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14.07.2022 | 05:08

Frisches Geld für wallstreet:online, K+S und Deutsche Bank in Lauerstellung

  • wallstreet:online
  • Deutsche Bank
  • K+S
Bildquelle: pixabay.com

Ab der kommenden Woche läuft sie wieder, die Berichtssaison für das zweite Quartal des Börsenjahres 2022. Wie immer bilden die Bankaktien in den USA das Starterfeld. Gespannt darf man diesmal sein, wie sich die in den letzten Monaten stark gestiegene Inflation und das höhere Zinsniveau sich auf die Kennziffern niederschlagen. Im Vergleich zu anderen Branchen sind die geprügelten Finanztitel in jedem Falle günstig bewertet.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Bank an wichtigem Punkt

    Ambitioniert und äußerst erfolgreich verlief der Start der Deutschen Bank in das Börsenjahr 2022. Durch die Abkehr der Federal Reserve von der ultralockeren Geldpolitik zu mehreren Zinserhöhungen sprangen die Anteilsscheine der meisten börsennotierten Geldhäuser auf neue Vierjahreshochs und durchbrachen langfristige Abwärtstrends. Dann kam jedoch der Einmarsch Russlands in die Ukraine, die Kurse crashten innerhalb weniger Tage wegen Sorgen vor zu hohen Kreditverpflichtungen. So gab der Kurs der Frankfurter seit Mitte Februar um nahezu 50% nach. Im Bereich von 7,85 EUR befindet sich jedoch ein starker Unterstützungsbereich, der langfristig als Haltepunkt gelten könnte.

    Nach untern revidiert hat das US-Investmenthaus Morgan Stanley das Kursziel der Deutsche Bank Aktie, sieht aber mit einem Kursziel von 12,00 EUR nach 14,90 EUR und der Einstufung „Equalweight“ noch deutlich Potenzial im Vergleich zum aktuellen Kurs. Analystin Magdalena Stoklosa prognostiziert für europäische Investmentbanken einen Ertragsrückgang in Q2 von 7% gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch das Geschäft im Asset und Wealth Management dürfte schwach ausgefallen sein, so die Expertin.

    Wallstreet:Online Setzt Segel auf Expansion

    Natürlich konnten sich nur wenige Titel der allgemeinen Marktkorrektur der letzten Monate entziehen. Im Peer-Group-Vergleich steht die wallstreet:online AG, die bald unter dem Namen Smartbroker Holding AG firmieren wird, dagegen noch aufrecht. Grund hierfür sind zum einen die äußerst erfolgreichen Zahlen des vergangenen Jahres 2021, zum anderen die Prognosen im Hinblick auf das Wachstum und die Entwicklung des optimierten Smartbrokers 2.0.

    Trotz des Übergangsjahres geht man in der Hauptstadt von einer Umsatzsteigerung in Höhe von 25% auf 62 Mio. EUR bis 67 Mio. EUR aus, das operative EBITDA nach Kundengewinnungskosten soll von 4,4 Mio. EUR auf 10 bis 12 Mio. EUR anwachsen. Zudem sollen die Wertpapierdepots bis Ende 2022 um 22% auf 300.000 anziehen, die Assets under custody dürften im Laufe des Jahres die Schallmauer von 10 Mrd. EUR durchbrechen und zum Jahresende bei rund 10,3 Mrd. EUR liegen.

    Durch den geplanten Launch von „Smartbroker 2.0” und den Aufbau einer eigenen Brokerage-Infrastruktur, sollten die enormen Skaleneffekte jedoch deutlich zum Tragen kommen. Grundvoraussetzung der Umsetzung dieses Modells ist die Aufstockung der KWG-Lizenz. Zum Ausbau der Wachstumsbereiche der Unternehmensgruppe wurde nun eine Kapitalerhöhung platziert und ein Bruttoerlös von rund 10 Mio. EUR erzielt.

    Insgesamt wurden 580.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgegeben, das Grundkapital der Gesellschaft wurde dadurch um knapp 4% auf 15,6 Mio. EUR erhöht. Der Platzierungspreis je neuer Aktie betrug 17,30 EUR. Sehr vertrauenserweckend ist die Tatsache, dass über die Hälfte der neuen Aktien von Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates gezeichnet wurden.

    Matthias Hach, CEO der wallstreet:online AG und der wallstreet:online capital AG zu der jüngsten Kapitalerhöhung: „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir das Wachstum des Smartbrokers aus den laufenden Einnahmen finanzieren können - dazu trägt zu großen Teilen unser erfolgreiches Mediengeschäft bei. Trotzdem haben wir uns kurzfristig für die Kapitalerhöhung entschlossen, da wir auf diese Weise unsere ehrgeizigen Pläne nochmals beschleunigen können. Gleichzeitig senden Vorstand und Aufsichtsrat ein deutliches Signal in den Markt: ‘Wir stehen zu 100 Prozent hinter unseren Ideen und Zielen.“

    K+S AG – Wie gewonnen, so zerronnen

    Die Wurzeln des K+S-Konzerns gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals erschlossen Bergarbeiter in Deutschland die ersten Kalilagerstätten. Heute ist die K+S Gruppe der fünftgrößte Kaliproduzent der Welt und ein international ausgerichtetes Rohstoffunternehmen mit Produktionsstätten in Europa und Nordamerika, welches über 11.000 Mitarbeiter beschäftigt.

    Durch die Sanktionen gegen Uralkali sowie Belaruskali, wir berichteten ausführlich im Report: K+S - Dünger für das Depot, die weltweit für rund 35% der Kaliproduktion in den vergangenen Jahren verantwortlich waren, mussten nun westliche Anbieter die Knappheit beim Angebot egalisieren. Im Hinblick auf ein blendendes Gesamtjahr wurden die Prognosen für das Gesamtjahr bereits im März nach oben revidiert. Die Kasseler erwarten nun ein operatives Ergebnis (EBITDA) zwischen 1,6 bis 1,9 Mrd. EUR.

    Nach einer Übertreibung des Kalipreises findet aktuell eine Korrektur statt. Zudem fehlt das dringend benötigte Erdgas, wodurch die in den letzten Monaten gehypten Produzenten Federn lassen mussten. Der Kurs der K+S-Aktie gab sodann die kompletten Gewinne des Anstiegs seit der Invasion Russlands ab und notiert aktuell auf dem Ausbruchsniveau von Anfang März bei rund 20 EUR. Die technischen Indikatoren würden sogar einen weiteren Verlust bis in den Unterstützungsbereich um 16 EUR zulassen. Antizyklische Anleger sollten den Wert dennoch beobachten.

    In den vergangenen Monaten kamen Titel von Banken und Finanzdienstleistern trotz mehrerer Zinserhöhungen unter die Räder. Ab der kommenden Woche beginnt die Berichtssaison für das zweite Quartal. Durch die Erhöhung der Zinsmarge könnten bei der Deutschen Bank positive Überraschungen folgen. Wallstreet:Online erhält frisches Geld aus den eigenen Reihen und kann das starke Wachstum fortsetzen, K+S könnte auf dem derzeitigen Niveau interessant werden.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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