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29.03.2021 | 04:50

Diese Pharma-Werte können explodieren: Cardiol Therapeutics, Bayer, Formycon

  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Nach offiziellen Statistiken sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankung oder Herzinfarkt in Deutschland die Todesursache Nr. 1. Mit 18,2 Mio. Todesfällen stellten sie im Jahr 2019 weltweit die häufigste Todesursache dar. Somit sind im globalen Durchschnitt gut 30% aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. In Europa sterben jedes Jahr mehr als 4 Mio. Menschen an den Folgen einer solchen Erkrankung, davon sind 1,4 Mio. jünger als 75 Jahre. Aber es gibt noch viele andere Gefahren für unsere Gesundheit. Grund genug etwas genauer hinzuschauen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: André Will-Laudien


Cardiol Therapeutics – Herzerkrankungen im Fokus

WKN: A2PA9E ISIN: CA14161Y2006 Symbol: CT9
Die Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind vielfältig und können in beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren unterteilt werden. Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen z.B. Alter, Geschlecht und genetische Veranlagung. Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Ernährung, Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und übermäßiger Alkoholkonsum, die Geißeln der modernen Gesellschaft.

Eine leidvolle Kombination entsteht, wenn aus einfachen grippalen Infekten zusammen mit stressbedingten Faktoren ernsthafte Herzmuskelentzündungen resultieren. Das kanadische Biotechnologie-Unternehmen Cardiol Therapeutics hat sich auf die Erforschung und Entwicklung von entzündungshemmenden Therapien zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konzentriert. Das Hauptprodukt des Unternehmens ist CardiolRx™, eine proprietäre pharmazeutisch hergestellte hochkonzentrierte, ultrareine orale Cannabidiol ("CBD")-Formulierung.

Interessant sind nun die laufenden Tests mit COVID-19-Patienten, die sich für einen Klinikversuch zur Verfügung stellen. Gerade im Bereich der aktuell auftauchenden Mutationen, kann die Kombination von Herzbeschwerden und akuten Lungenfunktionsstörungen ein erhebliches Sterberisiko beinhalten. Eine Phase-1-Studie mit CardiolRx™ wurde bereits abgeschlossen. Die Hoffnung ist nun, dass diese CBD-Formulierung eine kardioprotektive Therapie sein kann, um die Sterblichkeit und größere Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei COVID-19-Patienten zu reduzieren, die eine Vorgeschichte oder Risikofaktoren für solche Erkrankungen haben.

Cardiol Therapeutics hat mit seiner aktuellen Forschungs-Pipeline attraktive Bereiche adressiert, die bei entsprechenden Erfolgsmeldungen zu einer Vervielfachung der aktuellen Marktkapitalisierung von 100 Mio. EUR führen können. Nehmen sie deshalb die auch in Deutschland gehandelte Aktie in die engere Wahl.

Bayer – Die Suche nach abschließenden Vergleichen

WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017 Symbol: BAYN
Der Chemiekonzern Bayer hat in 2020 den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte verbucht, weil er den US-Saatgut- und Pestizidproduzenten Monsanto übernommen hatte. Die Leverkusener meldeten zuletzt einen Fehlbetrag von 10,5 Mrd. EUR, dieser resultiert vor allem aus „Sonderaufwendungen“ in Höhe von 23 Mrd. EUR. Dabei geht es insbesondere um Rückstellungen für Klagen wegen der Monsanto-Pestizide Glyphosat und Dicamba, der ebenfalls von der US-Firma produzierten Industriechemikalie PCB und der Sterilisationsspirale Essure.

Etwa 125.000 Kläger machen Monsantos Unkrautvernichtungsmittel RoundUp mit dem Wirkstoff Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich und fordern Schadenersatz. Farmer in den USA beschuldigen Monsanto zudem, weil Dicamba von Feldern ihrer Nachbarn abgedriftet sei und Pflanzen beschädigt habe. In den USA klagen auch rund 40.000 Frauen gegen Bayer, die ihrer Darstellung nach wegen Essure unter anderem Verletzungen an Gebärmutter und Eileiter erlitten.

Nach jahrelangem Rechtsstreit hat der Chemiekonzern das erste US-Gerichtsurteil akzeptiert, wonach das weltweit meistverkaufte Pestizid Glyphosat Krebs verursacht hat. Damit wird der Schuldspruch gegen den Konzern rechtskräftig und Bayer hat Johnson nach eigenen Angaben bereits seine 20,5 Mio. USD Schadenersatz gezahlt. Auch deutsche Bauern setzen Glyphosat regelmäßig auf ihren Feldern ein. Die EU prüft gerade, ob sie die Zulassung des umstrittenen Mittels verlängert oder auslaufen lässt.

Für die Bayer-Aktie fällt bald die Entscheidung, denn nach einem Tief bei etwa 40 EUR steht nun der Widerstand bei 56 EUR im Raum. Kurse darüber würden ein Potenzial bis 80 EUR eröffnen.

Formycon – Auch für COVID-19 bestens gerüstet

WKN: A1EWVY ISIN: DE000A1EWVY8 Symbol: FYB
Vor einiger Zeit machte der Bio-Similar-Hersteller Formycon mit einer Anwendung gegen COVID-19 auf sich aufmerksam. Nun gibt es Neuigkeiten zum Wirkstoff FYB207, der zuletzt vor allem aufgrund von Tests zum Einsatz gegen Corona-Viren im Fokus stand. Die in-vitro-Neutralisierung von SARS-CoV-2-Varianten durch FYB207 zeigen, dass der Wirkstoff gegen die als besonders ansteckend geltende B.1.1.7 Mutante des Virus eine noch stärkere Wirkung entfaltet als gegen frühere Varianten. Das sind gute super Nachrichten im Kampf gegen die Pandemie.

SARS-CoV-2 und andere Coronaviren nutzen das Protein ACE2 auf der Oberfläche menschlicher Zellen als Eintrittspforte für Infektionen der Atemwege. Formycon hat daher das humane ACE2-Protein mit Hilfe von computergestütztem Strukturdesign an den konstanten Teil des humanen Immunglobulins G4 (IgG4) fusioniert und damit einen sehr effektiven SARS-CoV-2-Blocker geschaffen, der die Zellinfektion in vitro vollständig verhindert.

Noch aber ist FYB207 weit von einer möglichen Zulassung als Medikament entfernt. Unternehmensangaben zufolge liege man bei den präklinischen Aktivitäten sowie den Vorbereitungen für den Eintritt in klinische Studien mit FYB207 zwar voll im Plan, die Studien sind in ihrem Design aber erfahrungsgemäß langwierig und kostspielig. In der zweiten Jahreshälfte 2021 kann es unseres Erachtens schon zu einer klinischen Phase kommen. Die Aktie hat bis 58 EUR konsolidiert und holt jetzt neuen Schwung.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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