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10.09.2021 | 05:10

GameStop, wallstreet:online, Nikola – Es läuft munter weiter

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Bildquelle: pixabay.com

Die EZB folgt der FED. Zwar mahnten einige Ratsmitglieder, das Risiko einer zu hohen Inflation nicht auszublenden, ein Ende der ultralockeren Geldpolitik ist jedoch nicht in Sicht. Lediglich der Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren im Rahmen des Corona-Notkaufprogramms soll im vierten Quartal „moderat“ geringer ausfallen. Die Entscheidung pro Wachstum ist Balsam für die Börsen. Neue Höchststände sollten nach den letzten Mini-Korrekturen folgen.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , GAMESTOP CORP. A | US36467W1099


wallstreet:online – Pures Wachstum

Der Wandel zum Finanzdienstleister mit integrierter Community geht ungebremst weiter, das zeigten bereits die vorläufigen, ungeprüften Zahlen für das erste Halbjahr 2021. Demnach hat die Gruppe in den ersten sechs Monaten des Jahres ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 57% auf 23,8 Mio. EUR steigern können. Das operative EBITDA vor Neukundengewinnungskosten für den Smartbroker stieg wie erwatet auf 9,0 Mio. EUR und hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020, als dies bei 4,4 Mio. EUR lag, nahezu verdoppelt. Im operativen EBITDA nicht enthalten sind die Kosten zur Kundengewinnung für den Smartbroker, die sich auf knapp 8 Mio. EUR beliefen.

Die wichtigste Wachstumszahl des Smartbrokers, die Assets under Management, stieg in den ersten sechs Monaten auf 6,8 Mrd. EUR, was eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Diese liegen in über 187.000 Depots, davon sind über 142.000 Kunden beim Smartbroker. Das Ziel der Hauptstädter ist weiterhin, 200.000 Smartbroker-Depots bis zum Jahresende zu eröffnen. Zwar schwächte sich das Wachstum nach dem außergewöhnlichen ersten Quartal auch getrieben von den Meme-Aktien etwas ab, die bereits ausgesprochenen Umsatzprognose zwischen 45-50 Mio. EUR sollen jedoch ebenfalls gehalten werden. Damit ist der Smartbroker gemessen an den Kundeneinlagen die Nummer eins und bezogen auf die Kundenzahlen die klare Nummer zwei unter den deutschen Neobrokern.

Besonders erwähnenswert ist der Umstand, dass alle Bereiche der Gruppe zum Wachstum beitrugen. So lag die Reichweite der Finanzportale im Durchschnitt bei 376 Mio. Seitenaufrufen pro Monat und hat sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 37 % gesteigert.

Die Marktkapitalisierung der wallstreet:online-Gruppe liegt aktuell bei 345,80 Mio. EUR. Der Neobroker Trade Republic, den die Berliner bei den Assets under Management bereits hinter sich lassen konnten, bringt es auf unglaubliche 5 Mrd. EUR. Somit besteht hier noch gehöriges Aufholpotenzial.

Nikola- eine neue Braut

Ursprünglich war im vergangenen Jahr eine finanzielle Beteiligung von General Motors an Truckbauer Nikola geplant. Nach den Betrugsvorwürfen distanzierte sich General Motors jedoch zusehends. Nun präsentierte Nikola mit dem deutschen Automobilzulieferer Bosch einen neuen strategischen Partner. Wie das US-Unternehmen in einer Mitteilung verkündete, wird es von Bosch im Rahmen einer strategischen Vereinbarung wichtige Komponenten wie beispielsweise den Brennstoffzellen-Stack, den Kompressor, die Leistungselektronik und das Steuergerät mit Sensoren beziehen. Diese sollen dann in Nikolas US-Werk in Arizona zu Brennstoffzellen-Leistungsmodulen montiert werden. Die erste Anwendung soll in der US-Version des Nikola Tre FCEV geplant sein.

Spekulative Anleger könnten bei Nikola nun auf ihre Kosten kommen. Nach einer Bodenbildung im Bereich von 9 EUR erholte sich die Aktie in den vergangenen Wochen auf über 11,45 EUR. Ein Überschreiten der Marke könnte Kurspotenzial zunächst in den ersten Zielbereich bei 14 EUR generieren.

GameStop – Analysten enttäuscht

Die Aktie von GameStop kennt spätestens seit dem Meme-Hype, als sich Kleinanleger in Reddit—Foren absprachen, die Aktie „to he moon“ zu schießen, um Hedgefonds, die auf fallende Kurse setzten, zu schaden, jeder. Nun veröffentlichte der US-Videospielhändler die Zahlen für das zweite Quartal, die dank der Erholung des Handels nach den Corona-Lockdowns erfreulich waren.

Der Umsatz legte im Jahresvergleich um gut ein Viertel auf 1,18 Mrd. USD zu. Den Verlust verringerte GameStop von 111,3 Mio. USD auf 61,6 Mio. USD. Damit lag das Unternehmen jedoch deutlich unter den Schätzungen der Analysten. Ein Investment drängt sich aufgrund der astronomisch hohen Marktkapitalisierung von 12,93 Mrd. USD weiterhin nicht auf.


Die Geldpolitik bleibt locker, das Zinsniveau historisch niedrig. Das bedeutet Bahn frei für Wachstum und weiter steigende Kapitalmärkte. Wallstreet:Online ist im Vergleich zur Neobroker-Konkurrenz deutlich zu niedrig bewertet. Nikola ist eine spekulative Trading-Idee, GameStop ist bei aktueller Bewertung kein seriöses Investment.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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