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2021-12-21 05:08

GameStop, Aspermont, Salesforce – Was zählt sind Fakten, Fakten, Fakten!

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Bildquelle: pixabay.com

Börse handelt Zukunft. Analysten verharren aber viel zu oft in der Betrachtung der aktuellen Quartalszahlen, Halbjahres- oder Jahreszahlen. Diese Daten beschreiben die aktuelle Lage eines Unternehmens und können aber auch auf Gefahrenmomente in der Zukunft hindeuten. Wie haben die Markteilnehmer Zahlen und Ausblick der drei genannten Unternehmen aufgefasst?

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , GAMESTOP CORP. A | US36467W1099 , SALESFORCE.COM DL-_001 | US79466L3024

Inhaltsverzeichnis:


    GameStop – Fehlen einer klaren Zukunftsstrategie

    Wer erinnert sich nicht an diesen verrückten Januar 2021, als nach dem Einstieg des Investors Ryan Cohen und der Welle von Leerverkäufen institutioneller Anleger sich plötzlich Kleinanleger über das Subreddit-Forum WallStreetBets organisierten und durch ihr massives Investment in die Aktie die Leerverkäufer dazu zwangen, das Papier zu horrenden Kursen über die Börse zurückzukaufen. Der Kurs kletterte von rund 15 USD auf zwischenzeitlich 480 USD. Dass es sich dabei um ein Strohfeuer handeln und dass die Aktie bald wieder fallen würde, war von vornherein klar.

    Auch, dass der Aktienkurs zuvor überhaupt so niedrig gelegen hatte, dürfte niemanden überrascht haben. Denn GameStop fehlte schon seit Längerem eine klare Zukunftsstrategie. Während sich die Welt der Computer- und auch der Konsolenspiele immer mehr in die Onlinewelt verschoben (Sony PlayStore, Microsoft Xbox live, Steam), verließ sich GameStop weiter auf den stationären Handel. Erst spät entschloss man sich, etwas zu ändern und holte deshalb eben jenen Ryan Cohen, dem Gründer des Online-Tierfutter-Versand „Chewy“, mit ins Boot. Er sollte mit seiner Erfahrung aus dem Aufbau von Chewy helfen, GameStop stärker im Online Handel zu positionieren. Doch hier lag offensichtlich ein Denkfehler vor, denn Tiernahrung und Online-Videospiele unterscheiden sich fundamental voreinander, nicht nur im Bereich der Zielgruppen.

    Auch nimmt der Verkauf von physischen Datenträgern immer weiter ab, zunehmend werden über Online-Plattformen für Videospiele lediglich Codes verkauft, die Downloads der Programme ermöglichen oder bestimmte Feature freischalten. Und so verwundert es nicht, dass die aktuellen Q3-Zahlen von GameStop genau das reflektieren: Trotz eines um 30% gestiegenen Umsatzes von 1,3 Mrd. USD kletterte der Verlust von 18,8 Mio. USD auf 105,4 Mio. USD. Auch Analysten zeigen sich enttäuscht und empfehlen fast durchgängig, sich von der Aktie schnellstmöglich zu trennen.

    Aspermont Ltd. – Erfolg der digitalen Transformation

    Ein ganz anderes Kaliber als GameStop und ein Beispiel für eine absolut gelungene Transformation ist die australische Aspermont Gruppe. Der als traditioneller Zeitungsverlag gestartete Konzern, der immer noch die beiden durchgängig seit ihrer Gründung erscheinenden Bergbau-Magazine Mining Journal (gegründet 1835) sowie das Mining Magazine (gegründet 1909) verlegt, und in der Folge sein Geld hauptsächlich mit Printwerbung und Events machte, wurde 2014 ein Opfer der Digitalisierung. Im Sog der Verlegung von immer mehr Events und Publikationen ins Internet und in die Cloud verlor Aspermont fast ein Viertel seines Umsatzes. Um dem Exitus zu entgehen, wurde 2015 eine radikale Wende hin zu einem Digitalen Medien- und Servicehaus eingeleitet.

    Wie sich inzwischen zeigt: mit großem Erfolg. So ist das australische Unternehmen inzwischen nach Reichweite Marktführer bei B2B-Medien im Rohstoffsektor und betreibt mit seiner XaaS-Plattform (Everything-as-a-Service) einen stark skalierbaren Service. Dazu kommt die Bereitstellung von Geschäftsdaten aus einer immensen Datenbank, die Aspermont über die Jahre aufbauen konnte und aktiv pflegt.

    Der Erfolg spiegelt sich auch in den kürzlich veröffentlichten Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2020/2021 wider: So explodierte das EBITDA förmlich um 288% auf über 1,6 Mio. AUD. Besonders hervor stach das Datengeschäft: hier verdreifachten sich während des Geschäftsjahres die Umsätze, während der XaaS-Umsatz um ebenfalls beeindruckende 14% zulegen konnte und damit wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht. Die Analysten von GBC Research formulieren in ihrer aktuellen Einschätzung ein Kursziel von rund 0,09 AUD. Dies entspräche mehr als einer Vervierfachung des aktuellen Kurses.

    Salesforce – mal besser, mal schlechter

    Der weltweit führende Entwickler von Cloud-Software übertraf im dritten Quartal, welches im Oktober endete, die Markterwartungen. Der Umsatz des US-Konzerns wuchs um 27% auf 6,86 Mrd. USD. Das bereinigte Ergebnis ging zwar gegenüber Vorjahr um 27% auf 1,27 USD zurück, lag jedoch deutlich oberhalb der Analystenerwartungen. Die Zahlen sind indes Spiegelbild der milliardenschweren Übernahme der Kommunikationsplattform Slack im Sommer. Damit will Salesforce zu Microsoft aufschließen. Allerdings enttäuschte die Guidance für das nächste Quartal. Der Softwareriese stellte einen Gewinn je Aktie von 0,73 USD in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt jedoch 0,82 USD erwartet.


    Finanzkennzahlen sind meist eine gute Entscheidungshilfe bei der Beurteilung von Aktien. Aber auch das Verständnis des Geschäftsmodells ist entscheidend. Nur so kann man etwaige Schwächen erkennen und muss sich nicht dem Schwarm anschließen. In diesem Sinne: Finger weg von GameStop. Lieber sollte man sich die Papiere von Aspermont genauer anschauen. Hier hat der Turnaround Hand und Fuß. Und die Zahlen belegen es. Salesforce als Marktführer in einem zukunftsweisenden Wachstumsmarkt ist zudem interessant.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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