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15.09.2022 | 05:02

dynaCERT, VARTA AG, Plug Power - wer gewinnt, wer verliert?

  • Erneuerbare Energien
  • Plug
  • dynaCERT
  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die Zukunft der Energieversorgung Europas entscheidet sich in diesen Tagen. Unternehmen wie VARTA am Standort Deutschland müssen ihre Anleger mit angepassten Gewinnprognosen vertrösten. Ein Gewinner dieser Gaskrise kann dynaCERT sein. Das Unternehmen, spezialisiert auf Wasserstoff-Technologien für Dieselmotoren, stellt auf der IAA Transportation ab 20. September in Hannover aus und ist für ein Gespräch vor Ort erreichbar. Plug Power Investoren hingegen müssen jetzt tapfer sein. Dem Management wird ein Insiderhandel vorgeworfen, eine Sammelklage ist in den USA eingereicht…

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Gaskrise als Chance : dynaCERT auf der IAA Hannover vom 20. - 25. September

    Die Energiekrise hat Europa fest im Griff. Doch nach wie vor rollen LKW quer durch die Länder uns transportieren Waren und Güter. Doch LKW, Transporter und ähnliche Dieselfahrzeuge sind auf den gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz AdBlue zur Reinigung von Dieselabgasen angewiesen. Rund 40% dieses Zusatzstoffes stammt aus dem Werk der SKW Stickstoffwerke Piesteritz aus Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Aufgrund der extrem gestiegenen Gaspreise stellt das Unternehmen seine Produktion ein.

    Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BDL) warnt in einem Schreiben an die Ministerien für Wirtschaft und Verkehr eindringlich vor den Konsequenzen. „Die flächendeckende Nichtverfügbarkeit von AdBlue hätte dramatische Folgen für ca. 90% der Lkw-Verkehre, aber auch für Busse, die auf AdBlue angewiesen sind. Die Fahrzeuge müssten faktisch stehen bleiben, da sie ohne AdBlue nicht mehr betrieben werden können und dürfen. Die Lieferketten wären damit akut gefährdet, die Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen nicht mehr sicher“, heißt es in dem Schreiben. Über 100.000 LKW stehen still, sollte nicht schleunigst eine Lösung für die Gasknappheit gefunden werden.

    Ist das jetzt die Chance für dynaCERT? dynaCERTs neueste Technologie zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen für Dieselmotoren ist weltweit einzigartig und ermöglicht es dem Betreiber, enorme Mengen an Kraftstoff zu sparen. Die HydraGEN™-Technologie nutzt einfache Elektrolyse, um destilliertes Wasser in H2- und O2-Gase umzuwandeln, die bei Bedarf produziert werden. Die schnellere Flammengeschwindigkeit von Wasserstoff führt zu einer insgesamt schnelleren und vollständigeren Verbrennung von Diesel. Die Zufuhr von H2 und O2 enthält Sauerstoff, was die Verbrennung verbessert. Dadurch wird weniger Kraftstoff verbraucht und die Effizienz steigt.

    Investoren sollten die Chance ergreifen und die IAA in Hannover besuchen, um das Team von dynaCERT und deren Technologie vor Ort kennenzulernen. Zudem bietet die Messe einen soliden Überblick, was an technologischem Fortschritt bald auf der Straße und Schiene zu finden ist.

    Der Kurs der dynaCERT-Aktie bewegte sich in den letzten sechs Monaten lange unter 10 Cent. Seit einigen Wochen zeichnet sich ein anderes Bild. Kurzzeitig erreichte die Aktie 0,24 EUR am 24. August. Momentan steht sie bei 0,14 EUR.

    Varta, ein Langzeit-Investment?

    Im heißumkämpften Energiesektor für Mikro-Batterien weht für VARTA nach wie vor ein rauer Wind. Aufgrund mehrerer Faktoren wie Verzögerungen von Kundenseite, Unterbrechungen der Produktion durch einige Kunden aufgrund angespannter Liefersituationen bei Halbleiterbauteilen sowie steigende Kosten für Materialien, Energie und Transport hat VARTA Ende Juli seine Umsatzziele für das Geschäftsjahr 2022 nach unten korrigiert. Analysten schätzen die kommenden Monate für die VARTA AG ebenfalls als herausfordernd ein. Die Materialbeschaffungen und Produktionskosten bleiben hoch und können nicht 1:1 an die Verbraucher weitergegeben werden. Dafür sind Anbieter aus chinesischen Märkten zu stark in der Konkurrenz.

    Die Umsatzprognose für das laufende Jahr wurde aufgrund der unsicheren Umstände von bisher 950 Mio. EUR auf 880 bis 920 Mio. EUR gesenkt. Gleichzeitig erwartet das Management, dass sich der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von zuvor 260 bis 280 Mio. EUR um etwa 20% auf 200 bis 225 Mio. EUR verringert. Vom Target Price 85 EUR scheint die VARTA Aktie mit 63,58 EUR weit entfernt.

    Quo vadis, VARTA? Ist das Unternehmen ein Langzeitkandidat für das Depot? Ab wann scheint die derzeitige Talsohle durchwandert? Antworten auf diese Fragen gibt Bernard Wolf, Head of Investor Relations der VARTA AG am 27. September 2022 im Live Zoom Call im Rahmen des 4. IIF. Weitere Infos und Anmeldung für institutionelle und private Investoren hier.

    Verdacht des Insiderhandels bei Plug Power

    Bei Plug Power könnte sich die Stimmung wenden. Laut einer Pressemitteilung bei Newswire untersucht die US-Amerikanische Kanzlei Schubert Jonckheer & Kolbe LLP mögliche Ansprüche von Aktionären von Plug Power Inc., die durch falsche oder irreführende Angaben gegenüber Investoren sowie Insiderhandel durch mehrere Führungskräfte und Direktoren entstanden sein könnten.

    Derzeit ist gegen Plug Power und seine Führungskräfte, Andrew Marsh und Paul Middleton, vor dem U.S. District Court for the Southern District of New York eine Sammelklage anhängig. Dem Management wird zur Last gelegt, Investoren falsche und irreführende Angaben über die Rentabilität des Wasserstoff-Brennstoffzellengeschäfts des Unternehmens gemacht zu haben. Plug Power wird vorgeworfen, über einen langen Zeitraum die Kosten für den an Kunden gelieferten Flüssigwasserstoff falsch auszuweisen, um die vermeintliche Rentabilität des Kerngeschäfts von Plug Power in die Höhe zu treiben.

    Plug Power gab am 14. Mai 2021 bekannt, dass das Unternehmen mehrere frühere Jahresabschlüsse von 2018 bis zum dritten Quartal 2020 korrigieren musste, um die falsche Klassifizierung zu berichtigen. Gleichzeitig legte Plug Power eine wesentliche Schwachstelle bei den internen Kontrollen offen und gab bekannt, dass die unzulässigen Buchführungspraktiken des Unternehmens, die angeblich von einem neuen Wirtschaftsprüfer aufgedeckt wurden, bis ins Jahr 2016 zurückreichten.

    Kurz vor den Anpassungen verkauften Marsh und Middleton zusammen mit mehreren anderen hochrangigen Insidern, darunter mindestens sechs Direktoren und der General Counsel und COO des Unternehmens, Plug Power-Aktien im Wert von etwa 45 Mio. USD. Durch die zwei lukrativen Sekundärangebote im November 2020 und Februar 2021 konnte das Unternehmen auf der Grundlage dieser angeblich falschen und irreführenden Erklärungen zusätzliches Kapital in Höhe von rund 3 Mrd. USD einnehmen.


    Traditionsreichen Unternehmen wie der VARTA AG stehen weitere ungemütliche Monate ins Haus. Eine Lösung für den Engpass, der durch den Ausfall des russischen Gases entstanden ist, scheint aktuell nicht in Sicht. Europäische Regierungen und Unternehmen kümmern sich mit Hochdruck um Ersatz. Ein Puzzlestück im Sektor der Erneuerbaren Energien kann dynaCERT sein. Mit der Wasserstofftechnologie für Dieselmotoren kann der Durchbruch gelingen. Auf der IAA in Hannover ist das Team mit der Standnummer D15 in Halle 24 vertreten. Zudem steht CEO Michael Payne auf dem 4. International Investment Forum im digitalen Live-Call interessierten Investoren Rede und Antwort. Auch der Head of IR von Varta nimmt an diesem Formt teil. Anmelden können Sie sich hier. Auf Plug Power kommt nun ein Rechtsstreit in den USA zu. Investoren sollten wachsam bleiben, für welches Unternehmen sie ihr Kapital einsetzen.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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