscheidung oder möchte er möglichen geopolitischen Überraschungen im Zusammenhang mit Taiwan präventiv aus dem Weg gehen? Wir wissen es nicht. Fakt bleibt: Buffet hat viele Follower und das zwingt den BYD-Kurs immer weiter nach unten. Indes meldet BASF gute Zahlen und schiebt sich mit einem saisonal festen DAX weiter gen Norden, wer hätte das gedacht? Wir tauchen etwas tiefer ein.

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