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01.06.2021 | 05:08

dynaCERT, Plug Power, Nel ASA – Wasserstoffaktien nehmen wieder Fahrt auf!

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Unbestritten war 2020 war ein fantastisches Jahr für Aktien, die sich auch nur im Entferntesten mit Wasserstofftechnologie beschäftigen. Allzu offensichtlich erscheint die Tatsache, dass Wasserstoff ein wichtiger Teil des neuen Energiemixes werden und in den meisten wichtigen Industrie- und Verkehrsprojekten eine zentrale Rolle spielen wird. Egal ob als Treibstoff in der Automobilindustrie (sowohl zur Verbrennung als auch in der Brennstoffzellentechnologie) oder als Speichermedium für intelligente Stromnetze: das lediglich zu Wasser verbrennende, hochenergetische Gas, gilt als Antwort auf viele Fragen. Anfang 2021 dann erfolgte eine Trendumkehr. Zu viele Unklarheiten zur grünen Produktion und Nutzbarkeit der Wasserstofftechnologie verunsicherten die Anleger, sodass eine Korrektur folgte. Nun aber setzen die Wasserstofftitel zu einer neuen Rallye an und wer beim letzten Mal zu spät dran war, sollte jetzt über einen Einstieg nachdenken.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Carsten Mainitz


dynaCERT – Win-Win-Situation: Milliardeneinsparungen durch Optimierung

Die Wissenschaftler des kanadischen Unternehmens dynaCERT haben eine geniale Erfindung gemacht: mischt man der Verbrennungsluft herkömmlicher Dieselantriebe einen geringen Prozentsatz Wasserstoff bei, so wird hierdurch die Verbrennung optimiert und es entstehen bis zu 19% weniger Kohlendioxidemissionen. Dabei ist der Wasserstoffverbrauch überschaubar und kann direkt „on-demand“ mittels eines mobilen HydraGEN Elektrolyseurs erzeugt werden. Aufgrund der aktuell noch großen Abmessungen und hohen Anschaffungskosten des Elektrolyseurs, fokussiert sich das Unternehmen derzeit zunächst auf industrielle Einsatzgebiete für seine Technologie. Da wäre einmal die Transportbranche zu nennen. Aktuell werden rund 35% der weltweiten CO2-Emissionen von LKWs erzeugt. Aber auch für große Maschinen, wie beispielsweise im Bergbau, lässt sich die Technologie problemlos einsetzen. Weitere denkbare Einsatzgebiete sind der dieselbetriebene Schienenverkehr sowie die Schifffahrt.

Die dynaCERT Technologie wirkt für Unternehmen in zweifacher Hinsicht als Kostensenker: zum einen sinkt der Verbrauch an Dieselkraftstoff, wichtiger ist jedoch die Verringerung der CO2-Emissionen. Diese werden mittels einer eigenen Telematiklösung direkt im Betrieb an die zuständige Umweltbehörde übermittelt, sodass das Unternehmen laufend Gutschriften auf seine CO2-Zertifikate erhalten kann. Nach dem Start eines weltweiten CO2-Zertifikatehandels werden Unternehmen diese Zertifikate durch den Verkauf in bare Münze verwandeln können. Dass die Technologie funktioniert und einsatzbereit ist, konnten die Spezialisten von dynaCERT in verschiedenen Pilotprojekten bereits beweisen. Der Vertriebsfokus liegt aktuell klar auf der nordamerikanischen Transportindustrie sowie weltweit tätigen Bergbauunternehmungen. Doch speziell Branchen und Länder, die nicht die Möglichkeiten haben, die bisherige Dieseltechnologie sofort durch elektrische Antriebe zu ersetzen, dürften bald ein reges Interesse an der von dynaCERT entwickelten Brückentechnologie entwickeln.

Um diese wachsende Nachfrage besser adressieren zu können, gab das Unternehmen gestern die Berufung von Stephen Kukucha in den Vorstand bekannt. Kukucha, baute bei seinen vorherigen Tätigkeiten bei u.a. bei Ballard Power Systems und als Direktor des US Fuel Cell Councils sowie als Mitgründer eines Unternehmens im Sektor Erneuerbare Energien einen umfangreichen Erfahrungsschatz auf. Er ersetzt als Direktor zukünftig Elliot Strachin, der sich ab sofort als treuer Aktionär auf seine Aufgaben als Mitinhaber eines neuen dynaCERT Händlers konzentrieren und dem Unternehmen weiter als Berater zur Verfügung stehen wird.

Für uns ist die Aktie, der die Analysten von GBC ein Kurspotenzial von bis zu 2,20 CAD bescheinigen, damit definitiv ein Kaufkandidat. Der Kurs pendelt derzeit um die 0,42 CAD.

Plug Power – überschreitet psychologisch wichtige Marke von 30 USD

Der US-amerikanische Spezialist in der Herstellung von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren scheint seine Talfahrt an der Börse endlich beendet zu haben. So konnte in der vergangenen Woche nach einer wahren Rallye endlich das Tal der Tränen verlassen sowie die psychologisch wichtige Marke von 30 USD überschritten werden. Damit scheint der Weg nach oben wieder frei zu sein. Um die Verluste seit Jahresanfang aufzuholen, gibt der Branchenführer auch weiter mächtig Gas: so sucht das Unternehmen aktuell aktiv nach Kandidaten für fruchtbare Partnerschaften. In diesem Sinne wurde kürzlich eine Kooperation mit dem britischen Hersteller von Katalysatoren Johnson Matthey vereinbart. Dieser soll helfen, die Elektrolyseur-Technologie von Plug Power weiter zu verbessern sowie einen geschlossenen Recyclingkreislauf für die Produkte beider Unternehmen zu etablieren.

Eine weitere Partnerschaft wurde kürzlich mit der südkoreanischen SK Group vereinbart, die bereits bei Plug Power investiert ist. Mittels eines gemeinsamen Joint Ventures soll in Südkorea bis 2023 eine neue Fabrik für die Herstellung von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren entstehen und damit die Expansion in Südkorea, Vietnam und China forciert werden. Entsprechend verkündete CEO Andrew Marsh in einem Interview mit Nikkei Asia kürzlich, man gehe davon aus, dass der Umsatzanteil Asiens an Plug Powers Gesamtgeschäft in den nächsten vier bis fünf Jahren auf bis zu einem Drittel steigen könnte.

Für 2024 peile man immer noch einen Gesamtumsatz von rd. 1,7 Mrd. USD an, nach 337 Mio. USD in 2020. Das klingt zum einen nach einem ambitionierten Ziel. Andererseits ist die Klimawende langsam nicht mehr aufschiebbar. In den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach klimaneutralen Technologien explosionsartig zunehmen. Bis dahin wird Plug Power sich eine herausragende Marktstellung erarbeitet haben. Analysten errechnen im Durchschnitt ein Kursziel von 49 USD für die Aktie. Das entspricht einem Potenzial von rund 60%.

Nel ASA – Kurserholung beim Wasserstoffspezialisten

Die Investoren der Wasserstoffpioniere von Nel ASA sind in den letzten Monaten Leid gewohnt. So musste der ehemalige Shooting-Star aus Norwegen seit Jahresanfang faktisch eine Halbierung seines Unternehmenswerts an der Börse hinnehmen. Immerhin konnte seitdem ein positiver Newsflow kreiert werden, der für eine zwischenzeitliche Kurserholung sorgte. Eine dieser Meldungen war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der spanischen Iberdrola Gruppe zur Errichtung eines 230 MW Elektrolyseurs für die Produktion von grünem Dünger. Leider platzte vor knapp einer Woche auch diese Blase: in letzter Minute löste sich Iberdrola von der Vereinbarung und erteilte dem Wettbewerber Cummins den Zuschlag. Gemeinsam mit diesem soll nun sogar eine Kapazität von 500 MW ausgebaut werden, mit der Option auf eine Erweiterung auf 1 GW. Der Kurs von Nel sackte nach dieser enttäuschenden Nachricht zwar zunächst ab. Innerhalb der vergangenen Woche konnten aber zumindest diese Verluste weitgehend wieder ausgeglichen werden. Mehr noch: aktuell scheint sich das Papier um die Marke von 18 NOK zu stabilisieren. Angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen noch bis mindestens 2024 mit Verlusten operiert, erscheint die weitere Kursentwicklung limitiert.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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  • Nikola
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